Kultur | 20.10.2008

„Unbegrenzte Möglichkeiten“

Text von MZ
Es gibt wahrscheinlich nicht viele Figuren, die der Luzerner Sipho Mabona nicht als Origami darstellen kann. Der 28-jährige Origami-Künstler sieht in einem Blatt Papier «unbegrenzte Möglichkeiten«.
Diese Koi-Karpfen sind aus handgeschöpftem Papier angefertigt. Fotos: Sipho Mabona Der Künstler mit einem seiner Werke, einem Kugelfisch aus Papier. Ein Tiger, der gefährlich lebendig aussieht. Dieses eklige Insekt ist aus Papier. Diese Skulptur ist über einen halben Meter gross. Ist das wirklich eine Lampe?

Origami ist die aus Japan stammende Kunst des Papierfaltens, bei der aus einem Blatt Papier Objekte entstehen wie zum Beispiel Tiere oder geometrische Körper. Klebstoffe und Schere sind bei dieser Kunstform absolut tabu. Figuren aus der Tierwelt wie zum Beispiel Koi-Karpfen, aber auch Pokale und Mikroskope oder Skulpturen entstehen beim Luzerner Origami-Künstler Sipho Mabona aus einem Blatt Papier. Ideen holt sich der ehemalige Primarlehrer aus seiner Umgebung: Die Natur, ein Film, ein Designmagazin oder auch das Internet dienen ihm als Inspirationsquellen. Neben gegenständlichen Figuren wie zum Beispiel Fischen gehören auch abstrakte Objekte, die keine konkrete Figur darstellen, zum Repertoire des jungen Künstlers. In Zukunft möchte Mabona aussserdem aus papierähnlichen Kunststoffen Origami-Kleidung falten. Mit seinen Tier- oder Ding-Figuren will Mabona die Betrachterinnen und Betrachter zum Staunen bringen, aber auch Gefühle wie Ekel oder Freude provozieren. Er bemerkt: „Meine Insekten sollen als eklig und meine Spatzen als süss empfunden werden. Bei Figuren, die nicht direkt etwas darstellen, geht es mir um einen harmonischen Gesamteindruck.“

 

Iventus als Manager

Die junge Kultur und Eventagentur Iventus unterstützt den Origami-Künstler, das heisst organisatorische Angelegenheiten wie zum Beispiel Medienberichte, Reisen und Workshops werden von der Agentur geregelt. Der Gründer und Projektleiter von Iventus, Gregor Erismann, betont: „Der Künstler zeichnet sich vor allem durch seine Vielfältigkeit aus. Sipho Mabona kann für jeden Anlass etwas Spezielles schaffen und wird unter anderem für Workshops, Kurse, Show-Falten oder auch für Produktlancierungen gebucht“. Mabona kann zum Beispiel das Modell eines Druckers nachfalten, das schliesslich für eine Präsentation eingesetzt werden kann.

 

Psychologe und Origami-Künstler

Mabona, der neben seiner künstlerischen Aktivität ein Psychologiestudium absolviert, wendet seine Origami-Kenntnisse auch im Bereich des Industriedesigns an. Laut Mabona sind für das Entstehen von Origamis Ausdauer und Geduld notwendig. Mabona möchte in Zukunft auch monumentale Origamis für Installationen falten. Er nennt als Beispiel einen lebensgrossen Tiger, der vor einem Naturmuseum aufgestellt werden könnte. Obwohl Mabona schon als Kind Papierflieger bastelte, begann er erst mit 20 Jahren sich intensiv mit Origamis auseinanderzusetzen. Er selber betont: „Eigentlich hab ich fast alles aus Büchern oder dem Internet gelernt“. Zur japanischen Kunst, von welcher die traditionellen Origamis, vor allem die Kraniche, bekannt sind, meint Mabona: „Ich bin begeistert von ihrem ausgeprägten Sinn für Ästhetik.“

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