Legenden und ihre Fans

Der Mittwochnachmittag steht für Tratsch und Zeitung lesen in meinem Lieblingscafé bei der ETH Zürich. Meine Kollegin Tina und ich sitzen Martin gegenüber, der an seinem Bier nippt und gleichzeitig einer Frau nachschaut, die der Frontfrau der dänischen Band The Raveonettes verdächtig ähnlich sieht. Ich hab mich schon den ganzen Morgen auf meinen Kaffee gefreut und bin inzwischen bei der dritten Tasse angelangt. Hyperaktiv werde aber nicht ich, sondern Tina, als sie plötzlich mit der Faust auf den Tisch schlägt. Sie hat eben einen Blick in die neue Ausgabe des New Musical Express geworfen und zeigt sich entsetzt über den Diebstahl von Ian Curtis’ Grabstein. Martin dagegen meint so gelassen wie immer das sei doch nicht so schlimm wie die verschwundene Asche von Curt Cobain.

Ich persönlich bin ja nicht so der Curtis-Fan. Das ganze Legenden-Getue um den Joy Division Sänger, den Mitverantwortlichen der hyperdepressiven New Wave Szene, ich kann es nicht wirklich verstehen. Hat sich Curtis 1980 nicht einfach nur erhängt, weil er Angst hatte, in naher Zukunft plötzlich unwichtig zu sein? Falls das der Grund für den damaligen Suizid war, wurden die Gebete des Musikers nun endgültig erhört: Über Curtis’ verschwundenen Grabstein spricht ganz England. 

Martin ist da aber anderer Meinung. Ein echter Fan würde den Grabstein seines Idols nicht klauen. Bei Curt Cobain hält es Martin allerdings durchaus für möglich, dass eine geistig verwirrte Person die Asche des Grunge-Helden mitgehen liess. Was den Fall von Curtis’ Grabstein angeht, behauptet Martin, dass er das Rätsel sowieso schon gelöst habe. Es seien meine Schützlinge sagt er, steht auf und singt: “Let’s dance to Joy Division and celebrate the irony”. Ein kleiner Verweis auf die Liverpooler Band The Wombats, die ich, seit ich sie zum ersten Mal in Zürich getroffen habe, voll und ganz in mein Herz geschlossen habe. Vielleicht wars ja Keith Richards von den Rolling Stones, schlage ich vor “Der hat doch vor einem Jahr die Asche seines Vaters gesnifft”. “Wer weiss, vielleicht bekam er den Tipp ja von Cobains Witwe Courtney Love. Die Dame kennt sich ja bekanntlich bestens aus mit Schnee und Co.” Die Bemerkung einmal ausgesprochen, setzt sich Martin wieder zu uns und fragt ob wir nicht langsam gehen könnten. Das Raveonettes-Double reagierte auf die Frage, ob sie schwanger sei, nämlich nicht so erfreut. Die Sängerin von The Raveonettes ist zwar laut Klatschpresse schwanger, das Double aus Zürich aber offensichtlich nicht.

Ein amerikanischer Freund

“Thank you. Thank you all for coming!” Charismatisch, eindrücklich und präsidial, wie er schon seit Monaten aus den Medien zu uns über den Atlantik blickt, so wirkte Barack Obama  auch in natura. Im Rücken symbolträchtig Siegessäule und Brandenburger Tor begrüsste Obama, demokratischer Präsidentschaftskandidat (!) und Hoffnungsträger eines neuen amerikanischen Traumes, die rund 200 000 Zuhörer am 24. Juli in Berlin.

Amerikanische Show

Tage zuvor. Ein amerikanischer Freund würde zu Besuch kommen. Und die Amerikaner sind ganz besondere Freunde. Vor Wochenfrist noch war der irakische Regierungschef Nuri El-Maliki zu Gast gewesen, mit weitaus weniger Aufsehen und Echo. Denn da hatte der amerikanische Politzirkus ja bereits begonnen. Die Wahlkampfmaschine Obamas startete jedoch holprig. Seine „transatlantische Grundsatzrede“ sollte eigentlich direkt am Brandenburger Tor stattfinden. Das Brandenburger Tor als Sinnbild der Überwindung des Kalten Krieges. Worauf Bundeskanzlerin Angela Merkel allerdings ihr “Befremden” äusserte. Ein Auftritt an so einer symbolischen Stätte könne als eine deutsche Einmischung in den amerikanischen Wahlkampf missverstanden werden, liess Regierungssprecher Thomas Steg verlauten. Um Wahlkampf ging es neben allen Sympathiebekundungen natürlich, wie überall wo Obama derzeit erscheint.

