Sport | 06.10.2008

Fliptricks & Mute Grabs

Text von Stefanie Günther | Bilder von Beat Widmer
Zum 13. Mal feierten über 40'000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Landiwiese Zürich ihre Superstars aus dem Snowboard- , Skateboard-, Motocross- und Freeski-Zirkus.
Riders unter sich: Das Freestyle.ch auf der Zürcher Landiwiese.
Bild: Beat Widmer

Das diesjährige Freestye.ch begann eher kalt: Wind und tiefe Temperaturen dominierten am Freitagabend, aber immerhin gab es eine grössere Rampe sowie einen grösseren Kicker zu bestaunen. Den ersten Knall gab es, als Stadtrat Gerold Lauber den Stromknopf drückte und so den neuen „Big Air“ für den allerersten Sprung freigab. Der stand dem Freestyle-Champ 2007 zu: Stephan Maurer segelte über den frisch gefallenen Schnee und weihte ihn ein. Die Skateboarder läuteten dann die erste Contest-Runde in der viereinhalb Meter hohen und 17 Meter breiten Super-Halfpipe ein. Der Brasilianer Sandro Dias tanzte Samba in der neuen Halfpipe, sprang technisch schwierige Sprünge höher als alle anderen Rider und gewann die Qualifikation souverän vor dem Amerikaner Adam Taylor.

Um dem Publikum richtig einzuheizen, zeigte die amerikanische Punkband Goldfinger, was es heisst, Freestyle zu sein, bevor es bei den Snowboardern auf dem Big Air Kicker mit der ersten Qualifikationsrunde losging. Der junge Finne Peetu Piiroinen gewann die Qualifikation mit einem stylischen Backside Rodeo 7 und einem Cap 9. Die anderen drei Final-Startplätze gingen an den Österreicher Stefan Gimpl, den Deutschen Elias Elhardt und den Schweizer Reto Kestenholz.

Crossover-Session

Bei noch etwas bedecktem Himmel und nur wenig Sonnenschein ging es am Samstag bei den Skateboardern in der Halfpipe mit der zweiten Qualifikationsrunde los. Der „Freestyle-Champ 2007“ Rodrigo Menezes flog förmlich durch die neue Halfpipe und zeigte Fliptricks auf höchstem technischen Niveau. Damit machte er deutlich, dass er am Sonntag beim Kampf um den Titel ein Wörtchen mitreden wird. Bevor der Samstag mit dem Highlight des Events, der Crossover-Session, wo alle Disziplinen (Snowboard, Skateboard, Freeski und FMX) gegeneinander um Ruhm und Ehre kämpfen und das Publikum am Ende entscheidet, wer der König der Disziplinen ist, abgeschlossen wurde, rappten die Schweizer Truppe Breitbild vom Feinsten und das Publikum tobte. Unter einem Lichterrausch verfolgten die Zuschauer um 21.30 Uhr die beliebte Crossover-Session. Im Finale standen sich der Snowboarder Stephan Maurer, der Freeskier Simon Dumont, der FMX-Pilot Mat Rebeaud und der brasilianische Skateboarder Sandro Dias gegenüber. Das Publikum entschied zugunsten von Sandro Dias – dem brasilianischen Überflieger, der einen einzigartigen Judo 720° auf die Halfpipe legte. Damit holte Dias den „Crossover.Champ“-Titel für die Skateboarder und für ihn selber nach 2006 schon zum zweiten Mal.

Sandro Dias gewinnt mit hohen Flips

Mit einigen Nachwehen von der Party vom Vorabend fanden sich die Zuschauer und die Riders am Nachmittag wieder auf der Landiwiese ein. Auf dem Programm standen alle Finals und strahlender Sonnenschein. Die Finals wurden im Jam-Session-Format abgehalten; Die sechs Skateboardfinalisten hatten 20 Minuten Zeit, soviel Style oder Technik wie sie wollten, zu zeigen. Bei den FMX-Final Piloten standen je zwei Runs und bei den Freeskiern und den Snowboardern sogar jeweils 40 Minuten Zeit zur Verfügung, um alles zu geben. Die Skateboarder eröffneten den Finaltag. Der frisch gebackene „Crossover-Champ“ aus Brasilien, Sandro Dias, der Australier Renton Millar, der Amerikaner Neal Hendrix und der Brasilianer Rodrigo Menezes machten das Rennen um den Einzug in den Superfinal. Dabei lieferten sich Dias und Millar einen heissen Fight, den Sandro Dias mit einem Run gespickt mit hohen Tricks und Flips gewann.

Zu guter Letzt und bei schönstem Wetter waren nun auch die letzten 8 Snowboarder dabei, noch einmal alles zu geben und zeigten unglaublich anspruchsvolle Tricks und begeisterten das Publikum ein weiters Mal. Leider schafften es unsere letzten zwei Schweizer Finalisten und Publikumslieblinge Markus Keller und Reto Kestenholz nur auf Platz 6 und 8. Keller hatte mit dem langsamen In-Run zu kämpfen und konnte keinen seiner Tricks sauber stehen. auch Reto Kestenholz schien nicht seinen Glückstag zu haben, konnte er doch fast keinen seiner Tricks sauber ausführen. Das Superfinal machten somit der Schwede Hampus Mosesson, der Finne Peetu Piiroinen, der Amerikaner Scotty Lago und der Österreicher Stefan Gimpl unter sich aus. Der Österreicher Stefan Gimpl zeigte einen Frontside 1080 Mute Grab und holte sich damit zum ersten Mal den „Freestyle-Champ“ vor Hampus Mosseson und Peetu Piiroinen. Nach einer feuchtfröhlichen Siegerehrung war es dann leider auch schon wieder vorbei. Das 13. Freestyle.ch, der grösste Freestyle Event Europas, war erneut ein riesiger Erfolg.

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