Kultur | 17.07.2008

Altgediente spielen länger

Die Punkrocker von "The Offspring" eröffneten als Freitag-Headliner das Greenfield Festival. Petrus trug zum gelungenen Start bei und war für einmal kein Spielverderber.
Ist älter geworden, aber rocken kann er noch genauso wie in den Neunzigern: Dexter Holland, Sänger von The Offspring. Fotos: Greenfield Festival Auch der Bass stimmte beim Freitags-Headliner The Offspring.

Es gibt sie doch noch: Die legendären „The Offspring“, die Begründer des modernen Punk-Rocks sozusagen, die Band, die in den 90er Jahren Hits in der Massenproduktion fertigte.

Nach 2004 zog es die vier Amerikaner nun erneut in die Schweiz. Sie benötigten nur wenige Lieder, um das Publikum zu begeistern: „Pretty Fly (For A White Guy)“, oder „Want You Bad“ etwa. Alle kannten ihre Lieder, alle sangen mit. Ein fröhliches Fest, das viele in die Jugendzeit zurück versetzt haben dürfte.

Sänger Dexter Holland ist in die Jahre gekommen, man sah es ihm an. Er und seine Kumpels sind nicht mehr die Highschool-Rocker von damals. Am Auftritt änderte das wenig. Die Töne sassen, der Bass brummte, es passte. Das Gastspiel von „The Offspring“ dauerte nur etwas mehr als eine Stunde.  

„Sängerkrieg“ der Mittelalter-Rocker

Wer das Greenfield Festival kennt, der weiss: Auf dem Flughafen in Interlaken spielt manch eine Band, die in der hiesigen Musiklandschaft nicht in aller Munde ist. So etwa „Bullet For My Valentine“. Die walisischen Musiker spielten das erste Mal überhaupt auf einer Schweizer Bühne. Ob der Berglandschaft zeigten sie sich begeistert: „It’s such a beautiful place“, das ist ein wunderschöner Ort, sagte Sänger Matthew Tuck. Dem pflichteten auch „In Flames“ aus Schweden bei. Zur selben Zeit heizten „In Extremo“ in der Zeltbühne ein. Die deutschen Mittelalter-Rocker sind ein Garant für gute Festival-Stimmung. Mit Tröten, Dudelsäcken und einer Flammenshow boten die sieben Musiker eine Kostprobe ihres neusten Albums „Sängerkrieg“, das in Deutschland Platz eins der Albencharts hält.  

„Oranjes“ bestaunen Cello-Spektakel

Es war kühl an diesem Freitagabend. Kühl und – kaum zu glauben – trocken. Petrus hatte nach vier Jahren Greenfield erstmals ein Einsehen: Er liess die Schleusen geschlossen und bereitete damit tausenden Besuchern Freude.

Auch für den Fussball war das Wetter ideal. Denn das runde Euro-Leder machte auch vor dem Festivalgelände nicht Halt: Fahnen der Holländer, Schweizer und Schweden wohin das Auge blickte. Eine Grossleinwand übertrug sämtliche Spiele des Wochenendes. Unter das bunte Partyvolk mischten sich „Oranje-Fans“.

Hätte ein Cello Gefühle, würde es die finnischen „Apocalyptica“ fürchten: Rücksichtslos jagten diese ihre Pferdehaar-Bögen über die Saiten und schmetterten dem Publikum geballten Melodic-Metal entgegen. Während der Geisterstunde bestachen sie auch durch gefühlsvolle Passagen. Die Celli werden es den Musikern gedankt haben.