Von der Klagemauer zur Berliner Mauer
Seine achttätige Reiseagenda (Afghanistan, Irak, Israel, die palästinensischen Gebiete) spricht da klare Worte. Die einzige öffentliche Rede sollte nun aber im Berliner Tiergarten an der Siegessäule stattfinden. Dies führte zu Bedauern in Paris und London, da diese gerne dieser Ehre zuteil geworden wären. Aber Berlin wurde natürlich nicht zufällig Ort dieses geschichtlichen Ereignisses. Die Berater Obamas sehen in Angela Merkel die einflussreichste Poltikerin Europas. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sei noch nicht lange im Amt und der britische Premier Gordon Brown stecke derzeit in einer politischen Krise. Zusätzlich hätte die Geschichte des Brandenburger Tors der geplanten Grundsatzrede mehr Gewicht als beispielsweise der Pariser Eiffelturm verliehen.

Ein neues Zeitalter

Nun war er also da. Der 46-jährige Liebling der Massen, der den Umbruch in ein neues, besseres Zeitalter schaffen soll. Er wäre der erste dunkelhäutige Präsident. Wäre, weil noch gibt es in dem zwar blassen John McCain einen Konkurrenten, dem durchaus gute Chancen zugerechnet werden. Hier in Europa scheint daran keiner zu denken. Unser amerikanischer Freund wird ähnlich euphorisch und bewundernd empfangen wie 1963 John F. Kennedy mit seiner berühmten Rede vor dem Schöneberger Rathaus, der aber damals bereits seit zwei Jahren amerikanischer Präsident war.

Familienbesuch
Wie ein Familienbesuch mutete dieser hohe Besuch an. Morgens wurde Obama abgeholt am Flughafen. Traf sich zuerst mit Bundesmutter Merkel, Small Talk im grossen Stil (Deutsches Engagement in Afghanistan, Klimawandel, und so weiter.). Es ging weiter zu Aussenminister und Vaterfigur Frank-Walter Steinmeier, der “eine gemeinsame Philosophie in der Aussenpolitik” erkannte. Das Gästezimmer Obamas befand sich im Hotel Adlon. Hier in der prunkvollen Nobelherberge nahe der Siegessäule ein abschliessendes Treffen mit Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Themen seien hauptsächlich der amerikanische Wahlkampf und die Stadt Berlin gewesen, so Wowereit nach der Begegnung. Geschenke wurden ausgetauscht. Eine Bären-Figur der traditionsreichen Königlichen Porzellan Manufaktur Berlins für Barack Obama und für Berlin Glanz und Glamour. Anschliessend kurzes Jogging.

I love Berlin
Um 19 Uhr dann der gross erwartete Auftritt vor der Siegessäule, Obama traf sich sympathisch lächelnd mit Normalsterblichen. Die Anwesenden lauschten gespannt den Worten, applaudierten ihm, wünschten ihm so alles erdenklich Gute für den harten Wahlkampf, der erst in den nächsten Monaten in die heisse Phase kommen wird. “I love Berlin”, so sein Dank. Nach dem grossen Auftritt herrschte für einmal familiäre Einigkeit in den Reihen der deutschen Parteien. Edmund Stoiber, CSU-Ehrenvorsitzender, würdigte Obamas Verkörperung von „Charisma und Führung“. SPDler Klaus Schütz lobte, Obama  habe die Menschen von ihren Zweifeln an Amerika befreit und Linksfraktionschef Gregor Gysi erklärte: “Obama vertritt eine neue Generation und strahlt einen anderen Zeitgeist aus, allerdings befangen im bisherigen System.” Barack Obama, der Weltbürger. Nach seiner Rede verliess Obama überraschend noch einmal sein Hotel und ass im Nobel-Restaurant “Borchardt” zu Abend. Der Menuplan wurde nicht veröffentlicht. Allerdings steht auf der Speisekarte eines Weltbürgers wohl mehr als nur Burger und Fritten.

