Plattform für Profis und Amateure

An der photo 08 trifft man sich, um über qualitativ hochstehende Fotografie zu reden. Gleichzeitig gilt die Werkschau als Impulsgeber der Kreativwirtschaft und Netzwerkplattform für den Austausch zwischen Fotografen, Auftraggebern, Agenten, Galeristen und Foto – Interessierten.

Verschiedene Programmpunkte bereichern die photo 08: Eine Vernissage, die Sonderausstellung “Blinde Visionen”, eine Führungen durch die
Werkschau, die “Portfolio Lounge” oder der Fotobuchladen Buchwerk oder die Lounge warten auf sie.

Teilnehmen?

Ganz bewusst werden an der photo die teilnehmenden Fotografen als Personen und nach der Qualität ihrer Arbeiten ausgewählt und nicht alleine durch die von ihnen gezeigten Exponate. Für alle Teilnehmer gelten die gleichen Rahmen – bedingungen. Die Anmeldefrist ist abgelaufen, eventuell hat es kurzfristig freie Plätze.

Für die Vernissage am 26. Dezember (Beginn 18:30 Uhr), verlost Tink.ch 2×2 Tickets. Sende eine E-mail mit Vor- und Nachnamen an: martin.sturzenegger@tink.ch 

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Elefantenhaare für Lockenkopf

Nun ist es bald soweit, die Saison des Aberglaubens zieht wieder ins Land: Der schöne Silvesterbrauch zum Beispiel, sich im Hinblick auf die Nacht der Nächte gegenseitig mit roter Unterwäsche zu beschenken, auf dass es in Sachen Liebe ein glücksverheissendes Jahr werden möge. Diese Sitte hat sich natürlich auch im Kreise der Amazonen längst durchgesetzt. Ich weiss noch, wie wir uns einmal in einer Silvesternacht quer durch den Klub gefragt haben, um zu erfahren, ob manche der weiblichen Partygäste dem Brauchtum folgen und tatsächlich rote Unterwäsche tragen. Und siehe da, es waren erstaunlich viele, die es sich nicht nehmen liessen! Die befragen Frauen waren sehr offen, wildfremde Frauen zogen uns ins Vertrauen und flüsterten uns mit gesenkter Stimme ins Ohr: “Wisst ihr was, bei mir hat es dieses Jahr/letztes Jahr/ im Jahr davor/ funktioniert.” Einen Moment lang schien die Welt nur noch aus Frauen zu bestehen, die in Silvesternächten rote Unterwäsche tragen und im darauf folgenden Jahr von einer liebestechnischen Glückswelle erfasst werden. Welche Verheissung! Ab in die Lingerie-Abteilung, sagten sich Kaktusblüte und ich, sobald die Silvesternacht erneut vor der Tür stand.

Doch es gibt noch mehr Liebesorakel. Einige unter uns sind – aus welchen Gründen auch immer – überzeugt, dass ein Elefantenhaar Glück in der Liebe bringt. Ein Aberglaube, der seinen Ursprung privaten Gründen zu verdanken hat. Und irgendwie ist das ja auch durchaus nachvollziehbar, ist doch so ein Elefantenhaar dick, borstig und sehr widerstandsfähig. Lockenkopf fand also, dass ein bisschen Glück in der Liebe bestimmt nicht schaden könne und schrieb dem Zoo einen netten Brief, ob der Elefantenwärter bitte so nett sei und dem Dickhäuter ein Schwanzhaar für sie abzwacken könnte. Wie zu erwarten war, erhielt Lockenkopf abschlägigen Bescheid vom Zoo.

