Kultur | 20.10.2008

Film ab für mobiles Kinovergnügen

Text von Andrea Immler
Wolltest du schon immer gemeinsam mit dem halben Dorf einen Film schauen? Roadmovie, das mobile Kino, rollt durch die ganze Schweiz, ein Blick hinter die Projektoren ist erlaubt. Wie ist die Idee entstanden und mit welchen Pannen muss gerechnet werden? Tink.ch hakte nach.
Aussergewöhnliches Filmerlebnis. Fotos: Andri Stadler Von der Spule auf die Leinwand: Roadmovie gewährt interessante Einblicke.

Das rollende Kino ist die Verwirklichung eines Traumes, durch die Schweiz zu reisen und abgelegenen Dorfgemeinden ein attraktives Filmprogramm aus heimischer Produktion zu zeigen. Jeden Herbst lädt Roadmovie den Kinobus mit Filmspulen, der Leinwand und dem Projektor  und bringt mit spannnenden Filmen ein geselliges Kinoerlebnis mitten ins Dorf. Tink.ch stellte Sina Buehler, Teamplayerin von Roadmovie ein paar Fragen rund um das Kino auf vier Rädern:

Welche Feedbacks erhalten Sie von  den Leuten, die bereits das Roadmoviekino besucht haben? Was begeistert die Zuschauer?

Die Leute mögen es, dass ihnen Schweizer Filme gezeigt werden – zu diesen Themen haben sie doch mehr Bezug, als zu einem Actionfilm aus den USA. Und ausserdem gibt es bei Schweizer Filmen immer die Möglichkeit, Gäste einzuladen, zum Beispiel Schauspieler oder Regiesseure. So war letztes Jahr Fredi Murer mit seinem Film „Vitus« unterwegs; dieses Jahr sind es Samuel Guillaume, der den Trickfilmes „Max und Co« realisierte, oder Philipp Graber, der Hauptdarsteller aus „Der Freund«. So nahe an die Filmemacher kommen nicht mal die Städter mit 20 Kinos. Und die Kinder sind sowieso begeistert, wenn sie aus der Nähe sehen können, wie ein Film projeziert wird.  

Wie entstand die Idee, ein Kino auf vier Rädern zu gründen?

John Wäfler, der auch heute noch bei Roadmovie dabei ist, ging vor sechs Jahren ein erstes Mal auf Tournee, einfach so, ohne viel zu organisieren. Der Erfolg war so riesig, die Zuschauer in den abgelegenen Orten hatten eine solche Freude, dass er beschloss, Roadmovie professioneller weiterzuführen. In Zeiten, in denen das Kino immer weniger Erfolg hat, in denen kleine Kinos von grossen Ketten aufgekauft oder gar geschlossen werden, hat ein rollendes Kino wieder Platz. Mit dem halben Dorf vor einer grossen Leinwand zu sitzen,  ist doch etwas anderes, als allein oder zu zweit mit einer DVD zu Hause. 

Wie wird sich Roadmovie in der Zukunft noch weiter entwickeln?

Die letzten Jahre haben den Erfolg dieser Form der Tournee bestätigt – das heisst, die Länge und die Stationenzahl der Tournee sind ziemlich ideal. Wir werden uns noch mehr auf die Sensibilisierung der Kinder konzentrieren, für die wir ja auch vom Bundesamt für Kultur unterstützt werden. 

Welches sind die Pannen die passieren können?

Die üblichen Pannen in einem Kino – Filme die reissen, Tonpannen und Ähnliches. Aber grosse Pannen, das gab es noch nie, das Publikum hat immer einen Film zu sehen bekommen. Und dann können natürlich noch Autopannen dazukommen bei einem mobilen Kino wie unserem. Aber auch davon sind wir bisher verschont geblieben. 

Was ist der Verein Roadmovie?

Roadmovie ist ein nichtkommerzielles Projekt zur Förderung der Schweizer Filmkultur. Der gemeinnützige Verein bereist alle vier Sprachregionen und versucht den Austausch zwischen der Bevölkerung und der Filmwelt zu fördern.

Demnächst bei Roadmovie


– "Der Freund – l’ami"

– "Max & Co"

– "Dutti – Monsieur Migros"

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