Kultur | 05.07.2008

Die grosse Musikfamilie

Text von Kathrin Kern | Bilder von Tim Broddin
Mit insgesamt 27'000 Besuchern lässt sich sagen, dass das St. Gallen wieder ein Mal ein voller Erfolg war. Trotz der Skepsis vieler früherer Festivalgänger.
Legte gegen Ende des Konzerts einen Grossteil ihrer Kleider ab und badete in der Menge: Beth Ditto, die selbstbewusste Frontfrau von The Gossip.
Bild: Tim Broddin

Mit Namen wie Lenny Kravitz,  Manic Street Preachers, the Wombats, The Kooks, We Are Scientists, The Fratellis oder Kings of Leon waren die Erwartungen an das St. Gallen dieses Jahr hoch. Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem viele Bands ihre neuen Alben vorstellten, schwelgten die Fans in diesem Jahr in alten Errinerungen. Beispielsweise gewährten die Manic Street Preachers dem Publikum einen Einblick in ihre musikalische Geschichte. Eine Geschichte, die viele Entwicklungen durchgemacht hat. Sodass für jedermanns Geschmack etwas dabei war.

Petrus stand gänzlich auf der Seite der Festivalbesucher. Regen und die damit verbundenen Komplikationen blieben dieses Mal aus. Das Gelände bot eine Vielfalt an Verköstigungen und Unterhaltung. Neben der Sitter- und Sternenbühne sorgten die Winston Blue Box Lounge, der Bacardi Dom und das Abart Zelt wieder mal für Club-Atmosphäre.

Keine Wartezeiten

Im Laufe der drei Tage entwickelte sich unter den Musikliebhabern eine familiäre Stimmung. Denn Jeder war für dasselbe gekommen, nämlich für die Musik. Der rege Konsum von Alkohol half dabei wohl etwas nach. Dennoch verlief unter den Kampftrinkern und Nachtschwärmern alles reibungslos. Am Freitag rockten die Jungs von The Wombats die Sternenbühne. Es schien der grosse Auftakt des dreitägigen Events. Die Französischen Elekrtojunkies J.U.S.T.I.C.E. schafften es zur frühen Stunde, die ganzen 27 000 Besucher zum Tanzen zu bringen. Gegen Ende ihres Auftritts wünschten sich viele eine Zugabe, die aber auf Grund des streng gehaltenen Zeitplans nicht mehr folgte. Generell lässt sich sagen, dass das Time-Management sehr gut geklappt hat. Lange Wartezeiten blieben aus. Erledigt von späten Vorstellungen, war der Gang zum Zelt schwer. Selbst das Auffinden des Zelts stellte ein Glücksspiel dar. Endlich gefunden, plumpste man auf den hoffentlich ebenen Boden. Die Geräuschkulisse blieb jedoch nicht aus. Die johlenden und feiernden Nachtschattengewächse taten das Ihrige dazu.

Crowdsurfing

Der nächste Tag begann mit harten Beats aus den verschiedenen Partyzelten.

Der Sonntag  war für viele angereiste Festivalbesucher das grosse Finale und da sprechen wir nicht nur von Fussball! Manche packten ihr Zelt schon morgens, um langen Warteschlangen am Ausgang zu entgehen. Um 10.30 heizten die Herren von We Are Scientists ihren Fans so richtig ein. Trotz des früh angelegten Gigs erschienen die Leute zahlreich. Unglaublich wie ehrlich und den Alben getreu gespielt wurde. Lieder  wie „Nobody move, Nobody get hurt“, „It’s A Hit“ und „The Great Escape“ zwangen einen, sich im Rhythmus zu bewegen. Mit lustigen Wortgefechten zwischen den zwei Freunden auf der Bühne, versetzten sie das Publikum schon früh morgens in eine gute Laune. Es folgten die Fratellis und Flogging Molly. Letztere faszinierten mit der ungewöhnlichen Kombination von Instrumenten. Sowohl mit akustischer als auch elektrischer Gitarre, Bass, einer Geige, Flöte, Akkordeon, Mandoline, Banjo und dem Schlagzeug entstand die äußerst heitere Musik der Iren. Die Ehre, das St. Galler Openair zu beenden, gebührte dem amerikanischen Trio The Gossip. Die Frontfrau Beth Ditto, die vor Selbstbewusstsein strotzt und imponierte befand sich am Ende mitten in der Menge. In Unterwäsche und von Wasser übergossen lieferte sie ihre Fans eine originelle Festivalerinnerung.

Wettbewerb


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