Ein paar Monate später hatte ich vor, nach Indien zu verreisen. Lockenkopf liess es sich natürlich nicht nehmen und trug mir auf, nur mit einem Elefantenhaar für sie im Gepäck in die Schweiz zurückzukehren. Natürlich nahm ich mir diesen Auftrag sehr zu Herzen – schliesslich ging es um nichts Geringeres als das Liebesglück einer Freundin. Doch dummerweise ergab sich einfach nie die Gelegenheit und gegen Ende der Reise stand ich immer noch mit leeren Händen da. In einer Stadt in Rajasthan entdeckte mein Auge dann endlich einen einzigen bunt bemalten Elefanten, der gerade eine Prozession anführte. Vielleicht meine letzte Chance! Da nahm ich meinen Mut zusammen und kämpfte mich durch die Menschenmasse an die Spitze der Prozession. Endlich beim Elefant und seinem Meister angelangt, trug ich meine Bitte vor. Sofort zog der nicht eben freundliche Elefantenmeister ein Messer aus der Hosentasche, trennte ein paar Haare durch und überreichte mir – natürlich gegen ein kleines Entgeld – ein ziemlich kurzes, kotverschmiertes Stümmelchen. Etliche leere Stellen zeugten davon, dass andere schon vor mir da gewesen waren.

Plötzlich war ich mir nicht mehr so sicher, ob dieser Liebes-Aberglaube wirklich so wahnsinnig inoffizieller Natur war, wie ich immer gemeint hatte. Das kotverschmierte Stümmelchen sah jedenfalls nur halb so verheissungsvoll aus wie die rote Unterwäsche, so viel kann ich an dieser Stelle verraten. Doch wenigstens kann ich mir nichts vorwerfen lassen, habe ich doch einen wahren Freundinnendienst erbracht und praktisch Leib und Leben riskiert, um an ein Elefantenhaar zu kommen. Über die Erfolgsaussichten beider Methoden möchte ich mich an dieser Stelle lieber nicht äussern, ist doch Lockenkopf schon seit einer halben Ewigkeit mit ihrem Gefährten zusammen, während die Rote-Unterwäsche-Fraktion… na ja, wie auch immer. Einen guten Rutsch ins 2009!

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Die Anti-Wunschliste

dass all meine Träume sich erfüllen,
dass wir weiter die Welt zumüllen,
dass Raser hinter Rasern rasen,
dass Kühe nicht mehr draussen grasen,
dass ich ein kleines Haustier kriege,
(pro Haushalt reicht schon eine Ziege)
dass Angst und Panik uns anleiten,
dass wir verlernen, uns zu streiten.
Ich wünsch mir nicht, dass Kinder leiden,
dass wir uns nur noch modisch kleiden,
dass wir nur noch englisch sprechen,
dass wir die Versprechen brechen,
dass uns ein Minarettchen stresst,
dass mich der Bärtige verlässt,
dass wir uns ein Auto kaufen,
dass sich Kinder nicht mehr raufen,
dass alles immer schneller geht,
dass man die ganze Welt versteht,
dass Raucher böse Menschen sind,
dass man schon alles darf als Kind,
dass immer nur die Stärkeren siegen,
dass schwarze Schafe Tritte kriegen,
dass meine Kurven tiefer hängen,
dass Unbegabte nicht mehr sängen,
dass man nur mit Erdöl feuert,
dass man die Welt mit Schwänzen steuert,
dass mein Körper expandiert,
dass die Wirtschaft ganz stagniert,
dass die AHV versagt,
dass man mir nur Nettes sagt,
und Rückenschmerzen, Rheuma, Gicht,
wünsch ich mir vom Christkind nicht.

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Respekt überkommt mich…

–          Wenn ich an die Schönheit und Ausgereiftheit manch alter Kirchen denke, die nur deshalb zustande kamen, weil die Menschen an Gott glauben. Unabhängig davon, ob Gott nun ein Konstrukt ist oder nicht.

–          Beim Anblick lebensfroher alter Menschen.

–          Beim Genuss eines Luxemburgerli.

–          Wenn Nina Simone “Ain’t Got No…I’ve Got Life” singt.

–          Wenn meine Ärztin nach all dem Rumgewitze und üblichem Austausch beiläufig noch die notwendige Blutentnahme erwähnt.

–          Wenns um die Familie geht.

–          Wenn man nichts bereut und tut was man will; nicht unbedingt im hedonistischen Sinne (nicht immer), eher, wenn man bereit ist für seine Wünsche und Träume hart zu arbeiten und sich nicht entmutigen lässt.

–          Bei einem gutgemachten Amaretto Sour.

