Gesellschaft | 18.08.2008

„Mein Zimmer ist mein Tempel“

Text von Lisa Schatz | Bilder von Raphael Hünerfauth
Jaqueline Gam aus Wien fällt auf. Bei ihr ist alles urcool, urschön, einfach "urig". Am Bodenseecamp genoss sie die Freiheit, ihre Gedanken zu äussern, ohne dass andere sie zerstampfen würden. Im Interview erzählt die 16-jährige Österreicherin wo sie sonst noch Freiheit erlebt.
Macht Irish Dance, um den Kopf freizubekommen: Die 16-jährige Jacqueline Gam aus Wien.
Bild: Raphael Hünerfauth

Was hat dir letztes Jahr am Bodenseecamp so gut gefallen, weshalb wolltest du wieder kommen?
Ich fand die Atmosphäre super, und dass man so viel Neues dazulernen kann. Man trifft viele Leute, die die gleichen Interessen haben. Es ist auch schön, dass das Camp international ist.
 
Wie lange bist du schon mit dem Journalismus in Kontakt?

In der Unterstufe habe ich eine Schülerzeitung herausgegeben. Seitdem ist das Schreiben eines meiner Hobbies. Später bin ich durch den Schülerzeitungswettbewerb zur Jugendpresse gekommen. Dort habe ich urcoole Leute getroffen. Seither sind zwei Jahre vergangen… jetzt bin ich hier.

Möchtest du später Journalistin werden?
Ja, ich habe es vor, aber meine Pläne könnten sich auch noch ändern.

Lass uns zum Campmotto kommen: Freiheit, ein kleines Wort mit grosser Bedeutung. Wie siehst du den Journalismus in Bezug auf die Freiheit?
Ich kann jetzt nur aus österreichischer Sicht sprechen. Mit Zensur habe ich persönlich noch keine Erfahrungen gemacht, außer vielleicht damals, als ich gemerkt habe, dass ich mich manchmal selbst zensiere. Aber das hat sich mittlerweile Gott sei Dank geändert.

Fühlst du dich hier frei?
Ich fühle mich sehr frei, weil ich nicht das Gefühl habe, eingeschränkt zu werden. Ich kann hier meine Gedanken frei an die Leute weitergeben, und sie akzeptieren diese, ohne sie niederzustampfen.

Gibt es bestimmte Orte, die du mit Freiheit verbindest?

Mein Zimmer ist mein Tempel. Dort kann ich machen, was ich will. Ich verbinde aber auch den Strand und das Meer mit Freiheit.

Bei welchen Aktivitäten kannst du dich am freiesten bewegen?

Beim Irish Dance kann ich mich am besten entspannen, das ist ein guter Ausgleich zur Schule. Ich bin in einem Verein. Wir hatten schon Auftritte in Deutschland, Italien und Holland.

Wie sieht es bei euch in der Schule mit Freiheit aus?

Wir haben solche und solche Lehrer. Es gibt einige, die uns Denkanstöße geben und von denen ich schon viel gelernt habe.

Beende bitte folgende Sätze: Ich fühle mich frei, wenn…
…mir niemand Vorschriften macht.

Die Grenzen der Freiheit sind erreicht, wenn…

…sich Menschen gegenseitig schaden.

Was würdest du machen, wenn du heute eine Million Euro im Lotto gewinnen würdest?
Ich würde mir einen Teil davon für später zur Seite legen, mir außerdem eine mehrstöckige Wohnung kaufen und irgendwohin reisen. Südamerika und Australien interessieren mich sehr.

Welche Person möchtest du einmal treffen?
Den Dalai Lama zu treffen, wäre sicherlich interessant. Ich würde mich gerne mit ihm unterhalten.

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