Gesellschaft | 09.03.2009

Kampagne gegen sexuelle Gewalt

Eine Kampagne gegen sexuelle Gewalt soll für mehr Aufmerksamkeit und Zivilcourage sorgen. In einem Fotoshooting entstanden 40 Plakate mit individuellen Botschaften. Tink.ch sprach mit den Initianten.
Fotos: www.okaj.ch "Nein ist nein." "Ich bestimme meine Grenzen." "Ich weiss, was ich will." "Nein ist nein." "Nein, nicht mit mir!"

Die Kampagne „Respekt ist Pflicht – für alle!“ wird vorerst im Kanton Zürich lanciert und wird voraussichtlich später auf die ganze Schweiz ausgedehnt. Tink.ch sprach mit dem Projektleiter Philippe Anex von der kantonalen Kinder- und Jugendförderung Okaj.

Weshalb wurde die Kampagne „Respekt ist Pflicht“ lanciert?

Die Kampagne ist in Basel mit der Mädchenarbeit als Reaktion auf das öffentlich dargestellte Frauenbild in der Werbung oder in Musikvideos, insbesondere im Zusammenhang mit den Vorfällen in Seebach und in Steffisburg gestartet und erfolgreich umgesetzt worden. Mit der Kampagne präsentieren sich junge, selbstbewusste Frauen auf Plakaten. Dadurch soll die Diskussion mit Kindern und Jugendlichen, aber auch in der Öffentlichkeit gefördert werden und eine Sensibilisierung stattfinden. Wir haben im Kanton Zürich das Projekt von arip.ch übernommen und in verschiedenen Betrieben der offenen Jugendarbeit im Kanton umgesetzt. Wir haben uns bewusst nicht ausschliesslich auf die Mädchenarbeit konzentriert, sondern förderten den Dialog beider Geschlechter, was in vielen lokalen Projekten stattfand.

Wen möchte man ansprechen und was soll konkret damit erreicht werden?

In erster Linie wollen wir mit der Kampagne Kinder und Jugendliche auf die Themen Respekt, sexuelle Gewalt und Umgang mit Grenzen ansprechen. Daher zielen wir hauptsächlich auf Schulen und Betriebe der Kinder- und Jugendarbeit. Dadurch wollen wir ein selbstbewusstes und respektvolles Auftreten von jungen Frauen und Männern fördern. Ausserdem möchten wir eine breite Öffentlichkeit auf die Thematik sensibilisieren, dies erreichen wir durch Auftritte in den Medien und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, wie zum Beispiel der Elternbildung des Kantons Zürich.

Die Vernissage der Plakate hat bereits stattgefunden. Gibt es weitere Schritte, um die Kampagne zu etablieren?

Nun folgen verschiedene lokale Vernissagen, an welchen die Umsetzenden ihre Ergebnisse lokal präsentieren und dazu Stellung nehmen. Die Schweizer Jugendfilmtage behandeln dieses Jahr das Thema Respekt und am 11. März werden zwei Filmproduktionen am Wettbewerb teilnehmen, welche im Rahmen des Projekts „Respekt ist Pflicht – für alle“ entstanden sind. An den Schweizer Jugendfilmtagen werden ausserdem nochmals die rund 40 Plakate, die im Kanton Zürich entstanden sind, präsentiert. Aktuell läuft der Versand der Plakate im ganzen Kanton, welcher nun vor allem durch Schulen und Schulklassen gefragt ist. Diese werden mit dem Bildmaterial und den Hilfsmitteln unserer Webseite www.respekt-zh.ch mit den Kindern und Jugendlichen auf die Thematik aufmerksam machen.

In verschiedenen Betrieben der offenen Jugendarbeit ist die Thematik aufgenommen worden und es werden weitere Projekte zum Thema umgesetzt. Weitere Aktionen und Auftritte der kantonalen Projektgruppe sind in Planung, ob diese realisiert werden können, muss erst noch abgeklärt werden.

Links