Kultur | 08.09.2008

„Uns geht es vor allem um Live-Auftritte“

Text von Daniel Jörg
Die Ska-Punker Less Than Jake aus Gainesville Florida, waren am 26. August im Abart zu Besuch. Chris Demakes, der Sänger und Gitarrist der Band sprach vor dem Konzert mit Tink über dies und das und bewies eine lockere Sicht auf die Dinge.
Legendärer Ska aus Florida mit Less Than Jake. Fotos: Daniel Jörg Sänger Chris Demakes würzte den Auftritt mit witzigen Kommentaren. Der Sänger bestand auf ein Foto mit Tink-Reporter Daniel Jörg und der Pizza aus dem Backstage.

Die ausgeflippten Amerikaner von Less Than Jake begeisterten bei ihrem Auftritt im Abart nicht nur durch eine grossartige Show, sondern fanden auch den Draht zum Publikum sehr schnell und gaben zwischen den Songs immer wieder lustige Kommentare zum Geschehen auf und vor der Bühne ab. Zum Beispiel: „Who of you is single?“ Nachdem Einige ihre Hand hoben: „Now you know who else is, what are you waiting for?“ Dass der Stage-Securitytyp an diesem Abend seinen 32. Geburtstag feierte blieb ebenso wenig verschwiegen, wie das knutschende Pärchen in der Ecke: „If you keep making out during the whole next song, you’ll get a free drink at the bar!“ Auch lustige Episoden aus dem Tourleben durften nicht fehlen: „Last time we were in Zürich, I was dancing with this fat American girl after the show. I ended up scoring that night!“ Ein weiteres Beispiel für die humorvolle Art von Less Than Jake ist, dass Chris nach dem Interview darauf bestand, dass der Tink-Reporter unbedingt ebenfalls auf das Foto müsse. Das Ergebnis ist links zu sehen.

Wie würdet ihr Jemandem der euch nicht kennt euren Stil beschreiben? Einfach als Ska?
Chris: Was würdest du sagen. Sind wir eine Ska Band?

Ja schon, aber Ska macht nicht eure ganze Musik aus.

Das würde ich auch sagen, da gibt es noch einen anderen Teil.

Und wie würdest du dann den anderen Teil beschreiben?
Zurückgeblieben. Wir sind zurückgebliene Punks.

Glaubt ihr, dass der Ska-Boom langsam vorbei ist?
Vielleicht hört man nicht mehr so viel Ska im Radio oder im Fernsehen. Aber wir kümmern uns nicht darum. Wir haben nie aufgehört zu touren und versuchen immer so viele Leute wie möglich zu erreichen.

Ich höre oft „Ja früher habe ich auch Ska gehört, aber jetzt bin ich zu alt dazu. Das ist mehr etwas für Teenager.“ Was meint ihr dazu?

Das ist als ob man sagen würde, Jazz ist für alte Leute. Es ist einfach eine Meinung. Meine jedenfalls nicht. Aber es soll jeder denken was er will. Bei uns haben Leute aus den unterschiedlichsten Altergruppen ihren Spass.

Wie ist es Gainesville zu leben? Der Titel eures neuen Albums „GNV FLA“ ist ja die Abkürzung für eure Heimatstadt.
Es ist eine Universitätsstadt mit vielen kleinen Pubs und jeder Menge Partys. Es gibt viele gute Bands da. Es ist auch eine gute Stadt um flachgelegt zu werden.

Das merke ich mir, falls ich mal dahin komme. Ihr habt jetzt euer eigenes Label am Start. Gab es vorher Probleme mit anderen Labels?
Nein Probleme in dem Sinne eigentlich nicht. Andere Labels haben nie Geld mit uns verdient. Sie wussten einfach nicht, wie sie uns vermarkten sollten. Uns ging es immer vor allem um Touring und Live-Auftritte.

Auf eurer Website stand, dass ihr immer besser werden wollt. Es scheint euch ja doch ziemlich Ernst zu sein mit eurer Musik.
Das Problem ist, dass man im Laufe der Zeit nicht gutaussehender wird. Dann bleibt einem nur noch, sich auf seinem Instrument zu verbessern.

Was bedeutet eigentlich euer Name? Wie ist der entstanden?

Wir brauchten einen Bandnamen für ein Demotape. Unser Drummer hat einen Bruder, den seine Eltern immer besser behandelten als ihn. So brachte er den Vorschlag „How about Less Than Jake?“ und wir fanden das alle cool.

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