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Verbotene Türme

“Würden wir eine Kirche in der Türkei bauen wollen, ginge das auch nicht!” Ein oft gehörtes Argument, wenn es um die Frage geht, ob in der Schweiz Minarette gebaut werden dürfen. Seit die Schweizerische Volkspartei (SVP) zusammen mit der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) im Mai 2007 die Minaretts-Initiative lancierte, beschäftigt der Minarettstreit die gesamte Schweiz von St. Gallen bis Bern. Dabei drehen sich die Debatten unter anderem um die Frage nach der Religionsfreiheit sowie natürlich der Toleranz. Für jene plädierte Bundesrat Pascal Couchepin gegenüber dem Blick als er sagte: “Ich habe viel über dieses Thema nachgedacht. Wir sind immer kritisch gegenüber Neuem. Wir fragen nicht spontan: Was bieten sich für Chancen? Sondern als Erstes kommen die Ängste. Ich plädiere für ein wenig Naivität und Offenheit gegenüber Neuem in der Welt.”

Graue Wölfe
Ein Minarett ist in der Schweiz tatsächlich ein Fremdkörper, allerdings sind nicht bekannte Bauten und Kulturen ja hier um sie kennen zu lernen. Einen Beitrag dazu leistet der türkische Kulturkreis Olten, auch “Olten Türk Kültür Ocagi” genannt. Der Verein in Wangen bei Olten besteht seit 1978 und bekam vor drei Jahren vom Bau- und Justizdepartement die Erlaubnis, ein Minarett zu bauen. Schon bald jedoch regte sich Widerstand gegen das Vorhaben, da über der Moschee des Vereins nicht nur die Flaggen der Schweiz und der Türkei wehten, sondern auch eine Flagge mit einem Grauen Wolf drauf.

Schnell wurde die Befürchtung geäussert, bei dem Grauen Wolf könnte es sich um das Symbol einer rechtsextremen türkischen Gruppierung handeln, und der Skandal war perfekt. Dass der türkische Kulturkreis in seiner 30-jährigen Vereinsgeschichte noch niemals negativ aufgefallen ist, wurde dabei ausser Acht gelassen. Auch die Verteidigung des Vereins, dass der graue Wolf ein sehr altes türkisches Symbol sei und in keinster Weise eine Bedrohung für andere Völker oder Religionen darstellen soll, half wenig gegen die geschürte Angst der Medien und einiger rechter Politikerinnen und Politiker. Dabei war der türkische Kulturkreis keineswegs früh dran mit seinem Gesuch um ein Minarett: In Genf steht seit 1978 eine Moschee mit Minarett, in Zürich sogar schon seit 1962.

Der Verein, auf dessen Dach auch immer das Gemeindewappen von Wangen an der Fahnenstange prangte, tut viel für die Integration von Türkinnen und Türken in der Gemeinde. So gibt es zum Beispiel jedes Jahr einen Tag der offenen Tür, an dem alle Gemeindemitglieder die Möglichkeit haben, den Kulturkreis kennen zu lernen. Oft veranstaltet der Verein auch Konzerte und Fussballturniere. Einer der Schwerpunkte der Vereinsarbeit ist jedoch das Angebot von Förderkursen für Schüler. Jedes Jahr schaffen etwa 25 junge Mitglieder des Vereins den Sprung in die Kantonsschule, nicht zuletzt dank den Bildungs- und Integrationsbemühungen des türkischen Kulturkreises. Im Vereinslokal gibt es ausserdem viele Freizeitangebote wie Billiard, Dart oder Tischfussball. Selbstverständlich wurde auch die Euro dieses Jahr auf einem grossen Bildschirm gezeigt.

Es mag wohl sein, dass dem Islam in der Schweiz ein intolerantes Image anhaftet, wer jedoch das zu Beginn dieses Textes genannte Argument vertritt, sollte eine Reise nach Istanbul wagen. Die Behauptung, dass der Bau von katholischen Kirchen in der Türkei nicht möglich sei, wird in dieser türkischen Metropole nämlich widerlegt. In Istanbul stehen nicht nur verschiedene katholische Kirchen, sondern auch zahlreiche Moscheen und Synagogen. Der Himmel über ihnen ist offenbar gross genug, dass sie ihn teilen können.

