Gesellschaft | 24.08.2008

Promidemenz

Der Elite Model Look Contest wartete in diesem Jahr mit zwei nennenswerten Erneuerungen auf: Bern wurde endlich seinem Ruf als Stadt mit den schönsten Frauen gerecht und - sehr spektakulär - Tink.ch war vor Ort und beobachtete das glamouröse Szenario.
Die Models mit Accesoires Fotos: Johannes Dietschi Ammanda Ammann hat ein gutes Tipp-Händchen Wenn sie sitzt, fällt einem ihre Grösse nicht so auf: Nadine Strittmatter Je länger der Abend, desto weniger Stoff. Es war ja auch heiss in der Halle. Die deutsche Girl-Band Monrose Leona Sigrist - die spätere Siegerin beim Walk Pech im Spiel, Glück in der Liebe: Moderatorin Eva Camenzind tippte auf die falsche Kandidatin. Jürg Marquard mit seiner Frau Raquel.

Am Ende hiess die Siegerin Leona Sigrist. Leona ist blond, gross und mit ihren zarten 16 Jahren bereits eine klassische Schönheit. Auf die Frage, was ihr nach dem Gewinn des Elite Look Model Contest 2008 so durch den Kopf gehe, antwortete sie im breitesten Berner-Dialekt „Äifach uhhhngloublich“. Sie bewies mit dieser Antwort gleich zwei Dinge: Um Model zu sein gehört Schlagfertigkeit nicht zwingend ins Talentrepertoire und die vom Tagi-Magazin einst aufgestellte These, dass alle schönen Schweizer Frauen aus Bern kommen, bewahrheitete sich.


„dä bini halt füer diä da“

Die Berner Dominanz an diesem Abend war augenfällig. Von den 12 Finalistinnen, deren Altersspanne von zarten 21 bis hinunter zu fast schon zerbrechlichen 15 Jahren reichte, stammten fünf aus Bern und Umgebung. Aus Zürich immerhin noch deren drei und aus St. Gallen keine, was AAAABSG (Amanda Amman aus Amriswil bei St.Gallen) zu einem entsetzten „dä bini halt füer diä da“ hinriss und dabei auf das Foto der 15-jährigen Zürcherin Valentina Neumeister tippte. Die amtierende Miss Schweiz bewies ein gutes Händchen, denn Valentina schaffte es später auf Rang zwei und darf nun im Herbst mit Siegerin Leona am Weltelite Finale in China teilnehmen. Somit haben die beiden jüngsten Teilnehmerinnen gewonnen und erhalten die begehrten Modelverträge, um die sich ursprünglich 212 schöne und weniger schöne Mädchen rissen. Ob es bei den Beiden mit der angestrebten Modelkarriere klappen wird, bleibt ungewiss. Vielleicht leiden sie mit 20-Jahren bereits an Cellulitis oder sie machen es gleich wie die Bauerstochter und letztjährige Siegerin Georgette Kämpfen: „Erst beende ich das Gymnasium in Brig und dann schauen wir weiter.“ Scheint ganz so, als ob die Walliser Bergluft ihren Verstand frisch behalten hätte. Weise Worte.

Gross wie ein Basketballer

Apropos Verstand. Eher auf der vernebelten Seite befindet sich ja bekanntermassen derjenige des Fussballers Degen. Auf die Aufforderung eine kurze Frage zu beantworten, erwiderte er brüsk (welcher der beiden Zwillinge es nun war ist doch David wie Philipp) „nüt, nüt…“ und lief hastig zur V.I.P.-Bar, wo er sich dem gemütlichen Campari-Nippen zuwendete. Etwas weniger Wortkarg gab sich das Jurymitglied und Schweizer Top-Model Nadine Strittmatter, die sich positiv, aber nicht enthusiastisch über Siegerin Leona äusserte: „Sie hat eigentlich alles was ein Model braucht. Die etwas spezielleren Typen haben hier eh weniger gute Karten.“ Das sagt eine, die es wissen muss. Denn die Frau mit der extravaganten Schnute und den überlangen Beinen, hat hier vor ein paar Jahren vergeblich um den Titel gewalkt. Geschafft hat sie es im Modelbusiness trotzdem. Wahrscheinlich gerade wegen ihres speziellen Äusseren. Die Begegnung mit ihr hinterliess jedenfalls bleibenden Eindruck. Mit High-Heels an den Füssen misst sich die Frau etwa gleich gross wie ein amerikanischer NBA-Star. 

Den souveränsten Auftritt lieferte an diesem Abend aber keines der Models, sondern die 13. Frau auf dem Catwalk-Parkett. Die Moderatorin Viola Tami führte mit etwas geringerer Körpergrösse, dafür mit umso mehr Charme durch den Abend. „Ich fühlte mich wie ein Kartoffelsack zwischen all diesen Küken.“, erzählte sie uns nach ihrer Moderation und verabschiedete sogleich in Richtung wohlverdienten Feierabend. Die After-Party war inzwischen in vollem Gange und der grässliche Auftritt der deutschen Girlie-Band Monrose war längst vergessen. Der Elite Model Look Contest 2008 aus der Zürcher Maag-Areal Halle: Ein Anlass irgendwo zwischen Lolita-Charme, ein bisschen Glamour und ein wenig mehr Schein als Sein. Die gratis Sandwiches und der Prosecco in der Medienlounge waren vorzüglich.