–          Wenn ich auf einen wahren gemässigten Egoisten treffe. Dieses verschüchtelte Runterputzen seiner Selbst ist weder ein gutes Small Talk Thema noch eine witzige Anmache (um dies mal klarzustellen und all jene, die es tun, auf den rechten Weg zu bringen). Eine gewisse Prise Egoismus ist einfach was tolles. Wenn mal was nicht passt, keine Pseudosolidarität vortäuschen und sich hintenrum verkriechen, sondern einfach geradeheraus sagen dass was nicht passt. Sagen: “Jetzt gerade finde ich mich ziemlich toll. So, mein Egoismus-Soll ist für heute erreicht. Und wie geht’s dir?”

–          In der Oper. Bei Tschaikovsky. Definitiv. Immer.

–               Wenn ich eine Katze beobachte beim Putzen, welche gerade ihr Bein gerade nach oben, aber doch diagonal hinter den Kopf am nicht vorhandenen Schlüsselbein vorbei steckt. Kompliment.

–               Bei selbstlosen Menschen. Also es variiert. Ich bewundere ja auch Personen mit einer gewissen Prise Egoismus. Altruismus und Egoismus sind zwei grosse Interessenkonflikte meines Innern.

Nächste Tink-Ausgabe: Wann sich der Respekt bei Ruzica Lazic verflüchtig.

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Wenn alle Stricke reissen

Der Fall ist klar – zumindest für die Zürcher Behörden. Dass der Senegalese Mar Cissé seit fast 10 Jahren in der Schweiz lebt, dass er sich  nicht nur perfekt integriert hat, sondern auch für den Kanton und einige Gemeinden aktive Integrationsarbeit leistet, all das zählt nicht. Was zählt, ist, dass er Ausländer ist. Und das bedeutet: Er muss gehen.

Der Zürcher Rechtsanwalt Marc Spescha kennt das Problem auf schmerzliche Art und Weise. Auf seinem Tisch stapeln sich Akten von Asylfällen und die Menschen, die sich hinter diesen Papierbergen verbergen, haben eines gemeinsam: Sie alle wollen in der Schweiz bleiben. Und viele haben gute Gründe. Bei jedem einzelnen seiner Fälle sieht Spescha eine gewisse Chance auf Bleiberecht. Dennoch werden die wenigsten Erfolg haben, und das hat viel mit Pech zu tun: Sie sind zufällig auf einem Zürcher Tisch gelandet. “Ich habe hier Anträge, die in anderen Kantonen ohne weiteres gutgeheissen würden”, ärgert sich der Anwalt. “Hier in Zürich scheint sich die Haltung zu etablieren, dass jeder Ausländer ohne höhere Bildung, der das Land verlässt, ein Gewinn ist.”

Abgewiesen aus demografischen Gründen?

Einer der Papierstapel gehört zu Mar Cissé. Er hat nicht nur das Pech, aus einem Nicht-OECD-Staat zu kommen, was die Grenzen des Westens für ihn undurchdringlich macht, auch ist er ein alleinstehender Mann in mittleren Jahren. Das raubt ihm fast jegliche Chancen auf eine Zukunft in der Schweiz. Trotzdem: Er wollte es versuchen. Er musste. Seine Geschichte ist lang (Tink berichtete), sie endete nun wie viele andere: Mar muss gehen. Er bekam Unterstützung, von der andere nur träumen können, und sie beweist, wie sehr er sich für die hiesige Gesellschaft engagiert hat: Vertreter des kantonalen Integrationsamtes, der Ustermer Stadtpräsident und ein Komitee namhafter Politiker von Links bis in die konservative Mitte haben sich für ihn eingesetzt und ein Bleiberecht gefordert. Dennoch hat der Regierungsrat nun das letzte Wort gesprochen: Dass Mar für viele Integrationsstellen unverzichtbar ist, soll “als einziger Grund” nicht gelten. Und alle anderen Gründe gelten auch nicht. So einfach ist das. Weder er selbst noch sein Anwalt können den Entscheid verstehen, letzterer bezeichnet ihn als Zeichen der “rigiden Haltung bezüglich Härtefällen” im Kanton Zürich.

