Kultur | 06.10.2008

Zurück zu den Wurzeln

Text von Laura Kissling | Bilder von eskobar.com
Um ihr neues Album "Death in Athens" vorzustellen kommen Eskobar auch in die Schweiz. Am 15. und 16. Oktober spielen sie in Zürich und Basel.
Sänger Daniel Bellqvist (Mitte) und Gitarrist Frederik Zäll (links) sowie Schlagzeuger Robert Birming sind mit ihrem neuen Album "Death in Athens" zurück auf der internationalen Bühne.
Bild: eskobar.com

Bei Eskobar handelt es sich nicht, wie das häufig üblich ist,  um ein von Produzenten zusammengestellte Retortengruppe, sondern um ein reines Naturprodukt, das aus einer Schülerband hervorgegangen ist. Den Erfolg mussten sich die drei Bandmitglieder Schritt für Schritt erarbeiten. Auf Tourneen in kleinen Hallen und Clubs, als Vorgruppe eines bekannteren Künstlers oder auch auf Festivals. Auf den ersten Blick wirkt das Trio aus der Stockholmer Vorstadt Åkersberga eher alternativ – eine Band, die nicht das Ziel hat, die vordersten Plätze der Charts zu stürmen, eben einfach anders sein will.

Die Augenbinde abgelegt

Obwohl ihnen mangels Alternativen immer wieder das Pop-Etikett umgehängt wird, ist es nicht möglich, sie in eine Schublade zu schieben. Ob Jazz, Funk, Pop – Eskobar nehmen in ihre Songs alles auf was ihnen gefällt. Das 2000 erschienene Debüt „Til We’re Dead“ definierte den Stil von Eskobar. Vollgepackt mit wunderschön melancholischen Songs eroberte die Band damit auch schnell die Charts weit über die Grenzen von Schweden hinaus. Unerwartet enttäuschend für die Fans folgten danach zwei weitaus kommerziellere und poppigere Alben. Die Frage ob Eskobar wieder zu ihrem unverkennbaren Stil zurückfinden, beschäftigte viele. 2006 meldete sich die Band dann mit ihrem vierten, schlicht betitelten Album „Eskobar“ zurück. Es war das erste Album, das die Band unter ihrem eigenen Plattenlabel veröffentlichte, ein Neustart sozusagen, und zugleich ein Schritt zurück zu ihren musikalischen Anfängen. Sänger Daniel Bellqvist dazu: „Wie die meisten jungen Bands haben wir am Anfang alles imitiert, was uns zu Ohren gekommen ist. Irgendwann haben wir dann unsere Augenbinde abgelegt und es gewagt, unsere eigene Musik zu machen.“

Mit ihrem kürzlich erschienen Album „Death in Athens“ präsentieren Eskobar ein Werk, das zu gut ist um unerwähnt zu bleiben, aber auch etwas schwach, um an den Erfolg ihres Erstlings anzuknüpfen. Auch wenn auf dem neuen Album ein ultimativer Hit wie einst „Someone New“ fehlt, gibt es doch keine Schwachstellen. Wunderschöne Melodien mit skandinavischer Traurigkeit ist das Rezept von „Death in Athens“, ähnlich wie eine schöne Tasse heisser Tee, die den Körper wärmt und die Seele entspannt. Genau die richtige Untermalung für das gemütliche Chillen nach einem stressigen Tag. Umso erfreulicher, dass das Trio in einer Woche eine kleine Tournee durch Österreich, Deutschland und die Schweiz startet. Am 15. Oktober besucht die Band das Rohstofflager Zürich,  am 16. Oktober spielt sie im Volkshaus Basel.

Wettbewerb


Tink.ch verlost 2×2 Tickets. Einfach ein Mail an tatjana.rueegsegger@bluewin.ch und hoffen dass es klappt!

Links