Kultur | 09.03.2009

Eine Serie mit Charme

Text von Céline Graf | Bilder von myfanbase.de / TheWB
Ein leichtes Lüftchen treibt den Duft von köstlichen Torten durch das Kleinstädtchen Stars Hollow, in welchem die "Gilmore Girls" wohnhaft sind. Nach einer Tink.ch Reporterin gibt es vier Gründe, weshalb man diese Serie unbedingt sehen muss.
Zwei Generationen und beste Freundinnen,
Bild: myfanbase.de / TheWB

In Stars Hollow, einem Kleinstädtchen in der Nähe von Hartford, Conneticut, wo jeder jeden kennt, wohnen Lorelai und Rory Gilmore, Mutter und Tochter, die sich wie Freundinnen verstehen. Vor dem kleinen Supermarkt trällert ein Troubadour; ein gewöhnlicher Tag im Leben der Gilmores beginnt. Vier Gründe sollen aufzeigen, weshalb die Serie „Gilmore Girls“ zur Lieblingsserie werden kann.

1. Die Protagonisten

Die bei allen beliebte Hotelbesitzerin Lorelai ist energiegeladen und hat eine umwerfende Ausstrahlung. Nur für ihre reichen Eltern ist sie eine herbe Enttäuschung, da sie mit 16 Jahren schwanger wurde, den Vater aber nicht heiraten wollte und kurzerhand von zu Hause auszog, um Rory allein grosszuziehen. Emily und Richard Gilmore sind deshalb umso stolzer auf ihr Grosskind, welches im Gegensatz zu Lorelai eher verschlossen und schüchtern ist. Rory liebt ihre Bücher, will Journalistin werden und träumt von Harvard.

So geplant auch alles in Rorys Leben sein mag – ihr Liebesleben ist dafür umso chaotischer. Wenn bei einem Gilmore Girl abermals eine Beziehung scheitert, erkennt sich der Zuschauer zuweilen selbst wieder (vielleicht mehr, als ihm lieb ist).

Dem Kochen abgeneigt, verpflegen sich die beiden meist im Diner „Luke’s“. Dessen gleichnamiger Besitzer, ein Einzelgänger, ist heimlich verliebt in Lorelai. Luke ist ein Brummbär mit sarkastischem Humor. Auch wenn ihn so mancher Bewohner Stars Hollows auf die Palme zu treiben vermag, hat er einen weichen Kern, welcher sich in seinem fast väterlichen Umgang mit Rory zu erkennen gibt.

2. Die Dialoge

Rory: Wirklich.

Lorelai: Wirklich.

Rory: Neues Wort, ja?

Schneller, intelligenter, witziger, ironischer, schlagfertiger. Das Drehbuch strotzt vor Wortgeplänkeln und Energie. Vor allem Lorelai versteht es besonders gut, ihr Gegenüber mit unvergleichlichem Humor sprachlos zu machen. Ganz nebenbei erfährt man auch viel Interessantes über Filmklassiker, Literatur, Musik und Politik.

3. Freitag Abend Dinner

Um Rory regelmässig und Lorelai überhaupt zu sehen, lassen Emily und Richard die beiden jeweils am Freitagabend in ihrem schicken Haus zum Dinner antrudeln. Es sind die heimlichen Highlights der Serie. Streitereien! Geständnisse! Schweigen! Lorelais Eltern verstehen es vorzüglich, im unpassendsten Moment Verkupplungsversuche anzustellen, alte Vorwürfe hervorzugraben oder sich am Tisch beleidigt anzuschweigen.

4. Kleinstadtleben

Neben dem Leben der Gilmores, das bereits in sieben Staffeln geschildert wurde, kommen auch die Bewohner von Stars Hollow nicht zu kurz. Im Gegenteil – die kurzen Geschichten aus dem amerikanischen Kleinstadtleben trägen viel zum Charme der Serie bei. Ein egozentrisches Stadtoberhaupt, welches nebenbei den örtlichen Supermarkt betreibt, eine pensionierte Broadwaytänzerin, die „Ballet“ unterrichtet und alle nur erdenklichen „Tage der…“, die gefeiert werden, prägen unter anderem das Stadtbild. Besonders amüsant ist auch, wie Rorys beste Freundin Lane dem streng gläubigen koreanischen Idealbild ihrer Mutter trotzt.

Kurzum: Diese Serie beinhaltet grandiose Dialoge und glänzt durch Protagonisten, welche Tiefe und Ausstrahlung besitzen sowie schlicht das, was eine Figur liebenswert macht: Menschlichkeit – und zwar samt ihren Fehlern und Marotten.