Und nun? Die rechtlichen Mittel sind ausgeschöpft. Es bleibt nur eines:  Mar muss sich gültige Papiere besorgen, seine hohen Anwalts- und Verfahrenskosten bezahlen, wobei sich die Frage stellt, wie er das tun soll, da er seit Jahren keine Arbeitsbewilligung mehr hat, seine Wohnung künden, sich verabschieden und und darauf warten, ob der Ausreisebefehl ihm allenfalls noch zwei, drei Wochen Schonfrist lässt. Dann geht es zurück nach Senegal, wo keiner mehr ist, der Freund oder Familie war. 10 Jahre sind eine lange Zeit. Nicht für den Zürcher Regierungsrat.

Benefiz-Konzert

Das Komitee um Mar Cissé organisiert ein Benefiz-Konzert, das ihm helfen soll, die vielen Rechnungen zu bezahlen, die sich während des langwierigen Verfahrens angesammelt haben.  Das bedeutet: Ihr könnt etwas tun! Feiern für einen guten Zweck. Afrikanische und Schweizerische Musik am Samstag, 16. Januar, 20 Uhr im Qbus in Uster. Eintritt: 20.-/15.-. Türöffnung: 19.30 Uhr. Infos zum Anlass und den Bands sowie Tickets im Vorverkauf auf www.mar-muss-bleiben.ch.vu

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High-School Liebe einmal anders

Der Film “Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen” ist einer der Überraschungshits 2008 aus Amerika. Bereits am Premiere-Wochenende in der USA lockte er Tausende, vor allem junge Leute in die Kinos. In der Schweiz sind die als Weltbestseller verkauften Buchvorlagen von Stephenie Meyer aber lange nicht so bekannt wie in Übersee. Hat der Film trotzdem das Potenzial, auch in der Schweiz ab dem 5. Februar 2009 andere Blockbuster in den Schatten zu stellen?

Sonderbare Gestalten

Die Eltern von Bella Swan (Kristen Stewart) sind geschieden. Als ihre Mutter beschliesst, sich mit ihrem neuen Partner, einem Baseballstar, auf Tour zu begeben, wird die Tochter zum Vater in das kleine Dorf Forks abgeschoben. Im vernebelten kleinen Städtchen findet sie jedoch schnell neue Freunde. Ihre Aufmerksamkeit gewinnt vor allem Edward (Robert Pattinson), ein Sohn der berüchtigten Cullen-Familie: Die sonderbaren Gestalten dieser Familie bleiben meist unter sich, kommen bei schönem Wetter nie zur Schule und haben bei den Ureinwohnern den Ruf, alles andere als menschlich zu sein. Umso erstaunlicher ist es, dass sich Edward auf die schöne Bella einlässt. Doch kann eine solche Liaison gut gehen? Kann ein Vampir wie Edward eine Normalsterbliche vor Seinesgleichen schützen?

Fantasy bis Romanze

Die Story ist simpel und vorhersehbar. Sowohl die Vampire als auch die Menschen in ihrer Umgebung verhalten sich so, wie man es erwartet. Wer einen typischen Vampirfilm erwartet, wird jedoch enttäuscht sein. Twilight ist eine Teenie-Romanze mit Fanatsy-Aspekten, die eventuell nur bei pubertierenden Mädchen und Fans von Schönling-Schauspieler Robert Pattinson gut ankommen kann. Etwa zwanzig Prozent des Films bestehen aus Szenen, in welchen sich die beiden Protagonisten in Zeitlupe näher kommen, jedoch meist unterbrochen werden. Diese Szenen werden vermutlich viele Zuschauer ungewollt zum Lachen bringen. Humorvolle Szenen sind sonst ziemlich spärlich vorhanden. Eher platt ist das Ende, das man nach den ersten fünf Filmminuten erahnen kann. Der Film erscheint in passend kühlen Farben. Der Filmsoundtrack ist geprägt von sehr abwechslungsreichen Stücken des Filmkomponisten Carter Burwell und rockigen Songs von Paramore oder Linkin Park.

Fazit: Der Grosserfolg von Twilight ist hierzulande nicht zu erwarten. Wer jedoch auf Vampir-Romanzen oder die Buchvorlage von Stephenie Meyer steht, wird am Film seine Freude haben.