Erbeeren-Albtraum

Mit Geburtstagsgeschenken ist es so eine Sache – Jahr für Jahr. Da die Amazonen allesamt in den Sommermonaten Geburtstag feiern, sind wir inzwischen ziemlich gut darin, Geburtstagsüberraschungen zu improvisieren. Das geht von Postenläufen über Ballonfeste bis hin zu Geburtstagstänzen. Doch gerade was Geschenke anbelangt, liegt das Fettnäpfchen manchmal gar nicht weit. So auch am 25. Geburtstag von Lockenkopfs Freund. Lockenkopf – ganz die gute Freundin – hatte ihm zu Ehren eine Grillparty auf der Dachterrasse organisiert – welch Überraschung, welch Freude. Alles lief in geregelten Bahnen. Das Desaster begann sich erst abzuzeichnen, als Lockenkopf ihrem Liebsten mit siegessicherem Lächeln ihr Geschenk überreichte. Aus dem Geschenkpapier wickelte ihr Liebster… eine gigantische Büchse Erdbeerjoghurt.

Ganze fünf Kilo Erdbeertraum, eigentlich für die Gastronomie gedacht. Die gute Freundin wusste schliesslich ganz genau, dass ihr Liebster Joghurt in rauen Mengen vertilgte. Und fruchtig musste es sein, Fruchtigkeit war das Gebot der Stunde. Ob Esswaren grundsätzlich gute Geschenke hergeben, darüber lässt sich streiten. Doch am Gesicht ihres Liebsten zeigte sich zuerst Irritation, alsbald leichtes Unverständnis ab. Irgendwann begann er den Kopf zu schütteln, langsam, und dann immer heftiger. Sie ahnen es sicher bereits – der Beschenkte kann Erdbeerjoghurt nicht ausstehen. Fassungslos versuchte er dennoch zu begreifen, dass seine Freundin ihn gerade mit einer Unmenge von Erdbeerjoghurt beglückt hatte. Man muss sich das mal vorstellen, fünf Kilo – das bedeutet 27 kleine Joghurtbecher. Ich bin sicher, dass der Arme noch im Traum von kleinen, rennenden Erdbeeren verfolgt wurde. Schliesslich musste sein WG-Mitbewohner sich der 5-Kilo-Büchse annehmen. Und Lockenkopf hat einmal mehr bewiesen: Sie ist sogar dann masslos, wenn sie eigentlich nur eine gute Freundin sein will.

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“Wir versuchen, auf unserem Weg zu bleiben”

Was ist für euch Glaube?
Nathanael: Dafür gibt es sicher verschiedene Definitionen. Die Botschaft, die wir gerne vermitteln möchten, ist vor allem der Glaube an einen Gott, den man praktisch und persönlich kennen lernen kann. Wir gehen von der Botschaft aus: Durch das Geheimnis des Glaubens treten wir einer Kraft näher, die uns durchs Leben begleitet. Etwas, das in uns verborgen liegt und einen auch durch schwierige Situationen begleitet und uns zudem auch lehrt, damit umzugehen und nicht gleich aufzugeben.

Kennt ihr euch schon lange?
Fabian: Wir gingen schon als Kinder in die gleiche Freikirche. Jeder von uns spielte bereits ein Instrument und so kamen wir eines Tages auf die Idee zusammen zu spielen. Das war der Anfang unserer Band.

Wie entstehen eure Songideen?

Nathanael: Sie sind aus dem Leben gegriffen. Alles was uns beschäftigt, versuchen wir in unseren Songs auszudrücken. Der christliche Glaube ist dabei natürlich zentral und wir möchten ihn in unseren Texten thematisieren.

Was beschäftigt euch im Alltag?

Patrick: Probleme die jeder von uns kennt. Die Trägheit des Alltags zum Beispiel, dass Menschen heute von Wochenende zu Wochenende leben. Aber auch die ständigen Kriege auf dieser Welt, daran denken wir oft.

