Gesellschaft | 18.08.2008

Meer, Musik und Mauersegler

Beim Singen fühlt sich Sarah-Katharina Höppner frei, so frei, dass sie manchmal alles um sie herum vergisst. Im Interview gibt die 17-Jährige aus Schöngeising in Deutschland Antwort auf zehn Fragen zum Thema Freiheit.
Würde gerne nach Grossbritannien: Die 17-jährige Sarah-Katharina Höppner.
Bild: Raphael Hünerfauth

Fühlst du dich als freier Mensch?
Ja. Aufgrund der deutschen Verfassung habe ich die Möglichkeit, vieles zu tun und fühle mich deshalb nicht eingeschränkt.

Wer oder was schränkt dich in deiner Freiheit ein?
Ich schränke mich gelegentlich durch selbst auferlegte Regeln ein. Viele andere schränken sich auch durch Dogmen der Gesellschaft ein, aber das tue ich persönlich fast nie.

Wie stehst du zu der Aussage: „Freiheit ist ein Geschenk, das sich nur jeder selbst geben kann“?
Das sehe ich nicht ganz so, denn um sich die Freiheit selbst geben zu können, muss sie in der Gesellschaft grundsätzlich vorhanden sein.

Drei Schlagworte zum Thema Freiheit?
Wasser, Weite, Musik


Bei welchem Hobby fühlst du dich am freisten?

Beim Singen, weil ich in den Harmonien aufgehen kann. Dabei bin ich manchmal so konzentriert, dass ich meine Umwelt völlig ausblenden kann.

Mit welchem Tier verbindest du Freiheit?
Mit einem Mauersegler, weil er ständig in der Luft ist, Leichtigkeit verkörpert und wenige Feinde hat.

Eine Überlegung aus dem Buch „Ich, die Andere“ von Jana Frey: Wer ist freier: Ein Vogel mit gestutzten Flügeln in einem großen Käfig oder ein Vogel, der fliegen kann, in einem kleinen Käfig?
Der Vogel im großen Käfig mit den gestutzten Flügeln ist unter der Bedingung freier, dass er noch nie in Freiheit gelebt hat. Denn er hat einen größeren Auslauf und hat das Gefühl, fliegen zu können, noch nie kennen gelernt.

War es deine freie Entscheidung, am Bodenseecamp teilzunehmen oder haben dich Eltern und Freunde dazu motiviert beziehungsweise davon abzuhalten versucht?
Nein, es war meine eigene Entscheidung.


Wie stehst du zu der Aussage „Richtig frei ist niemand“?

Das ist richtig, weil sich jeder selbst Zwänge auferlegt und sich der Gesellschaft bis zu einem gewissen Grad anpasst.

Angenommen, du hättest die Freiheit, an irgendeinen beliebigen Ort der Welt zu reisen: Wohin würdest du reisen, wenn das Geld keine Rolle spielt?
Ich würde nach Großbritannien reisen, weil ich die Landschaft liebe und mich dort aufgehoben fühle.

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