Kultur | 05.07.2008

„Ich signiere gerne Nahrungsmittel“

Ein gutes Interview ohne Alkohol zu geben, ist ziemlich schwer, meint zumindest Chris Cain von den New Yorker We Are Scientists. Doch unsere wissenschaftlichen Fragen meistert der Chemiker mit Braovur, auch ohne Alkohol.
Bassist Chris Cain ist die eine Hälfte des schrägen Indie-Duos We Are Scientists aus New York.
Bild: Tim Broddin Chris während dem Interview mit Tink.ch, als er seine Lieblingsbeschäftigung, das Signieren, übt. Tatjana Rüegsegger Der Sänger und Gitarrist der Band, Keith Murray. Anton Coene

Chris! Alles ok bei dir?

Ja, ich bin jetzt langsam wach. Wir mussten heute sehr früh aufstehen. Nie mehr ein Gig um zehn Uhr Morgens!

Dafür haben wir jetzt ein paar Fragen an dich, die wir selber nicht beantworten können und darum deine Hilfe brauchen.

Es ist mir eine Ehre, euch zu helfen.

Nun, die erste Frage lautet: Was machst du, wenn du ein vom Aussterben bedrohtes Tier siehst, das wiederum eine bedrohte Pflanzenart isst?

Ich glaube man müsste da einfach beide Augen zudrücken. Zwei unrechte Sachen ergeben eine Gute. Ich würde das Tier gehen lassen, vielleicht mit einer Vorwarnung, oder einer Gefängnisstrafe, die an seinen Lebenserwartungen angepasst ist.

Wie stellst du dir das genau vor?

Nun, wenn ein Tier im Durchschnitt acht Jahre lebt, dann sind zwei Jahre Haft sehr lang. Das würde ich nicht machen. Aber bei einer Schildkröte zum Beispiel, die 100 bis 200 Jahre alt wird, da kannst du ihr locker 10 oder 20 Jahre geben.

Gehen wir doch mal zum Menschen über. Wieso kehren Leute immer zum Kühlschrank zurück, um nachzuschauen, ob sich nicht was Neues materialisiert hat, obwohl vorhin nichts drin war?

Ich glaube, dass die Menschen fest an einen Kult glauben, der besagt, dass sich Nahrung im Kühlschrank befindet. Auch wenn wir Alle, oder die Meisten von uns, einkaufen gehen und so unseren eigenen Kühlschrank füllen. Wir können einfach nichts daran ändern, dass wir uns immer wieder fragen, ob sich nicht eine Tür zu einer anderen Dimension öffnet, sobald wir die Kühlschranktür zugemacht haben.

Ihr seid jetzt überrascht, aber ich kann euch garantieren, dass euer Unterbewusstsein vollkommen mit mir einverstanden ist. Ihr fühlt das. Und das ist der Grund wieso wir immer wieder Nachschauen gehen. Wir verstehen das zwar nicht, weil es keinen logischen Sinn ergibt. Trotzdem können wir dieses Magengefühl, das uns darauf hinweisen möchte, dass vielleicht was die Grenze einer anderen Dimension überschritten hat und in unseren Kühlschrank gelandet ist, nicht loswerden. Die Nahrungsdimension!

Während dem Konzert hast du gesagt du würdest Nahrung signieren Hat das was mit dieser Dimension zu tun?

Ach, das war einfach nur ein ehrliches Angebot von mir. Keith und ich sind einfach ziemlich gut darin, Essen zu unterschreiben. Ich würde sogar soweit gehen, und uns Experten nennen. Vielleicht sind wir nicht so gut wie Bono, aber wir sind ihm sehr nahe. Ich kann fast Alles unterschreiben. Inklusive Schnitzel! Da kann ich eine tolle feine Unterschrift drauf machen. Amateure, die machen so was wie T-Shirts, das machen alle. Also, eigentlich nicht, das ist nämlich auch sehr schwierig, auf Shirts eine schöne Unterschrift hinzukriegen. Das ist so Talent-Stufe eins.

Was ist dein nächstes Ziel?

Nach Nahrung? Ich will Fell signieren können, sodass man die Signatur auch sehen und lesen kann. Katzen und Hunde signieren, das wäre toll. Natürlich alles mit einem Sharpee (Anm. d. Red.: Ein wasserfester Filzstift) Ich könnte ja auch was mit Ketchup schreiben, aber das wischt sich zu schnell ab.

Wieso tragen Alle Superhelden ihre Unterwäsche über ihre Kostüme?

Die tragen ihre Unterwäsche nicht nur Aussen, sondern auch Innen. Sie tragen einfach doppelt so viel Wäsche. Das liegt aber daran, dass sie mindestens zwei Mal soviel Abfallstoffe produzieren. Darum brauchen sie einen doppelten Schutz.

Wir haben noch andere Fragen für dich. Diese musst du der Farbe nach aussuchen.

Rot ist immer gut.

Warst du jemals schon am Vormittag betrunken?

Ja, das war ich, aber nicht weil ich am Morgen schon so Viel getrunken habe, sondern einfach, weil ich so spät in der Nacht noch auf war. Ich bin noch nie morgens um neun aufgewacht und dachte mir ich könnte jetzt was trinken. (kurze Pause)

Eigentlich ist das ne Lüge. Als ich im College war, hatte ich mich für einen Chemiekurs eingeschrieben, was ich später sehr bereute. Dieser Kurs begann halb acht Uhr morgens und ich fing an eine Flasche Pfefferminzschnaps mitzunehmen. Das war klasse, ich sass in der hintersten Reihe und nippte an meinem Pfefferminzschnaps. Ich kann mich nicht daran erinnern wirklich sturzbesoffen gewesen zu sein, aber es stieg mir schon ein wenig zu Kopf. Auf jeden Fall wurde dieser Chemiekurs dadurch viel interessanter.

Mit welchem Song, verbindest du die Erinnerung an ein Mädchen, das du geküsst hast oder küssen wolltest?

Ich weiss noch, als ich in der High School war, da gab’s so ein Mädchen von der ich voll besessen war. Sie war leider nicht von mir besessen aber von dem U2 Album „The Joshua Tree“. Damals hatte das Album für mich wirklich eine wichtige Bedeutung, weil ich sie unbedingt küssen wollte. Das ist wahrscheinlich die beste Antwort die ich geben kann.

Was ist die schlechteste Entschuldigung die du je gebraucht hast?

Heute brauchte ich eine, die war zwar nicht die Schlechteste aber eine ziemlich neue und eigentlich auch schlechte Entschuldigung, was ich realisierte, sobald ich sie ausgesprochen hatte. Am Anfang der Show haben wir alle ein wenig herumgeblödelt und na ja, es war eine frühe Show. Gegen Ende wurde es dann besser. Nun, wir haben uns Sachen an den Kopf geschmissen und uns dann gegenseitig für Diese entschuldigt. Dann habe ich gesagt, dass ich so herumblödelte, weil ich nicht betrunken sei. Da habe ich realisiert, dass es ziemlich armselig ist, wenn ich betrunken sein muss, um ernst zu sein auch wenn es wahrscheinlich wahr ist. Man ist daran gewohnt, am Abend Gigs zu haben und da ist es normal, wenn du einige Drinks hattest. Aber nicht so früh am Morgen.

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Einfach eine Mail an tatjana.rueegsegger@tink.ch schicken und hoffen dass es klappt!

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