Wie reagieren die Fans auf euch? Sind viele von ihnen ebenfalls gläubig?
Fabian und Nathanael: Wir haben bis jetzt nur auf christlichen Events gespielt, dadurch kommen vor allem Leute an unsere Konzerte, die ebenfalls in einer Kirchengemeinde sind. Dazwischen gibt es aber sicher auch Leute im Publikum, die keine Freikirche besuchen. Bis jetzt erhielten wir von allen Seiten mehrheitlich positive Feedbacks. Ab und zu gab es zwar kritische Bemerkungen, doch mit denen konnten wir gut umgehen, denn für uns ist es wichtig, unserem Glauben und unserer Musik treu zu blieben.

Ihr habt schon einige Konzertauftritte hinter euch gebracht. Gibt es ein Highlight?

Fabian: Definitiv das Panoramafest von diesem Mai. Wir spielten drei Tage hintereinander in einer Turnhalle, das war toll. Die intensivste Zeit für uns als Band war aber unsere Studiozeit, in der wir unser erstes Album aufnahmen. Es war super: Um 9 Uhr Morgens haben wir begonnen und um Mitternacht verliessen wir das Studio wieder. Wir haben sehr viel Engagement in die Aufnahmen gesteckt, was unsere Bandgemeinschaft  gestärkt hat. Ausserdem hatten wir auch viele lustige Momente zusammen.

Welche Botschaft möchtet ihr als Band weitergeben?
Patrick und Nathanael: Dass wir daran glauben, dass es noch eine Hoffnung gibt auf dieser Erde. Für uns ist dies Gott. Wir versuchen einerseits, für andere Christinnen und Christen ein Vorbild zu sein und möchten andererseits zeigen, dass wir auch Vollgas geben und nicht unbedingt dem braven christlichen Image entsprechen.

Welche Ziele verfolgt ihr weiter?
Fabian: Wenn möglich, möchten wir noch eine zweite CD aufnehmen und weiterhin an verschiedenen Events spielen. Wir planen immer von einem Schritt zum Nächsten. Kürzlich drehten wir einen Videoclip, der demnächst veröffentlicht wird, damit wollen wir etwas Werbung für uns machen.

Habt ihr einen Tipp für Newcomerbands?

Alle: Freude an der Musik, das ist das Wichtigste. Für den Zusammenhalt als Band ist es aber wichtig, dass man sich nicht nur durch die Musik kennt sondern auch in der restlichen Zeit Sachen zusammen unternimmt. Ausserdem sollten die einzelnen Mitglieder vom Musikstil her zusammenpassen.

Was sind die Schattenseiten des Bandlebens?
Patrick: Meist sind es die organisatorischen Sachen, die nicht so Spass machen. Manchmal strengt uns die Bandprobe schon etwas an, aber durch unsere Freude am Musikmachen vergessen wir das meistens schnell. Zwischendurch erleben wir es auch, dass jemand von Ausserhalb der Band eifersüchtig auf uns ist, doch wir versuchen, uns nicht zu fest davon beirren zu lassen und probieren stets auf unserem Weg zu bleiben.

Habt ihr jeweils ein Ritual vor euren Auftritten?

Alle: Jeder steckt sich Taschentücher in die Ohren (alle lachen) Meist beten wir vor einem Auftritt. Das gibt uns den Kick, um gut zu starten und einen guten Bühnenauftritt hinzulegen.

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Karten, Küchen und Kinofilme

Ricardo.ch

Wieso in dieser Hitze in unterkühlte Läden gehen, wenn alles Nötige auch von zu Hause mit einem kühlen Drink und hochgelegten Beinen gekauft werden kann? Ricardo.ch sei dank. So brauchte ich kürzlich dringend eine Küche. Eine komplette, vom Herd bis zum Kühlschrank. Eine Abwaschmaschine wäre ein zusätzlicher Luxus gewesen, zu dem ich nicht Nein gesagt hätte. Kurzum: innert zwei Tagen hatte ich eine komplette Einbauküche, obwohl gebraucht noch äusserst funktionstüchtig, der Lieferservice wurde mir auch gleich angeboten. Alles zusammen: 500 Franken. Und auch mein neues Hobby ist dank Ricardo.ch in seiner Blütenzeit: Motorrad fahren. Eine ganze Ausrüstung und einen super Chopper kann ich dank dem Online-Bietsystem seit kurzem mein Eigen nennen.

