Gesellschaft | 15.03.2009

Die dritte Woche – Fasten für alle!

Text von Patti on tour | Bilder von Patti on tour
Xsünder, gesünder wollen alle werden. Das geht sogar an Partys - bis zu einem gewissen Grad. In diesem Sinne bringt Patti on tour ein 40-tägiges Fastenopfer dar. Diese Woche: Tag 13 - 19.
Bild: Patti on tour

13. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31 kg
Zum leiblichen Wohl: Süppli und Salötli
Zur Leibesertüchtigung: Ein Modeljob auf dem Hometrainer. Thema: Milch
Sünden: Lasziv Milch getrunken. Aber Vorsicht: Milch macht magere Mädels mollig!

14. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 31kg
Zum leiblichen Wohl: Gurkensaft, Gurkenscheiben, Wasser
Zur Leibesertüchtigung: 20 Minuten spazieren. Wenig. Aber immerhin.
Sünden: Lektüre eines kulinarischen Buches mit anschliessendem erhöhten Speichelfluss

15. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft, Saft, Saft
Zur Leibesertüchtigung: Kampftippen, um endlich die Seminararbeit zu beenden
Sünden: Es sind nun zwei Wochen, seit ich mit Fasten begonnen habe. Es war also höchste Zeit für den berühmt-berüchtigten bulimischen Fressanfall. Er kam. Und wie! Eine halbe Ananas, zwei ganze Kiwis samt Stachehaut, ein Liter Gemüsesuppe, der vom Mittag übrig war, ein ganzer Becher Magerjogurt und ein Liter reiner Fruchtsaft gaben sich die Ehre. Ein solch volles Haus hatte mein Magen schon länger nicht mehr. Ich tröstete mich damit, dass eine einzige Portion Pommes mehr Kalorien hat und ging völlig reinen Gewissens, buss- und sündenfrei zu Bett, wo ich träumte, in einer riesigen Schüssel Fruchtsalat kläglich zu ersaufen.

16. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30,5 kg
Zum leiblichen Wohl: Saft
Zur Leibesertüchtigung: 15 Minuten auf dem Velo
Sünden: «Sie Frau Lehrerin, darf ich mein Znüni noch fertig essen?-- «Nein- – «Aber …- – «Nichts aber. Ich will weder ein Lebensmittel sehen, riechen noch jemanden kauen hören. Sonst gibt’s Arrest. Und wer von Essen spricht, kriegt auch Arrest. Und überhaupt haltet ihr bis Ostern am besten euren Mund!-

17. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 30kg
Zum leiblichen Wohl: Gemüsesuppe, 3 Liter Hahnenburger, Tee
Zur Leibesertüchtigung: Manche Frauen meinen, sie seien multi-tasking-fähig. Sie telefonieren beim Tramfahren, lesen gleichzeitig und verpassen die Haltestelle. Dafür dürfen sie dann zu Fuss zurück. Glück gehabt.
Sünden: Ich habe etwas «RAMA- rein pflanzliches, kalorienreduziertes Rahmersatzprodukt- in die Suppe gekippt. Ich konnte einfach nicht widerstehen.

18. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29,5kg
Zum leiblichen Wohl: Cherrytomätchen und Erdbeerscheibchen mangels entsprechendem Saft.
Zur Leibesertüchtigung: Mit dem Velo zum Lift. Lift defekt, da in der Mitte stehengeblieben, weil einige Jugendliche ihn zwecks Liftparty angehalten haben. Velo abgestellt, zu Fuss Berg hinan in die Stadt. Zug verpasst, Spaziergang. Mit dem Zug in die nächste Stadt. Die Schwangere holt uns netterweise ab. Party beim Güüggi (der Güüggi ist Psychologe und Saxophonist und heisst eigentlich Güggenberger).
Zu Fuss in die nächste Stadt zurück. Keine ÖV. Schweineteueres Taxi bis zum Velo. Mit dem Velo nach Hause. Blasen an den Füssen.
Sünden: Ich hab die Mami und die Schwangere verflucht und zum Teufel gejagt, samt dem Taxifahrer, dem Bärtigen (mit seinem horrenden Marschtempo) die Schuhfabrikanten, Gott, die Welt, den Güüggi, welcher mich psychoanalisieren wollte. Beim Fasten verliert man nicht nur Kilos, sondern auch Freunde (Genaueres hier).

19. Tag
Tagesbilanz:
Zu viel Speck am Leib: 29kg
Zum leiblichen Wohl: Ich war dieses Wochenende an 4 Partys (klein, familiär, man sitzt am Tisch, isst, isst, isst, trinkt viel Alkohol und raucht dann und wann eine.) Ich blieb hart. Fastend. Fast. Der kalten Gemüsesuppe konnte ich nicht widerstehen, obwohl sie Kartoffeln enthielt.
Zur Leibesertüchtigung: Spazieren mit Blasen an den Füssen. Busse für die Kartoffeln.
Sünden: Suppe mit Kartoffeln. Welch ein Genuss!

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