Kultur | 17.07.2008

Böses Erwachen am Sonntag

Das Greenfield Festival 2008 war - trotz der Euro - die bisher erfolgreichste Ausgabe. Die über 26'000 Besucher erlebten aber am dritten und letzten Tag einen herben Dämpfer: Die Headliner "Linkin Park" fielen aus.
Sie ersetzten Linkin Park: Bad Religion. Fotos: Greenfield Festival Leider war ihr Konzert nicht so gut besucht: Die mexikanischen Panteon Rococo.

Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf dem Zeltplatz: „Linkin Park“ spielt nicht als Sonntags-Headliner am Greenfield. Der Gitarrist war erkrankt, die Band musste bereits am Vorabend einen Auftritt in Schweden absagen. Ein Schock für all jene, die sich einen teuren Dreitagespass gekauft hatten und nun ohne das Konzert ihrer Lieblinge den Heimweg antreten mussten.

Die Festival-Organisatoren reagierten noch vor Sonntag auf die Hiobsbotschaft: Mit Bad Religion verpflichteten sie einen Ersatz. „Es war sehr schwierig, kurzfristig eine Band zu finden“, sagte Dieter Bös, Programmverantwortlicher des Greenfield Festivals. Bad Religion spielte Tags zuvor am Novarock-Festival.  

Viel weniger Müll

Genau 26’218 Besucher zog das Greenfield Festival 2008 an, trotz Euro und trotz schlechten Wetters. Über 10’000 kamen mit dem öffentlichen Verkehr. Zusätzlich zählten die Organisatoren mehr als 5000 Fahrzeuge und Wohnmobile. Dies teilte Geschäftsführerin Iris Huggler an der Pressekonferenz am Sonntag mit. Das Festivalgelände blieb, trotz der vielen Besucher, sauber. Der Abfall habe sich laut Huggler um zwei Drittel verringert. Dies sei dem ausgebauten Mehrwegsystem zu verdanken. Neu liessen sich am Greenfield Festival nebst den Mehrwegbechern auch gebrauchte Essensschalen und Pet-Flaschen gegen Pfand eintauschen. Ein Novum, wie Huggler erklärte. Das System fand jedoch bereits im ersten Jahr grossen Anklang.  


Rock – ohne Kompromisse

Das Greenfield Festival hat sich nach nur vier Jahren in der Festival-Branche klar positionieren können: Drei Tage Rock – ohne Kompromisse. „Diese Idee war der richtige Entscheid“, betonte Programmchef Bös.

Das Sonntagsprogramm war, wie 2007, bei vielen Festivalbesuchern verpönt. Hunderte verliessen noch vor dem Mittag mit Sack und Pack den Zeltplatz. Zu unrecht, denn das Programm war – trotz des Ausfalles von Linkin Park – attraktiv: Da waren etwa noch die Latin-Ska-Leute der mexikanischen „Panteon Rococo“, die „Beatsteaks“, die Punkrocker „Nofx“ und eben „Bad Religion“. Und auch das Wetter spielte wieder mit. Die Bezeichnung Sommer verdiente es zwar noch lange nicht. Doch das Greenfield Festival läutete diesen zumindest ein. Hoffentlich.