Kultur | 16.02.2009

Den Mut haben, zu fragen

Text von David Weber
Wer hat nicht schon davon geträumt, einen Spielfilm zu drehen? Diesen Traum macht sich "SAMovie Pictures" wahr. Die Dreharbeiten für "Unknown - The Truth Hurts" sind in vollem Gange. Tink.ch sprach mit dem Kopf hinter dem Projekt, Samy Ebneter, über Motivation, offene Türen und schlaflose Nächte.
Filmemacher Samy Ebneter im Gespräch mit Tink.ch. Filmplakat von "Unknown". Fotos: SAMovie Pictures und David Weber. Konzentration und Spass bei den Dreharbeiten.

Einen qualitativ hochstehenden, abendfüllenden Spielfilm zu realisieren ist zweifelsfrei ein ambitioniertes Projekt. Angefangen hat alles viel kleiner. Samy Ebneter (19), kaufmännischer Angestellter bei einer Versicherungsgesellschaft und Gründer von „SAMovie Pictures“, bot sich in der Sekundarschule die Chance, mit einem Profi einen Kurzfilm zu drehen. Motiviert durch den Erfolg, entschloss er sich, das Filmemachen zu einem ausgewachsenen Hobby zu machen. Im November 2005 begann Samy Ebneter schliesslich mit fünf weiteren Jugendlichen die Umsetzung des Films „Unknown – The Truth Hurts“.

Professionelles Equipment
Das Filmprojekt wuchs schnell an, als das Kernteam realisierte, dass ihnen die Türen offen standen. Obwohl die finanziellen Mittel knapp waren und es immer noch sind, gelang es ihnen über Kontakte und oftmals einfach „den Mut, in Geschäfte reinzugehen und zu fragen“, Zugang zu professioneller Technik und täuschend echten Requisiten zu finden. Die Unterstützung ist für das junge Team aber keine Selbstverständlichkeit: Samy bezeichnet es als „grosses Glück“, dass sich ihnen Schritt für Schritt Möglichkeiten eröffnen, auch die aufwendigeren Szenen des Drehbuchs zu realisieren. Das Engagement des jungen Teams wirkt so überzeugend, dass ihnen Hubschrauber, Fallschirmsprünge und ganze Spitalflügel zur Verfügung gestellt werden. Heute filmt „SAMovie Pictures“ mit Fernsehkameras mit Richtmikrofonen, Schauspielern mit mehrjähriger Bühnenerfahrung und wird unter anderem unterstützt von einer professionellen Visagistin. Das Projekt umfasst mittlerweile rund 70 Personen.

Nächtliche Dreharbeiten
Dies ist umso erstaunlicher, als alle Beteiligten ehrenamtlich am Projekt mitarbeiten und demnach für ihre Tätigkeit keinerlei Vergütung erhalten. Sie opfern vielmehr ihre sonst schon knappe Freizeit, um das Filmprojekt zu einem Erfolg werden zu lassen. Und das mit grossem Einsatz: An Wochenenden wird oft den ganzen Tag gedreht und auch unter der Woche wird teilweise bis in die Nacht hinein am Film gearbeitet. „Es kostet Nerven“, gibt Samy zu. Wo so viele Personen mitarbeiten, sind Reibereinen vorprogrammiert, umso mehr, da die Zeit für die Dreharbeiten oft knapp ist. Dazu kommt der enorme Aufwand, ein Team dieser Grösse zu koordinieren.

Begeisterung und Stolz als Ansporn
Das Fazit ist für Samy aber durchwegs positiv. Er erhält durch das Filmprojekt die Möglichkeit, mit Kollegen und Profis zusammen zu arbeiten und neue, hilfreiche Kontakte zu knüpfen. Zudem winkt am Ende der Stolz, etwas Einzigartiges geschaffen und zu Ende geführt zu haben. „Man muss den Spass an der Arbeit finden, dann klappts.“ So ist Samys Highlight der bisherigen Dreharbeiten auch das befriedigende Gefühl am Ende eines langen und strengen Drehtags, die Freude und die Begeisterung des Teams über das Geleistete mitzuerleben. „Natürlich ist das auch eine Message“, meint Samy. Eine Message an Jugendliche, ihren Traum nicht nur zu träumen sondern auch zu realisieren. Mit etwas Mut und Engagement lässt sich viel erreichen, wie „SAMovie Pictures“ eindrücklich unter Beweis stellt.

Zukunftspläne
Neben dem aktuellen Filmprojekt beschäftigt Samy Ebneter den Ausbau des Vereins. In Zukunft sollen für Firmen oder andere Vereine Kurzfilme gedreht werden. Auch für Hochzeitsvideos oder die Dokumentation von anderen Veranstaltungen will „SAMovie Pictures“ zur Verfügung stehen. Zudem soll der Verein Schauspieler und Techniker an Agenturen vermitteln, wie er das bereits mehrmals erfolgreich tun konnte. Er steht grundsätzlich für jedermann offen: Es werden laufend interessierte Schauspieler, Techniker, Kameraleute, Requisiteure, Vertoner, Visagisten, Statisten und Reader gesucht, die ihr Handwerk von den erfahreneren Vereinsmitgliedern erlernen wollen. Und weil es doch nicht ganz ohne finanziellen Aufwand geht, sucht „SAMovie Pictures“ weiterhin Gönner, die das Projekt mit einem kleineren oder grösseren Betrag unterstützen.

Nächste Woche begleitet der Tink.ch den Filmemacher Samy Ebneter und sein Team während einem spannenden Drehtag.

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