Info


"Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen" läuft ab dem 5. Februar 2009 in den Schweizer Kinos.

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Im Tram belauscht

Neulich sass ich also im Bus 747 von Klusplatz nach Witikon. In meinen Ohren zwei Stöpsel in der Hand eine Gratiszeitung, vor meiner Gratiszeitung zwei Damen so um die siebzig. Links die Dame mit den grau gelockten Haaren, in der Hand einen Schirm. Liebeswert, zurückhaltend. Ich nenne Sie mal Frau Meier. Rechts: Kurzhaarschnitt, dunkel gefärbt, tiefe, verrauchte Stimme, in der Hand eine Tragtasche. Typ: Familienoberhaupt. Sagen wir einfach das Familienoberhaupt von den Hubers. Frau Meier und Frau Huber sitzen also bei der Haltestelle “Klusplatz” und warten bis der Bus abfährt.

Frau Huber: Häsch de Schirm debi, hä.

Frau Meier: Ja hanen hüttemorge mitgno. Du villicht chunts ja no. Er hät Räge agseit.

Huber: (leicht verwundert) Ah hätter?

Meier: Ja momol.

Huber: Du wänn fahrt jetzt de Bus ab?

Meier: Am 12 ab. Das isch ebe jetzt de wo nöd überall haltet. Isch e chli schnäller.

Huber: Aja. Aber mir händ ja nöd pressant. Früener hämmer pressiert. Immer pressiert hämmer. Aber jetzt nüme. Neinei

Meier: Mhm…Du! Hüt hättmer d Andrea aglüte.

Huber: Die lüted der no vill a gäll?

Meier: Ja fasch jede Tag.

Huber: Also mini Tochter hät mer früener au immer aglüte. Aber jetzt nüme. Sit si da mit irem Dirigänt zäme isch. En Unmögliche säg ich dir! Nei also…

Meier: (lächelt) Aja?

Huber: (aufgebracht) En arrogante Cheib isch das säg ich dir! Also soo arrogant! Wüsst jetzt niemert wo de mag.

Meier: Wohneds dänn zäme?

Huber: (noch aufgebrachter) Nei zum Glück nöd! Das wärs ja no! Aber er wont im gliiche Huusblock. Go Zmittagässe chunt er zu ire. Si chocht em jede Tag.

Meier: (ungläubig) Nääi?

Huber: Doch. Weisch de isch ja jetzt no ide Scheidig mit sinere Alte, das choschted. Isch grad guet channer bi de Nina go ässe. Isch en cheibe Schmarozer. Aber si lat sich’s halt au gfalle.

Während Frau Meier noch den Kopf schüttelt kommt der Bus an der Carl-Spittelerstrasse in Witikon an. Ich steige mit den beiden Damen aus. Draussen regnet es.

Meier: Gsesch jetzt isch doch no guet hani de Schirm mitgno.

Kriegsherren ohne Land

Die Piraterie vor der Küste von Somalia ist schon länger ein Problem. Die Regelmässigkeit der Überfälle hat in den letzten Monaten jedoch stark zugenommen. Der Vorfall mit der Luxusyacht “Le Ponant” im April bildete den Anfang der breiten medialen Berichterstattung. Seither wurden elf weitere grosse Angriffe auf internationale Hochseeschiffe gemeldet – darunter die Kaperung des gigantischen Öltankers “MV Sirius Star” mit seiner 100 Mio. Dollar teuren Fracht. Nur vier dieser Überfälle konnten abgewehrt werden.

 

Geschäftsmänner und Kriegsherren

Im 21. Jahrhundert scheint die Vorstellung von Seeräubern, die gewaltsam Schiffe übernehmen und plündern, ziemlich absurd. Die modernen Piraten Somalias entsprechen jedoch nicht dem kitschig geprägten Bild romantischer Seeräuberei. Statt mit Schwertern und Kanonen kämpfen die somalischen Piraten mit Maschinengewehren und Raketenwerfern. Nicht Kompass und Fernrohr unterstützen die Navigation, sondern hochmoderne Navigationssysteme. Anführer sind nicht selbstbestimmte Rebellen, sondern profitsüchtige und korrupte Geschäftsmänner und Kriegsherren.