Jessica Hefti, 18 Jahre, Zürich

Map.search.ch
Es ist gar nicht auszumalen, was ich ohne map.search.ch machen würde. Da müsste ich auf meinem Pult in der Redaktion ja stapelweise Landkarten haben. Mit map.search hingegen finde ich jederzeit und ruckzuck heraus, wo genau das Haus liegt, in dem die Pressekonferenz von morgen Mittag stattfindet, oder auch wo die Alp ist, die ich nächste Woche für eine Reportage besuche. Alles kein Problem. Und Zug- oder Busverbindungen lassen sich mit Klicks auf die entsprechenden Haltestellen ja auch ganz bequem heraussuchen. Ich brauche map.search bei meiner journalistischen Arbeit täglich, meist in Kombination mit sbb.ch für die Fahrpläne und tel.search für die Suche nach Adressen, Telefonnummern oder Namen, je nachdem welche Informationen ich bereits besitze.

Janosch Szabo, 23, Grossaffoltern

Imdb.com
Als fleissige Film-Konsumentin kann ich mir nicht alle Filmtitel und Namen von Schauspielern, Regisseuren oder anderen beteiligten Leuten merken. Darum gehört die Internet Movie Database, kurz IMDB, fest zu meinem Alltag. Ist mir der Name eines schon längst gesehenen Streifens entfallen, konsultiere ich das Profil eines Schauspielers, der darin mitgewirkt hat. Auf diesem Profil sind alle seine bisherigen und kommenden Projekte aufgelistet. Wenn ich mich an keinen der Schauspieler erinnere, weiss ich vielleicht noch, wie einer der Charaktere im Film geheissen hat. Oder wo das Werk gedreht wurde. Bis jetzt habe ich auf der Internet-Filmdatenbank imdb.com jedenfalls immer gefunden, wonach ich gesucht habe.

Nicole Mani, 20 Jahre, Thun

Tripadvisor.com
“Get the truth. Then go.” Das Motto von Tripadvisor.com ist bei der Online-Bewertungsseite Programm. Über 30 Millionen Besucherinnen und Besucher verzeichnet die Website im Monat, und allesamt sind sie kleine Experten, was das Reisen angeht, denn: Sie waren da. Sie wissen, ob das Frühstücksbuffet tatsächlich hält, was es verspricht, ob das Hotel an einer lauten Hauptstrasse liegt und wie es um die Kinderfreundlichkeit steht. Rund 300 000 Hotels weltweit findet man auf Tripadvisor bewertet, ergänzt durch Restauranttipps in der Nähe sowie Vorschläge fürs Tages- und Abendprogramm. Egal ob die nächste Reise nach Asien, Amerika oder in ein europäisches Land geht, ein Besuch auf der Seite ist sozusagen Pflicht. Und sei es nur, um all die treffenden bösen Kundenbewertungen zu lesen.

Lena Tichy, 22 Jahre, Bern

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Verrenken vor Publikum

Samstagmorgen, im Berner Rosengarten: Der Himmel ist stahlblau, das Gras ist noch taufrisch und die Altstadt liegt einem zu Füssen. Neben Touristen, Pärchen und Angestellten der Stadtgärtnerei ist an diesem Vormittag noch eine andere Gruppe vor Ort: Um kurz vor Neun treffen sich etwa zwölf Frauen und Männer auf der grossen Wiese, alle ausgerüstet mit Yogamatten und einer Flasche Wasser. Sie sind hier, um bei der ersten Guerilla-Yoga-Session der Hauptstadt mitzumachen. Im Zentrum steht dabei nicht die Yogaform, die praktiziert wird, sondern der Ort, wo die Gruppe sich trifft. Urban soll es sein, vielleicht etwas lärmig, und natürlich ist Beton als Unterlage kein Problem. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Stunde an einem öffentlichen Ort stattfindet, wo Jede und Jeder die Möglichkeit hat, daran teilzunehmen oder zuzuschauen.

