Kultur | 24.11.2008

Ein nicht ganz unerwarteter Sieg

Text von Tobias Lengen | Bilder von Upcoming Filmmakers
Nun stehen die Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Jungfilmfestivals Luzern - Upcoming Film Makers - fest. Den Hauptpreis gewannen die Luzernerin Claudia Röthlin und der Urner Adrian Flückiger mit ihrem Animationsfilm "What's Next?".
Tobias Kubli mit dem Luzerner Nachwuchsfilmpreis.
Bild: Upcoming Filmmakers

Mit der Preisverleihung erreichte das 7. Schweizer Jungfilmfestival Luzern am Samstagabend seinen Höhepunkt. Der Animationsfilm „What’s Next?“ von Claudia Röthlin und Adrian Flückiger war dabei der grosse Abräumer – nicht ganz unerwartet, denn der Film gewann bereits im Vorfeld des Upcoming Film Makers eine handvoll Preise an nationalen und internationalen Festivals. Für den knapp 4-minütigen Kurzfilm, der durch seine raffinierte Erzählweise und feine Machart überzeugt, arbeiteten die beiden jungen Filmemacher volle vier Monate. „What’s Next?“ begeisterte nicht nur das Publikum, sondern gewann auch die Herzen der Jury auf Anhieb. Das Gremium mit Patrick Frey (Auto und Schauspieler), Florian Keller (Filmredaktor) und Jadwiga Kowalska (Gewinnerin des letztjährigen Luzerner Filmpreises) war insbesondere angetan von der originellen Geschichte und lobte die ausgeprägte Liebe zum Detail. Im Gewinnerfilm unterlaufen einem Kidnapper einige Missgeschicke beim Versuch, ein Erpresservideo herzustellen. Zum Schluss entpuppt sich aber der Kidnapper als gar nicht so gefährlich.

„Die Arbeit am Film hat uns  extrem viel Spass bereitet“, versicherte der glückliche Gewinner Adrian Flückiger, „es ist toll, dass der Film auch beim Publikum und den Juroren so gut ankommt“. Gefragt nach der Vorgehensweise der beiden Jungfilmenden erklärte Claudia Röthlin: „Jeder von uns hat eine Figur entwickelt. Mit der Zeit beginnt man, seine Figuren richtig gern zu haben.“ Die strahlenden Gewinner des Luzerner Filmpreises durften nebst den 1’500 Franken Preisgeld einen brandneuen Laptop entgegennehmen. Den Luzerner Nachwuchsfilmpreis erhielt Tobias Kubli aus Affoltern am Albis. Sein Film „Lifetime“ überzeugte die Jury durch die einfache und gradlinige Machart. Die Jurorin Jadwiga Kowalska ermunterte Tobias Kubli für weitere Projekte: „Das ist ein vielversprechender Film, wir wollen in Zukunft mehr von Dir sehen.“

Film-Frühstück am Sonntagmorgen

Zu den weiteren Preisträgern zählten „Dia y Nada“ von Lorenz Merz mit seinen wunderbaren Bildern (2. Rang) und das atmosphärische Drama „Ich träume nicht auf Deutsch“ von Ivana Lalovic aus Zürich (3. Rang). Spezialpreise gingen an Michael Werder mit „WALO“ (Beste Satire), Stefan Muggli mit „Alice Paris“  (Beste Kamera), Luca Zuberbühler mit QFTV (Beste Idee), Anna Thommen mit „Second Me“ (Bester Dokumentarfilm), Daniel Zwimpfer mit „Manfred“ (Bester Humor) und Lars Henning mit „Security“ (Beste Regie). Der Publikumspreis wurde dieses Jahr doppelt vergeben, da „What’s Next?“ und „Second Me“ von Anna Thommen aus Basel die genau gleiche Anzahl Stimmen erreichten.

Auch dieses Jahr war das Schweizer Jungfilmfestival Luzern – Upcoming Film Makers ein Erfolg und zog zahlreiche junge Filmemacher und Interessierte an. Zum Rahmenprogramm des diesjährigen Festivals zählten unter anderem eine Movielounge am Freitagabend, ein Workshop zum Thema «Vom Rohmaterial zum fertigen Film» und die Movieparty am Samstag. Zum Abschluss des 7. Schweizer Jungfilmfestivals gab es im Rahmen von „Breakfast & Cinema“ am Sonntagmorgen in einem Best Of-Block die Highlights des diesjährigen Festivals noch einmal zu sehen.

Über das Festival


Das früher unter dem Namen Innerschweizer Filmtage (IFT) bekannte Schweizer Jungfilmfestival Luzern – Upcoming Film Makers bietet dem Schweizer Film nun schon seit 23 Jahren eine Plattform. Ziel des Jungfilmfestivals ist es, junge einheimische Filmschaffende und damit die Schweizer Filmkultur zu fördern. Einmal jährlich wird Jungfilmenden und Filmbegeisterten eine Plattform geboten, ihre Werke zu präsentieren, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Das vom Verein Jungfilm organisierte Upcoming Film Makers ist das einzige Jungfilmfestival der Zentralschweiz und daher für die Kultur- und Jugendförderung von grosser Bedeutung.

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