Gesellschaft | 27.10.2008

Bereit für grosse Herausforderungen

Text von Mileva Demenga
Am EUforIA Youth Summit, der vom 16. Bis 18. Oktober in Genf stattfand, engagierten sich über100 europäische Studenten für ein positiveres Bild der Jugend
Gruppenarbeiten waren ein wichtiger Teil des Programms. Fotos: EUforIA Der EUforIA Youth Summit soll zum Nachdenken anregen. Junge "change makers" von verschiedenen Organisationen diskutieren angeregt mit den Teilnehemenden. Andy Limacher von Infoklick.ch sprach in seinem Workshop über den Aufbau von Netzwerken. Gesprochen wurde durchwegs englisch, was selten ein Problem darstellte.

„What can YOUth contribute to the solution of global challenges?“ Unter dieser Leitfrage trafen sich am vergangenen Wochenende mehr als 100 Studierende aus ganz Europa in Genf. Während drei Tagen erarbeiteten die jungen Menschen Ideen, wie sie sich Herausforderungen wie Klimawandel und soziale Ungleichheit stellen können. Sei es als Individuen oder als Mitwirkende in konkreten Projekten. Organisiert wurde  der Anlass von EUforIA Schweiz, in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung vom Bund, Lotterie Romande, Stadt und Kanton Genf, der Schweizerischen Studienstiftung und der Gemeinde Onex. EUforIA steht für einen neu gegründeten Zusammenschluss von Studierenden aus allen Landesteilen und Sprachregionen, die sich mit globalen Herausforderungen auseinandersetzen und ihre Mitstudierenden für solche Themen sensibilisieren wollen.


Ideen und Praxisbezug

Von Vorträgen über Filmvorführungen bis zu den Möglichkeiten zum persönlichen Austausch beim geselligen Teil oder während des Abschlusskonzerts bot sich den Teilnehmenden (angereist aus Ländern wie Russland, Schweden oder Bulgarien) die Möglichkeit, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und gleichzeitig Gedanken und Lösungsansätze auszutauschen. Das Hauptprogramm fand aber jeweils tagsüber statt: In der Maison des Associations Genève traf man sich zu Working Groups, Panel Discussions und Workshops. Die letzteren bestanden in einer Zusammenarbeit zwischen den Organisatoren von EUforIA und Vertretern von Institutionen und Organisationen wie der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, Amnesty International oder Erklärung von Bern welche ihrerseits über Themen wie Konsumbewusstsein im Alltag, humanitäre Projekte in der Schweiz und im Ausland, und über Praktikumsmöglichkeiten sprachen.

Die Welt verändern?
„Der Austausch ist enorm wichtig“, erklärt Raphael Jerónimo Calderón, Präsident von EUforIA Schweiz und Ko-Organisator des dreitätigen Events. Erfahrene „change makers“ sprechen über ihre Projekte, ihre verfolgten Ziele, ihre Resultate. Damit habe man verhindert, dass sich die klassischen Denkschemata einspielen nach dem Motto „Verändern kann ich sowieso nichts“. EUforIA ist eine Gruppe von Studierenden und Absolventen an Schweizer Universitäten, die sich mit einer gesunden Portion Idealismus daran machten, anderen jungen Menschen mögliche Wege aus der Passivität und Gleichgültigkeit aufzuzeigen.  „Wir wollen unseren Teil zur Gestaltung der Welt beitragen“, lautet das Motto. Das ist aber keineswegs prätentiös gemeint, versichern die Organisatoren. Vielmehr ist es Ausdruck der „bottom-up“ Philosophie, dass also im Kleinen beginnen muss, was im Grossen eine Wirkung erzielen soll.
 
Schon den nächsten Jugendgipfel vor Augen

„Wenn jemand von diesen Tagen nach Hause geht, und in Zukunft Fair Trade Produkte kauft oder ein Stück mehr ökologisches Bewusstsein im Alltag zeigt, dann war dieses Treffen bereits ein Erfolg“, so Calderón. Doch die Wirkung geht weit über das individuelle Konsumverhalten hinaus: Mehr als die Hälfte aller Teilnehmenden interessierte sich am Ende ganz konkret für einen unentgeltlichen Einsatz zugunsten der Gesellschaft und trat entsprechend mit den Vertretern von NGOs und EUforIA in Kontakt. In verschiedenen Gruppen bildeten sich motivierte Teams, welche die Philosophie von EUforIA weiterentwickeln und weiter verbreiten wollen. So haben sich die Komitees zur Organisation von Anlässen gebildet, welche zu den Themenbereichen „Das Potential von Informations-Technologie für junge Menschen im Mittelmeerraum“ und zu „Social Entrepreneurship in Südamerika“ abgehalten werden sollen. Nicht zuletzt zeigten sich die Veranstalter auch selbstkritisch. „Was von vielen jungen Menschen mitgetragen werden soll, muss auch ihre Meinung mit einbeziehen“ so lautete die Devise der Organisatoren. Durch den Miteinbezug der Evaluation, welche jeder Teilnehmende ausfüllte, sowie mit mehreren neuen Gesichtern die sich am EYS’08 für die Idee faszinieren liessen, soll die Organisation des EYS’09 kräftig vorangetrieben werden.

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