Anfänger und Fortgeschrittene
Der Rosengarten mit seinen samstäglichen Touristengruppen bietet in diesem Fall mehr als genug Publikum für das erste Treffen. Um die Yoginis und Yogis auf die aussgergewöhnliche Lektion einzustimmen, nimmt sich Lehrer Matthias Brun zu Beginn viel Zeit. Die Teilnehmenden sind bunt gemischt: Für Einige ist es das erste Mal überhaupt, Andere unterrichten bereits selbst. Trotz dem unterschiedlichen Vorwissen bildet die Gruppe für die kommenden neunzig Minuten eine Einheit und lässt sich weder von knipsenden Fotokameras noch von amüsierten Passanten-Kommentaren ablenken. Anders als in einem geschlossenen Raum spürt man beim Guerilla Yoga die Elemente sehr direkt. Soll heissen: Nach etwa einer Stunde Yoga unter der Sonne sind Einige Teilnehmende, darunter die Autorin selbst, bereits ziemlich verschwitzt.

Auf die Idee, Yoga im öffentlichen Raum zu betreiben, kamen zuerst ein paar Hamburger, deren Konzept mittlerweile nicht mehr nur in ihrer eigenen Stadt, sondern auch in Berlin, Frankfurt, München und sogar Zürich angewandt wird. Auch Nadine Guldimann, Timur Steffen und Yogalehrer Matthias Brun, die das Guerilla-Yoga in Bern organisieren, verliessen sich beim Start auf die Unterstützung des Projekts aus Hambrug. Mit der ersten Session ist Nadine Guldimann sehr zufrieden: “Mir gefällt es, für einmal nicht hinter verschlossenen Türen Yoga zu machen. So ist es zwar schwieriger, sich ganz auf die Bewegung zu konzentrieren, doch ich glaube, dass man beim Guerilla-Yoga auch sehr viel lernen kann.”

Info:


Die nächste Guerilla-Yoga-Session findet am Samstag 26. Juli von 9.00 bis 10.30 in Bern statt, wiederum mit einer professionellen Yogalehrerin oder einem Yogalehrer. Der genaue Ort wird jeweils 24 Stunden vorher auf der Website (siehe Link) aufgeschaltet. Die Lektion ist kostenlos, am Ende werden jedoch Spenden für ein Tierheim gesammelt.
Weitere Guerilla-Yoga Daten:

Samstag 2. August, 9h – 10.30h
Donnerstag 7. August, 19h – 20.30h
Donnerstag 21. August, 19h – 20.30h
Donnerstag 28. August, 19h – 20.30h

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Männer in Röcken und Frauen hinter Schleiern

Die Menschen im Jemen kleiden sich anders als in Europa, komplett anders. Männer tragen Röcke und Kleider, dazu passend das karierte Tuch, welches durch den ehemaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat in der ganzen Welt bekannt wurde. Frauen sind komplett schwarz verschleiert. Sie tragen nicht nur ein reguläres Kopftuch, sondern auch einen Schleier, der ihr ganzes Gesicht verhüllt und nur die Augen freilässt. Doch wer hätte gedacht, dass man in einem der konservativsten islamischen Länder Unterwäsche finden kann, die verruchter und fantasievoller ist, als die meisten Europäerinnen und Europäer sich das vorstellen können.

Männer in Röcken
Die traditionelle Kleidung für Männer im nördlichen Jemen besteht aus einem langen, hemdartigen Kleid, welches meistens weiss ist, manchmal aber auch schwarz oder sogar lachsfarben sein kann. Das Kleid wird kombiniert mit einem golden verzierten Dolchgürtel und dem Dolch, der Janbia, im Schaft. Dazu tragen die Jemeniten vorzugsweise das Jackett eines Herrenanzugs. Als Kopfbedeckung beliebt sind die karierten Arafat-Tücher oder weisse Tücher mit farbigen, detailreichen Verzierungen. Im südlichen Jemen ist die Mode anders, hier tragen die Männer eine Art Wickelrock, gemustert und in den verschiedensten Farben erhältlich.

Schwarz verhüllte Frauen
Die Kleidung der Frauen, zumindest diejenige, die man auf der Strasse sieht, ist weniger spektakulär. Sie besteht aus einem alles verhüllenden, langen, schwarzen Kleid, dem Balto, aus einem meist schwarzen Kopftuch und dem Niqab, einem Schleier, der das ganze Gesicht verhüllt und eine kleine Lücke für die Augen freilässt. Besonders konservative Frauen tragen zusätzlich schwarze Handschuhe, damit auch das letzte bisschen Haut verdeckt bleibt. Interessanterweise scheinen die Füsse nicht besonders wichtig zu sein, denn an diesen tragen die Frauen fast ausschliesslich Sandaletten. Allerdings gibt es hier kaum qualitativ hochwertige Schuhe, die meisten sind aus Plastik.

