Kultur | 24.11.2008

„Ich bin ein braves Mädchen“

Text von Jill Zimmerli | Bilder von www.poplexikon.com
Shootingstar Sara Bareilles erzählt Tink.ch wie es ist, berühmt zu werden und weshalb sie mit KT Tunstall zusammenarbeiten möchte.
"Ich bin ein braves Mädchen und habe keine dunklen Geheimnisse."
Bild: www.poplexikon.com

Sara Bareilles, das nette Mädchen von nebenan. Dieses Image strahlt Sie nicht nur auf ihrem Album-Cover aus, sie ist es wirklich. Bei einem gemütlichen Gespräch im Kaufleuten erzählte Sie über Vorbilder, den Mickey Mouse Club und beklemmende Interviews.

Wenn ich sage, du lebst deinen Traum, würdest du mir zustimmen?

Absolut. Ich muss mich immer kneifen um zu begreifen, dass das alles wahr ist. Ich bereise die ganze Welt und kann meine Musik den Menschen präsentieren. Diese Möglichkeit ist die grösste Ehre, die man haben kann.

Hattest du einen ruhigen Moment, seit dein Album „Little Voice“ erschienen ist?

Ich versuchte diese Momente zu bekommen, hatte jedoch noch keine grosse Pause. Seit der Veröffentlichung sind wir auf Tour. Aber ich versuche zurzeit einfach alles in mich aufzusaugen und denke gar nicht an Pause.

Weißt du, wann du wieder mal nach Hause gehst?

In drei Tagen. Danach habe ich etwa zweieinhalb Wochen Zeit mich zu erholen. Ich freue mich schon riesig.

Du standest schon mit vielen grossen Bands auf der Bühne. Gibt es einen Moment, den du nie mehr vergessen wirst?

Oh ja! Wir sind kürzlich mit den Counting Crows unterwegs gewesen. Ich bin ein grosser Fan dieser Band. Während des Konzerts haben sie uns auf die Bühne geholt, über die gesamte Tour gesehen etwa  sechs oder sieben Mal. Wir konnten zusammen singen, es war einfach unglaublich!

Ist es wahr, dass du ein Vorsingen beim Mickey Mouse Club hattest?

Das ist wahr (schmunzelt). Ich war total besessen davon und fuhr deshalb zum Vorsingen. Bekanntlich habe ich es nicht geschafft. Doch damals wäre es mein Traum gewesen.

Wenn du zurückblickst, bist du froh, dass es nicht geklappt hat?

Ich denke schon. Ich glaube, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Ich blicke nicht oft zurück, da das nur Energie kostet. Aber ich bin froh, dass es so gekommen ist.

Ich habe gelesen, dass du unbedingt mit KT Tunstall arbeiten möchtest. Warum gerade sie?

Sie ist eine geniale Songwriterin. Ich habe Sie einige Male live gesehen und ich fühle mich zu ihrer Musik hingezogen. Sie ist jemand, den ich bewundere, da sie sich auf der Bühne sehr wohl fühlt. Ich würde mit meiner Musik gerne eine ähnliche Wirkung erzielen wie sie mit der ihrigen.

Also ist Sie eine Art Idol für dich?

In gewissen Dingen schon. Es gibt einige geniale Frauen im Musikbusiness, die Vorbilder für mich darstellen.

Als du das erste Mal deinen Song am Radio gehört hast, wie war das für dich?

Es war ein unglaubliches Gefühl. Es gibt übrigens ein Video auf unserer Website über diesen Tag. Die ganze Band war zusammen in einem Van und alle telefonierten mit ihren Freunden und waren total aufgeregt.

Mit dem Erfolg wirst du immer berühmter und jeder möchte das kleinste Detail deiner Person erfahren. War es anfangs schwierig dich gegenüber den Medien zu öffnen?

Ich fühle mich nicht, als ob ich unter einem Mikroskop liege und jeder alles wissen möchte. Ich sehe es eher als ein Privileg an und fühle mich geehrt in dieser Situation zu sein. Ich bin ein braves Mädchen und habe keine dunklen Geheimnisse.

Bist du ein anderer Mensch wenn du auf der Bühne stehst?

In gewissen Dingen ja. Doch ich sage einfach was ich denke. Es gibt Künstler, die haben eine Art Bühnen-Charakter. Ich habe das nicht. Man könnte aber sagen, dass ich auf der Bühne mutiger bin.

Hattest du einmal ein Interview bei dem du dachtest: Hilfe, ich möchte nur noch hier raus?

Davon gab es schon viele. Das schlimmste für mich ist, wenn ich merke, dass die Leute sich nicht die Zeit genommen haben, sich über mich zu informieren. Oder wenn Sie sehr persönliche Fragen stellen. Ich erzähle schon ein wenig über mein Privatleben, aber ich bin vor allem hier, um über meine Musik zu sprechen. Manche Interviewer sind auch unfreundlich.

Hast du selbst mal ein Interview geführt?

Ja, aber nur einmal, als ich für die Schülerzeitung meiner Uni schrieb. Ich habe ein Interview mit einer Band geführt. Ich war so nervös – es war der Horror.

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