Kultur | 17.06.2008

Wartend geniessen

Auch in diesem Jahr strömten wieder über 25-~000 Menschen nach Interlaken ans Greenfield Festival. Hauptsächlich um zu warten.
Wer am Festival ein paar frische Geldscheine brauchte, musste sich erstmal hinten anstellen. Fotos: Thomas Hirsbrunner

Es beginnt bei der Anreise. Wer mittels Zugverkehr über Bern nach Interlaken reist, was gezwungenermassen ein Grossteil der Festivalbesucher tut, wird erstmals unangenehm überrascht. Die aus Basel eintreffenden Intercity-Züge sind vor Bern sehr gut besetzt, nach dem Halt in der Hauptstadt hoffnungslos überfüllt. Extrazüge fahren im Stundentakt. Der Vorfreude der stets gut gelaunten Greenfieldbesuchern tut dies aber keinen Abbruch. Wer keinen Platz im Zug mehr findet, wartet auf den nächsten. Eine halbe Stunde verstreicht.

Nach einer einstündigen, wohl im Stehen verbrachten Fahrt, dauert es in Interlaken Ost nicht allzu lange bis die Beine das zweite Mal auf ihre Standfestigkeit geprüft werden. Die Shuttle-Busse sind bis zum Bersten gefüllt, die Türen stark strapaziert. Trotzdem hat sich der Neuankömmling erst in einer langen Schlange einzureihen. Weshalb trotzdem nur alle 20 Minuten ein Bus mit dem Ziel „Festivalgelände“ auftaucht ist für Viele unverständlich. Der Ärger hält sich aber in Grenzen. Weitere 40 Minuten gehen dahin.

Da auch die folgenden Wartezeiten beim Eintritt ins Festivalgelände an Kasse und Gepäckkontrolle von vielen Greenfieldbesuchern nicht zuletzt mit ein paar Bierchen verkürzt werden, macht sich langsam aber sicher die Blase bemerkbar. Bevor einem jedoch einfällt, die allseits beliebten Toi-Toiletten zu suchen, findet man sich bereits in der Warteschlaufe wieder. Manchen wird es langsam zu viel, nicht nur wegen dem beissenden Geruch der von diesem Ort ausgeht. Dank dem breiten Angebot an Wc-Anlagen sind es diesmal allerdings nicht mehr als fünf bis zehn Minuten Wartezeit.


Die Rockzone
Nach dem Geschäft ist die Erleichterung gross, die Lust auf mehr Flüssigkeit aber ebenso. Pech hat nur, wem unterdessen das Portemonnaie nichts mehr hergibt. Denn die im Festivalgelände vorhandenen Bankomaten sind nicht wegen ihrer Grösse oder der Auffälligkeit halber schon von weitem zu sehen. Vor ihnen reiht sich Mann an Mann, Frau an Frau. Für viele hört der Spass auf. Unter einer halben Stunde des Ausharrens kommt trotzdem keiner an sein Geld.

Nach kurzem Anstehen am Eingang in die Rockzone, in der sich die beiden Bühnen befinden, ist es endlich soweit: Das Konzert steht an, die Publikumsmenge ist bereit, die Band wird verlangt. Und nein, gewartet wird ausnahmsweise nicht. Die Bands traten am diesjährigen Greenfield im Gegensatz zu anderen Festivals sehr pünktlich auf.

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