Politik | 24.11.2008

„Freiraum lassen“

In der Arbeitsgruppe "Wert der Arbeit" wurde die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen thematisiert. Tink.ch traf Gruppenleiter Martin Sigrist und die Teilnehmehrinnen Gabriela Dunst und Luisa Jakob zum Interview.
Martin Siegrist, 29, Assistent für Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und während der Jugendsession Arbeitsgruppenleiter.
Bild: Matthias Rüby Gabriela Dunst, 17, Mitglied bei der JUSO Glattal und Jugendsessionsteilnehmerin. Fotos: Christina Vogt Luisa Jakob, 17, Co-Präsidentin ihrer Schülerorganisation in Olten und Jugendsessionsteilnehmerin.

Was hat euch dazu bewegt, bei der diesjährigen Jugendsession mitzumachen?  

Gabriela: Meine beste Kollegin hat mich dazu animiert. Ich bin schon länger politisch interessiert und sie hat mir aufgezeigt, wie wichtig es für uns Jugendliche ist, sich aktiv zu engagieren. Die Jugendsession ist eine coole Sache.  

Luisa: Ich interessiere mich für Geschichte und bin schon länger bei der Schülerorganisation aktiv. Ich will mich für meine Rechte persönlich einsetzen und dem politischen Geschehen nicht einfach tatenlos zusehen. Die Jugendsession ist daher für mich eine ideale Plattform, um mich mit anderen Jugendlichen auszutauschen.

Martin: 1998 war ich das erste Mal als Teilnehmer dabei. Später war ich im OK und als Gruppenleiter aktiv. Es macht mir Spass, mit den Jungen zu arbeiten. Es ist nicht immer einfach, jedoch enorm spannend. Bei dieser Arbeit ist es wichtig, nicht zu viele Grenzen zu setzen, sondern genügend Freiraum zu lassen. Es ist ein Balanceakt zwischen Diziplin und Kreativität. Ich freue mich über den Vorschlag, den wir dieses Jahr ausgearbeitet haben.  

Habt ihr eine klare politische Ausrichtung?  

Luisa: Ich möchte mich noch nicht festlegen. Die SP und die Grüne Partei sprechen mich an, mal abwarten…  

Martin: Mein Ziel ist hier eine Vermittlerfunktion, darum ist es mir wichtig, politisch neutral zu sein. Natürlich ist es nicht immer ganz einfach, aber ich gebe mir alle Mühe.

Gabriela: Ich bin Mitglied der JUSO Glattal. Im Moment ist der Stresslevel in der Schule jedoch sehr hoch und daher bin ich nicht so aktiv, wie ich mir das wünschen würde.  

Wie beurteilt ihr die Arbeit in eurer Arbeitsgruppe?  

Martin: Es wurde viel diskutiert, die Teilnehmer waren aktiv und kreativ. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass man sich besser zuhört hätte. Am Anfang gab es viele verschiedene Szenarien, plötzlich kam die Wende und wir fanden einen realistischen Lösungsansatz. Sehr gefreut hat mich die aktive Teilnahme von Joe Lang, dem Nationalrat der Alternativen Partei. Er hat versprochen, uns bei der Umsetzung im Parlament zu unterstützen. Wir zählen auf seine Mithilfe und hoffen, dass unser Vorschlag effektiv umgesetzt werden kann.  

Luisa: Das Thema ist sehr aktuell und für uns alle von Bedeutung. Mir hat es Spass gemacht, dabei zu sein und zu sehen, wie viele innovative und kreative Ideen in so einer Gruppe entstehen können. Natürlich hoffe ich, dass unsere Vorschläge Früchte tragen werden.  

Gabriela: Die Arbeitsgruppe war cool. Ich bin zufrieden mit unserer Arbeit. Ich hatte mich am Anfang auf andere Themen wie Lohnunterschiede vorbereitet. Ich war erstaunt, dass wir uns auf die Gleichstellung zwischen Mann und Frau einigten. Ich weiss nicht, wie sinnvoll und durchsetzbar unser Vorschlag ist. Sicher ist die Umsetzung schwierig. Wir haben unser Bestes gegeben und versucht, neue Wege zu finden. Nun hoffen wir natürlich, dass diese von den Politikern auch beschritten werden.