Gesellschaft | 17.11.2008

Von Kinderbaustellen und Sommerwochen

Text von Lena Tichy
Am 8. November wurden in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn 15 soziale Projekte vorgestellt. Die "Interkulturellen kreativen Sommerwochen" des Vereins "Idemo" nahmen schlussendlich den youngCaritas Award mit nach Hause.
Das Gewinnerteam: Die jungen Männer und Frauen vom Verein "Idemo" freuen sich mit Hugo Fasel, dem Direktor von Caritas Schweiz über ihren Pokal. Fotos: Pia Zanetti Die Jugendlichen des Projekts "Kinderbaustelle Aarau" zeigen auf der Bühne wie demokratisches Bauen funktioniert.

Er soll das soziale Engagement von jungen Menschen auszeichnen: Der youngCaritas Award. Dieses Jahr ging er an die Initiantinnen und Initianten der „Interkulturellen kreativen Sommerwochen“, die gemeinsam mit Jugendlichen in Bosnien-Herzegowina Kinderplätze bauen, Theater spielen oder Workshops in den Bereichen Kunst, Musik und Sport durchführen. Die Jury des youngCaritas-Award hatte die Qual der Wahl: Fünfzehn Projekte, an denen über 150 Jugendliche mitgearbeitet haben, standen zur Auswahl. Das Spektrum war dabei beachtlich: Vom Projekt „CompiSternli“, bei dem Primalschulkinder in ihrer Freizeit Computerkurse für ältere Menschen anboten, über das „Easy-Abstimmungsbüechli“ mit dem sich junge Menschen über die aktuellen Volksabstimmungen informieren können, bis hin zu „Comedy for Caritas“, bei dem sechs Schüler einen Comedy-Abend zu Gunsten der Caritas organisierten.

Bemerkenswerte Ergebnisse
Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner des Awards sind die jungen Mitglieder des Vereins „Idemo“ (Bosnisch: „Lasst uns beginnen“).  Bereits zum siebten Mal hat der Verein dieses Jahr in zwei Gemeinden in Bosnien interkulturelle kreative Sommerwochen organisiert. Dabei setzten junge Bosniaken und Schweizer ihre Ideen in die Tat um: Sportplätze wurden renoviert, Parkanlagen geputzt, Theater und Musik gespielt, Häuser poetisch verschönert, Feste gefeiert und Workshops veranstaltet. Die jungen Frauen und Männer kümmerten sich dabei sowohl um eine sorgfältige Planung als auch um die Finanzierung und suchten den Kontakt mit den Behörden vor Ort. Nicht zuletzt informierten sie auch die lokalen Medien, um auf ihr Projekt aufmerksam zu machen. Auf diese Weise haben die Sommerwochen nicht nur zu vielen Begegnungen zwischen den Kulturen geführt, sondern auch die Eigenverantwortung und das Selbstwertgefühl aller Beteiligten gestärkt.

Neben dem youngCaritas Award gab es am 8. November auch den Publikumspreis zu gewinnen. Den bekamen die Jugendlichen der „Kinderbaustelle Aarau“ verliehen. Das Projekt hat während dreier Monate Kindern ermöglicht, ein unbebautes Stück Land frei nach ihrem Wissen und Wünschen zu gestalten. Die Baustelle gab den Kindern die Chance, ihren eigenen Lebensraum zu schaffen, zu experimentieren, zu proben und auch Grenzen zu testen. Das Stück Brachland wurde während dreier Monate eine sich ständig verändernde Kinderstadt. Derart im Baufieber, war es kein Wunder, dass die anwesenden Jugendlichen des Projekts auf der Bühne des Kofmehl gleich direkt vorführten, wie das Bauen so vor sich ging.

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