 

Rechtsfreier Raum

Ein Blick auf die somalische Geschichte widerspiegelt den Grund für die Anfänge der Seeräuberei im Roten Meer und im indischen Ozean. 1991 wurde der Diktator Siad Barre gestürzt – als Folge des Bürgerkriegs zwischen verschiedenen somalischen Clans, Kriegsherren und Milizen. Dieser Krieg wütet bis heute und verunmöglicht die Etablierung einer funktionierenden Zentralregierung. Als Folge davon ist das Hoheitsgewässer von Somalia ein rechtsfreier Raum. Unter dieser Prämisse kam es zum illegalen Fischfang durch ausländische Schiffe, was zum Widerstand vieler einheimischer Fischer führte. Was mit dem Beschützen der Hoheitsgewässer begann, endete jedoch mit Plünderungen ausländischer Schiffe.

 

Schweiz involviert

Kürzlich ist ein Schweizer Frachtschiff von somalischen Seeräubern verfolgt worden – eine Premiere in der jüngeren Geschichte. Dieser  Vorfall löste grosse Unsicherheit, Unverständnis und Angst aus. Politische Reaktionen folgten: Der Bundesrat prüft laut Recherchen der “SonntagsZeitung” einen polizeilichen Einsatz von Schweizer Soldaten in Somalia. Eine Teilnahme am noch jungen EU-Plan gegen Piraterie (Operation “Atalanta”) ist sinnvoll: Die Schweiz verfügt über keine Marine. Die einzige Möglichkeit, den 35 Schiffen der Schweizer Hochseeflotte einen gewissen Schutz zu gewährleisten, ist die Beteiligung an der EU-Aktion. Dies würde die Handlungsbereitschaft der Schweiz bei tatsächlichen Bedrohungen verdeutlichen.

Das Problem der Piraterie wird jedoch weiter bestehen bleiben. Erst das Ende des Bürgerkrieges und die Etablierung einer seriösen Regierung in Somalia würden die Grundlage für ein wirkungsvolles Vorgehen gegen die lokale Piraterie bieten. Krieg und Korruption haben Somalia – eines der ärmsten Länder der Welt – jedoch fest im Griff.

Kriegsherren ohne Land

Die Piraterie vor der Küste von Somalia ist schon länger ein Problem. Die Regelmässigkeit der Überfälle hat in den letzten Monaten jedoch stark zugenommen. Der Vorfall mit der Luxusyacht “Le Ponant” im April bildete den Anfang der breiten medialen Berichterstattung. Seither wurden elf weitere grosse Angriffe auf internationale Hochseeschiffe gemeldet – darunter die Kaperung des gigantischen Öltankers “MV Sirius Star” mit seiner 100 Mio. Dollar teuren Fracht. Nur vier dieser Überfälle konnten abgewehrt werden.

 

Geschäftsmänner und Kriegsherren

Im 21. Jahrhundert scheint die Vorstellung von Seeräubern, die gewaltsam Schiffe übernehmen und plündern, ziemlich absurd. Die modernen Piraten Somalias entsprechen jedoch nicht dem kitschig geprägten Bild romantischer Seeräuberei. Statt mit Schwertern und Kanonen kämpfen die somalischen Piraten mit Maschinengewehren und Raketenwerfern. Nicht Kompass und Fernrohr unterstützen die Navigation, sondern hochmoderne Navigationssysteme. Anführer sind nicht selbstbestimmte Rebellen, sondern profitsüchtige und korrupte Geschäftsmänner und Kriegsherren.

 

Rechtsfreier Raum

Ein Blick auf die somalische Geschichte widerspiegelt den Grund für die Anfänge der Seeräuberei im Roten Meer und im indischen Ozean. 1991 wurde der Diktator Siad Barre gestürzt – als Folge des Bürgerkriegs zwischen verschiedenen somalischen Clans, Kriegsherren und Milizen. Dieser Krieg wütet bis heute und verunmöglicht die Etablierung einer funktionierenden Zentralregierung. Als Folge davon ist das Hoheitsgewässer von Somalia ein rechtsfreier Raum. Unter dieser Prämisse kam es zum illegalen Fischfang durch ausländische Schiffe, was zum Widerstand vieler einheimischer Fischer führte. Was mit dem Beschützen der Hoheitsgewässer begann, endete jedoch mit Plünderungen ausländischer Schiffe.