Unter dem Balto

In Anbetracht der sehr verhüllenden Kleidung auf der Strasse ist die Unterwäscheabteilung des grössten Kleiderladens in Jemens Hauptstadt Sana’a eine echte Überraschung. Hier findet eine Frau alles, um ihrem Mann zu gefallen. Die Dessous sind zum Beispiel durchsichtig, pink, knallrot oder in Tarnfarben zu haben, darüber hinaus kann man Höschen kaufen, die mit Federn, Spitzen, mit Pompons oder auch Strass und Glimmer verziert sind. Kurzum: Alles, was ein Männerherz höher schlagen lässt. Befremdend ist es jedoch, wenn die männlichen Ladenmitarbeiter den gänzlich verschleierten Frauen die verschiedenen Modelle im Angebot erklären. Davon hätte ich gerne Fotos gemacht, doch verständlicherweise war das in diesem Fall eher unangebracht.

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Altgediente spielen länger

Es gibt sie doch noch: Die legendären “The Offspring”, die Begründer des modernen Punk-Rocks sozusagen, die Band, die in den 90er Jahren Hits in der Massenproduktion fertigte.

Nach 2004 zog es die vier Amerikaner nun erneut in die Schweiz. Sie benötigten nur wenige Lieder, um das Publikum zu begeistern: “Pretty Fly (For A White Guy)”, oder “Want You Bad” etwa. Alle kannten ihre Lieder, alle sangen mit. Ein fröhliches Fest, das viele in die Jugendzeit zurück versetzt haben dürfte.

Sänger Dexter Holland ist in die Jahre gekommen, man sah es ihm an. Er und seine Kumpels sind nicht mehr die Highschool-Rocker von damals. Am Auftritt änderte das wenig. Die Töne sassen, der Bass brummte, es passte. Das Gastspiel von “The Offspring” dauerte nur etwas mehr als eine Stunde.  

“Sängerkrieg” der Mittelalter-Rocker

Wer das Greenfield Festival kennt, der weiss: Auf dem Flughafen in Interlaken spielt manch eine Band, die in der hiesigen Musiklandschaft nicht in aller Munde ist. So etwa “Bullet For My Valentine”. Die walisischen Musiker spielten das erste Mal überhaupt auf einer Schweizer Bühne. Ob der Berglandschaft zeigten sie sich begeistert: “It’s such a beautiful place”, das ist ein wunderschöner Ort, sagte Sänger Matthew Tuck. Dem pflichteten auch “In Flames” aus Schweden bei. Zur selben Zeit heizten “In Extremo” in der Zeltbühne ein. Die deutschen Mittelalter-Rocker sind ein Garant für gute Festival-Stimmung. Mit Tröten, Dudelsäcken und einer Flammenshow boten die sieben Musiker eine Kostprobe ihres neusten Albums “Sängerkrieg”, das in Deutschland Platz eins der Albencharts hält.  

“Oranjes” bestaunen Cello-Spektakel

Es war kühl an diesem Freitagabend. Kühl und – kaum zu glauben – trocken. Petrus hatte nach vier Jahren Greenfield erstmals ein Einsehen: Er liess die Schleusen geschlossen und bereitete damit tausenden Besuchern Freude.

Auch für den Fussball war das Wetter ideal. Denn das runde Euro-Leder machte auch vor dem Festivalgelände nicht Halt: Fahnen der Holländer, Schweizer und Schweden wohin das Auge blickte. Eine Grossleinwand übertrug sämtliche Spiele des Wochenendes. Unter das bunte Partyvolk mischten sich “Oranje-Fans”.

Hätte ein Cello Gefühle, würde es die finnischen “Apocalyptica” fürchten: Rücksichtslos jagten diese ihre Pferdehaar-Bögen über die Saiten und schmetterten dem Publikum geballten Melodic-Metal entgegen. Während der Geisterstunde bestachen sie auch durch gefühlsvolle Passagen. Die Celli werden es den Musikern gedankt haben.