Politik | 26.01.2009

Endlich hält ein intelligenter Erwachsener die Zügel

Text von Michel Burtscher | Bilder von barackobama.com
Zu Obamas Amtseinführung hat sich Tink.ch-Kolumnist Michel Burtscher einige Gedanken gemacht und auch gleich einen geschärften Blick auf die ersten Amtshandlungen geworfen.
Bild: barackobama.com

Barack Hussein Obama wurde am 20. Januar in Washington als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. In seiner Rede erinnerte er das Volk an die derzeitige miese Lage des Landes, aber schöpfte zugleich auch Hoffnung. Während den ersten Tagen im Amt hat er einige symbolische Entscheide gefällt.

 

Was war das für ein befriedigender Moment, als George W. Bush nach der Amtseinführung von Barack Obama in einem Armee-Helikopter davonflog. Viel Schaden hat der ehemalige Präsident dem neuen Amtsinhaber hinterlassen. Nicht nur befindet sich die USA in der grössten Wirtschaftskrise seit der Grossen Depression, auch die zwei Kriege in Afghanistan und im Irak sind noch in vollem Gange. Zudem hat das internationale Ansehen der USA in den letzten acht Jahren durch die Bush-Politik sehr gelitten. Da tut es unheimlich gut, wenn man sieht, dass wieder ein intelligenter Erwachsener die Zügel des mächtigsten Landes der Welt in der Hand hält. Barack Obama ist jemand, der zuerst überlegt, bevor er handelt. Er ist in der Lage, verschiedene Meinungen anzuhören und erst dann Entscheidungen zu treffen. Das ist schon mal ein grosser Fortschritt zu seinem Vorgänger, der wohl nicht gerne sein Hirn benutzte und dafür lieber Rat bei seinem unsichtbaren Freund namens Gott suchte.

 

Weniger Macht für die Lobbys

Auch während Obamas Rede am 20. Januar wurde seine Nüchternheit wieder einmal sichtbar. Er bekannte ganz klar, dass die USA in einer schwierigen Krise steckt. Doch er ermahnte die Amerikaner auch, jetzt nicht den Kopf hängen zu lassen. Zusammen sei diese Krise überwindbar. Er sagte zudem ganz klar, er werde in Zukunft die Sicherheit nicht über die Ideale der Nation stellen. Der neue Präsident war in seinen ersten Tagen im Amt auch schon ziemlich fleissig. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Anordnung zur Schliessung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba bis spätestens in einem Jahr. Die laufenden Verfahren sollen eingestellt werden. Zudem hat er die Macht der Lobbys eingeschränkt und die Löhne seiner bestverdienenden Mitarbeiter eingefroren. Er möchte ganz klare Zeichen setzten. Auch möchte er die Regierungsgeschäfte transparenter machen. Dazu wurde die Internetseite des Weissen Hauses neu gestaltet und es gibt jetzt auch einen Blog. Man kann also hoffen, das in Zukunft nicht mehr so oft gelogen wird wie während der Amtszeit von Bush und man der amerikanischen Regierung wieder vertrauen kann.

 

Nun kann man dem neuen Präsidenten nur viel Glück und Erfolg wünschen und hoffen, dass er einen grossen Teil seiner Wahlversprechen einlösen kann. Das Ansehen der USA hat er jetzt schon ein kleines bisschen verbessert.