Kultur | 25.08.2008

Das düstere Vermächtnis des Ian Curtis

Text von Sandro Lamarca | Bilder von Sandro La Marca
Durch Ian Curtis' Selbstmord wurden sie legendär: Die englischen Joy Division, Vorreiter des New Wave. Nun erschien mit "The Best of Joy Division" eine Sammlung ihrer wichtigsten Stücke.
Auch die Farbe Weiss kann trostlos wirken. Ein Beispiel dafür ist das Cover von "The Best of Joy Division".
Bild: Sandro La Marca

Die Band, die Ian Curtis, Bernard Sumner, Peter Hook und Stephan Morris 1978 gegründet hatten, fand durch Ian Curtis‘ Selbstmord im Jahre 1980 ein viel zu frühes Ende. Der Sänger, Gitarrist und Texter von Joy Division gilt noch heute als visionärer Künstler, was auch auf dem Doppelalbum „The Best of Joy Divison“ erneut bestätigt wird. Songs wie „Love Will Tear Us Apart“, „Dead Souls“ und „Transmission“ haben ihre düstere Grösse nicht verloren.

Schon der Anblick des Albumcovers und der Booklets zeugen von einer Trostlosigkeit, die das Leben der Band zu umgeben scheint. Keine aufwirbelnden Fotografien, keine verschnörkelte Gestaltung oder sonstige Kommentare. Nur weit entfernte Silhouetten der Musiker, eingezwängt zwischen die Geländer einer Brücke. Wen das viele Weiss zu unecht, zu grell oder zu optimistisch dünkt, der oder die kann mit einem simplen Falz der letzten Seite das Weisse in Schwarz hüllen. Vielleicht als Zeichen der abschliessenden Trauer um diese grossartige Band.

Wer Joy Division mag wird sich „The Best of Joy Division“ bereits gekauft haben und wer sie nicht sein Eigen nennen darf, besitzt hoffentlich eine würdige Alternative dazu aus den 70er Jahren. In Fan-Foren liest man Kommentare wie „The packaging may be different, but the song remains the same.“  Kein Wunder: Schliesslich brachten Joy Division in ihrer kurzen Biografie lediglich zwei Alben heraus. Das kurz geratene Interview am Ende der zweiten CD enttäuscht zwar etwas, doch braucht ein solches Album mit Songtexten aus Ian Curtis‘ Feder keine weiteren Kommentare und schon gar keine Kritik. Die Live-Mitschnitte von „She lost Control“ und  „Transmission“ lassen nicht daran zweifeln. Die Zusammenstellung der insgesamt Stücke (Die Hälfte davon aus der renommierten John Peel Session von 1979) ist nach all den Jahren ein neutraler Abschied von dieser vom Schicksal und der Plattenindustrie bestraften Musik.

So traurig und depressiv der Sound von Joy Division auch noch nach dreissig Jahren klingen mag, bleibt er doch in höchstem Grade zeitgemäss, energiegeladen und selbstbewusst. Eben so, wie es nur eine Band aus diesem besonderen Musik-Jahrzehnt  der 70er hervorzubringen vermochte.

Infos


"The Best Of Joy Division" ist bei Warner Music erschienen ist kostet im Handel ungefähr 30 Franken.

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