Kultur | 28.07.2008

„Wir versuchen, auf unserem Weg zu bleiben“

Text von Andrea Immler | Bilder von steampeax.ch
Die dreiköpfige Punkrockband Steampeax aus Thun bekennt sich öffentlich zum christlichen Glauben. Tink.ch traf Nathanael, Patrick und Fabian zum Interview.
Gehen ihren Weg: Nathanael, Patrick und Fabain mit ihrer Band Steampeax.
Bild: steampeax.ch

Was ist für euch Glaube?
Nathanael: Dafür gibt es sicher verschiedene Definitionen. Die Botschaft, die wir gerne vermitteln möchten, ist vor allem der Glaube an einen Gott, den man praktisch und persönlich kennen lernen kann. Wir gehen von der Botschaft aus: Durch das Geheimnis des Glaubens treten wir einer Kraft näher, die uns durchs Leben begleitet. Etwas, das in uns verborgen liegt und einen auch durch schwierige Situationen begleitet und uns zudem auch lehrt, damit umzugehen und nicht gleich aufzugeben.

Kennt ihr euch schon lange?
Fabian: Wir gingen schon als Kinder in die gleiche Freikirche. Jeder von uns spielte bereits ein Instrument und so kamen wir eines Tages auf die Idee zusammen zu spielen. Das war der Anfang unserer Band.

Wie entstehen eure Songideen?

Nathanael: Sie sind aus dem Leben gegriffen. Alles was uns beschäftigt, versuchen wir in unseren Songs auszudrücken. Der christliche Glaube ist dabei natürlich zentral und wir möchten ihn in unseren Texten thematisieren.

Was beschäftigt euch im Alltag?

Patrick: Probleme die jeder von uns kennt. Die Trägheit des Alltags zum Beispiel, dass Menschen heute von Wochenende zu Wochenende leben. Aber auch die ständigen Kriege auf dieser Welt, daran denken wir oft.

Wie reagieren die Fans auf euch? Sind viele von ihnen ebenfalls gläubig?
Fabian und Nathanael: Wir haben bis jetzt nur auf christlichen Events gespielt, dadurch kommen vor allem Leute an unsere Konzerte, die ebenfalls in einer Kirchengemeinde sind. Dazwischen gibt es aber sicher auch Leute im Publikum, die keine Freikirche besuchen. Bis jetzt erhielten wir von allen Seiten mehrheitlich positive Feedbacks. Ab und zu gab es zwar kritische Bemerkungen, doch mit denen konnten wir gut umgehen, denn für uns ist es wichtig, unserem Glauben und unserer Musik treu zu blieben.

Ihr habt schon einige Konzertauftritte hinter euch gebracht. Gibt es ein Highlight?

Fabian: Definitiv das Panoramafest von diesem Mai. Wir spielten drei Tage hintereinander in einer Turnhalle, das war toll. Die intensivste Zeit für uns als Band war aber unsere Studiozeit, in der wir unser erstes Album aufnahmen. Es war super: Um 9 Uhr Morgens haben wir begonnen und um Mitternacht verliessen wir das Studio wieder. Wir haben sehr viel Engagement in die Aufnahmen gesteckt, was unsere Bandgemeinschaft  gestärkt hat. Ausserdem hatten wir auch viele lustige Momente zusammen.

Welche Botschaft möchtet ihr als Band weitergeben?
Patrick und Nathanael: Dass wir daran glauben, dass es noch eine Hoffnung gibt auf dieser Erde. Für uns ist dies Gott. Wir versuchen einerseits, für andere Christinnen und Christen ein Vorbild zu sein und möchten andererseits zeigen, dass wir auch Vollgas geben und nicht unbedingt dem braven christlichen Image entsprechen.

Welche Ziele verfolgt ihr weiter?
Fabian: Wenn möglich, möchten wir noch eine zweite CD aufnehmen und weiterhin an verschiedenen Events spielen. Wir planen immer von einem Schritt zum Nächsten. Kürzlich drehten wir einen Videoclip, der demnächst veröffentlicht wird, damit wollen wir etwas Werbung für uns machen.

Habt ihr einen Tipp für Newcomerbands?

Alle: Freude an der Musik, das ist das Wichtigste. Für den Zusammenhalt als Band ist es aber wichtig, dass man sich nicht nur durch die Musik kennt sondern auch in der restlichen Zeit Sachen zusammen unternimmt. Ausserdem sollten die einzelnen Mitglieder vom Musikstil her zusammenpassen.

Was sind die Schattenseiten des Bandlebens?
Patrick: Meist sind es die organisatorischen Sachen, die nicht so Spass machen. Manchmal strengt uns die Bandprobe schon etwas an, aber durch unsere Freude am Musikmachen vergessen wir das meistens schnell. Zwischendurch erleben wir es auch, dass jemand von Ausserhalb der Band eifersüchtig auf uns ist, doch wir versuchen, uns nicht zu fest davon beirren zu lassen und probieren stets auf unserem Weg zu bleiben.

Habt ihr jeweils ein Ritual vor euren Auftritten?

Alle: Jeder steckt sich Taschentücher in die Ohren (alle lachen) Meist beten wir vor einem Auftritt. Das gibt uns den Kick, um gut zu starten und einen guten Bühnenauftritt hinzulegen.

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