Kultur | 25.08.2008

Irische Amerikaner mit Schottenröcken

Text von Daniel Jörg
Tink sprach mit Scruffy von den Dropkick Murphys über Dinge die ihm am Herzen liegen. Zum Beispiel: Bier, Heimat, Bier, Musik und Bier zum Frühstück.
Dudelsackspieler Scruffy Wallace gab Tink.ch ein Interview. Fotos: Daniel Jörg Irishpunk aus Boston im Zürcher Volkshaus. Tatoos dürfen hier natürlich nicht fehlen. Fotos: Eva Bakker Nach der Band The Radio Dead Ones waren sie dran: The Unseen mit Sänger Tripp Unseen.

Bevor die Murphys auf die Bühne traten heizten noch zwei weitere Punkbands dem Zürcher Publikum ein. Zum einen The Radio Dead Ones aus Berlin und als nächstes The Unseen aus Bosten. Nach diesen beiden Krachern kamen die weit gereisten Fans (unter anderem aus Holland) in den Genuss von einer Mischung aus Irishfolk und Punkrock, für die die Dropkick Murphys berühmt sind. Es wurde exzessiv getanzt, gepogt, mitgegröhlt und, obwohl es Mittwoch war, auch ziemlich viel getrunken. „The stage is yours“ steht auf der offiziellen Website der Band zu lesen. Und dies ist, wie zu sehen war, tatsächlich ernst gemeint. Etwas mehr über die Philosophie der Irish-Punk Band aus Amerika verrät  uns der Dudelsack- und Flötenspieler Scruffy Wallace, der mit richtigem Namen Josh heisst, im Interview.

Tink: Wie wichtig ist es für euch den Leuten zu zeigen wo ihr herkommt?

Scruffy: Für uns selbst ist es wichtig zu wissen wo wir herkommen. Schliesslich verkörpert unsere Musik auch die Tradition in der wir aufgewachsen sind. Nämlich in der Irish Community von Boston. Die Nationalität spielt keine grosse Rolle. Die Meisten in unserer Band haben irische Vorfahren. Ich bin eigentlich Schotte und unser Sänger Al ist halb Schotte und halb Deutscher. Das Umfeld in dem wir aufgewachsen sind, hat uns geprägt und deshalb machen wir auch diese Musik. Das ist jedoch nur eine Seite der Band. Die Musik selbst ist uns am wichtigsten. Uns geht es darum, den Leuten eine gute Zeit zu bescheren. Unsere Herkunft alleine macht nicht unsere Identität als Band aus.

Wie hat sich euer musikalischer Stil entwickelt? Am Anfang war das Ganze eher Streetpunkmässig, oder?

Die Band ist natürlich auch musikalisch gereift. Obwohl die Idee eigentlich immer schon dieselbe war.

Stimmt. Ich erinnere mich, dass die Gitarre bei euch auch früher schon manchmal wie Geige klang.

Genau. Jetzt sind wir von ursprünglich vier auf 7 Mitglieder angewachsen. Dies ist auch nötig, weil es Leute braucht, die all die traditionellen Instrumente wie Dudelsack, Flöte, Banjo, Akkordeon und so weiter spielen können.

Was ist euer Ziel für heute Abend?

„To Kick Ass“. Den Leuten eine höllische Show bieten, Spass haben und vielleicht auch etwas Trinken. Man muss das schliesslich alles machen, solange man noch kann.

Welches Stout ist dir lieber, Murphys oder Guinness?

Guinness. Obwohl Murphys auch gut ist. Ich trinke gerne ein Glas Guinness. Natürlich will man sich nicht damit betrinken, da es doch ziemlich schwer und kalorienhaltig ist.

Du kennst bestimmt das Spiel, wo ich ein Wort sage und du das erste was dir in den Sinn kommt.

Leg  los.

Punkrock: Leben

Boston: Heimat

Flogging Molly: Eine gute Band

Alkohol: Frühstück

St. Patrick’s Day: Viel viel Arbeit

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