Kultur | 22.03.2009

Eine Rakete namens Seven

Text von Jill Zimmerli
Seven begeisterte mit einem seiner, wie er selbst sagte, besten Gigs das Publikum im Zürcher Club X-tra. Mit Songs neuen seines Albums "Like a Rocket" und einigen Oldies gelang es ihm, den ausverkauften Saal mitreissen zu können.
Soulmusik, welche die Fans mitreisst: Seven im Zürcher X-tra. Fotos: Jill Zimmerli

Er hat es wieder einmal allen gezeigt. Soulmusiker Jan Dettwyler alias Seven brachte am Samstagabend das X-tra zum kochen. Eröffnet wurde das Konzert mit „Golden Stairs“, einem Hit des letzten Albums. Seven stand hinter einem blauen Vorhang und wurde akustisch nur von einer Gitarre begleitet – ein wunderschönes Bild als Auftakt. Mit einem Knall fiel der Vorhang und die energiegeladene Show mit zwei Backgroundsängerinnen, einem Pianisten, einem Schlagzeuger, einem DJ und zwei Gitarristen begann.

Begeisterung für Neu und Alt

Mit „Like a Rocket“ hatte Seven das Publikum gleich im Sack. Es wurde geklatscht, getanzt und gesungen. So genoss man einen Song  des neuen Albums nach dem anderen, das Publikum fand offensichtlich gefallen am neuen Werk. Anschliessend griff er in einem längeren Stück auf alte Songs zurück. Die habe er vor sieben Jahren, am Anfang seiner Karriere, genau hier zum ersten Mal gespielt. Er sei dankbar, dass es ihm auch heute immer noch möglich sei, Musik so zu machen, wie er es gerne möchte. Zwei seiner alten Stücke sang er alleine auf der Bühne, nur begleitet von einem seiner Gitarristen. Die so entstandene, angenehm intime Stimmung im Saal zog sich aber etwas zu lange hin wodurch da Publikum etwas zu sehr abkühlte.

„Besser als im Hallenstadion“

Doch Seven wäre nicht Seven, wenn er musikalisch nicht sofort wieder explodierte und den ganzen Saal erneut in Ekstase versetzen könnte. Nun wurde eine Demonstration seines tänzerischen Könnens präsentiert: Das Disco einmaleins mit Seven. Nach einer kurzen Pause betonte er schmunzelnd: „Es ist doch viel schöner hier im X-Tra zu spielen als im Hallenstadion. Und danke, dass ihr alle dieses Märchen wahrmacht“. Mit „Lisa“ ging die lange Setlist weiter. Zu dieser Zeit spielte er schon über eine Stunde. Mit den Worten „Danke Züri“ und trat der Aargauer ab. Ebenso seine Backgroundsängerinnen.

Die Band blieb. Es folgte die obligate Bandpräsentation. Da die Band aus so vielen Mitgliedern bestand und jeder ein Solo spielen durfte,  zog sich dies etwas hin. Als Belohnung wurden dem Publikum aber nochmals zwei Seven-Songs präsentiert. Der Schluss eines genialen Abends war gekommen; dachte man. Nein, Seven betratt erneut die Bühne und beglückte den Saal noch einmal mit einem Leckerli. Danach war es dann wirklich vorbei, die ganze Band versammelte sich und verbeugte sich vor dem Publikum. Ein wunderschönes Konzert, mit viel Leidenschaft, genialer Bühnenshow und einem leidenschaftlichen Soulmusiker, der Live noch besser klingt als auf der CD.

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