 

Schweiz involviert

Kürzlich ist ein Schweizer Frachtschiff von somalischen Seeräubern verfolgt worden – eine Premiere in der jüngeren Geschichte. Dieser  Vorfall löste grosse Unsicherheit, Unverständnis und Angst aus. Politische Reaktionen folgten: Der Bundesrat prüft laut Recherchen der “SonntagsZeitung” einen polizeilichen Einsatz von Schweizer Soldaten in Somalia. Eine Teilnahme am noch jungen EU-Plan gegen Piraterie (Operation “Atalanta”) ist sinnvoll: Die Schweiz verfügt über keine Marine. Die einzige Möglichkeit, den 35 Schiffen der Schweizer Hochseeflotte einen gewissen Schutz zu gewährleisten, ist die Beteiligung an der EU-Aktion. Dies würde die Handlungsbereitschaft der Schweiz bei tatsächlichen Bedrohungen verdeutlichen.

Das Problem der Piraterie wird jedoch weiter bestehen bleiben. Erst das Ende des Bürgerkrieges und die Etablierung einer seriösen Regierung in Somalia würden die Grundlage für ein wirkungsvolles Vorgehen gegen die lokale Piraterie bieten. Krieg und Korruption haben Somalia – eines der ärmsten Länder der Welt – jedoch fest im Griff.

Rätsel um die Vaterschaft

Ihren Mann hat die junge Sophie (Amanda Seyfried) bereits gefunden. Doch als ihre Hochzeit naht, wünscht sich die junge Frau nichts sehnlicher, als von ihrem leiblichen Vater zum Altar geführt zu werden. Dafür wäre es aber gut zu wissen, wer er ist. Leider hat ihre Mutter Donna (Meryl Streep) dieses Geheimnis nie gelüftet. Davon lässt sich Sophie aber nicht abhalten. In den Tagebüchern ihrer Mutter liest sie von drei potenziellen Vätern (gespielt von Colin Firth, Pierce Brosnan und Stellan Skarsgård) und lädt sie kurzerhand alle zu ihrer Trauung ein. Donna hat keine Ahnung von den Plänen ihrer Tochter. Und so führt die Ankunft des Trios zu turbulenten Verwicklungen. Wer sich eine lockere Unterhaltung wünscht und dabei von grossen Klassikern der Musikgeschichte verzaubert werden will, liegt mit dem eben auf DVD erschienen Musicalfilm “Mamma Mia!” genau richtig. Eine lose Handlung bildet den Rahmen für respektable gesangliche Leistungen der Schauspielgarde und witzige Tanzszenen. Langeweile kommt erst gar nie auf, aber man sollte sich vorher lieber die Stimmbänder aufwärmen, bevor man sich in die Couch kuschelt.

Sing-along

Als Erstes fällt bei den Extras auf, dass die DVD eine “Sing-mit”-Option besitzt. Man kann sich dabei den ganzen Film anschauen und die mitreissenden ABBA-Lieder in Karaoke-Manier mitsingen. Und dieses Special lässt sich nicht lumpen, denn selbst auf einem kleinen Fernseher ist der Text noch genug gross, um sich nicht vor den Fernseher knien zu müssen.  Wem der Film die Stimmbänder zu sehr strapaziert, hat die Möglichkeit die Lieder einzeln in der “sing-along”-Version anzuwählen. Zusammen mit dem üblichen Bonusmaterial wie zum Beispiel einem Making Of sowie Unveröffentlichten Szene bietet diese DVD genug Stoff, um Film-Fans, Abba-Liebhaber und Karaoke-Begeisterte gleichermassen glücklich zu machen.

Info


Die DVD "Mamma Mia!" ist seit November 2008 im Handel erhältlich. Online zum Beispiel bei cede.ch, exlibris.ch oder weltbild.ch