Kultur | 16.06.2008

Nicht von schlechten Eltern

Text von Jessica Hefti | Bilder von Jessica Hefti
Wilson Gonzalez, Sohn eines berühmten deutschen Schauspielers, wagt sich mit seinem ersten Album "Cookies" ins Musikbusiness.
Die Themen von Wilson Gonzalez sind, wer hätte das gedacht, Trinken, Frauen und wilde Partys.
Bild: Jessica Hefti

Wer hätte ihn nicht gerne? Einen kreativen Job, der einem den lieben langen Tag das tun lässt, wonach einem gerade so ist. Von Vorteil (oder Nachteil) ist es, wenn man nach einem US-Soulsänger und einer Zeichentrickmaus benannt wurde und den Nachnamen Ochsenknecht gratis dazu bekommen hat. Es war also nur schlau von Wilson Gonzalez Ochsenknecht, seine Arbeit im künstlerischen Sektor anzusiedeln. Nachdem der älteste Sohn des berühmten deutschen Schauspielers Uwe Ochsenknecht, mit dem Film „Wilde Kerle“ bereits einen Debütantenfilmpreis abgeräumt hat, machte er sich auf nach Amerika. Dort ist es ihm, trotz Film- und Kunststudium offenbar langweilig geworden und er setzte sich ins Tonstudio eines Kollegen von Papa. Nach der dortigen Bastlerei hat sich das Majorlabel Universal bereit erklärt, Wilsons erste Platte „Cookies“ herauszubringen.

Aschenbecher auf dem Kopf
Doch was sagt die Masse? Die ist nicht ganz so begeistert wie vom Hip-Hop-Ding, das sein kleinerer Bruder Jimi Blue Ochsenknecht macht. Und für die deutsche Presse ist die Musik „gut vorstellbar als Backgroundmusik in Billigläden für Teenagerklamotten“ (Süddeutsche Zeitung). Höhere Ziele scheint Wilson Gonzalez auch gar nicht gehabt zu haben. Die zwölf Songs, im Stil von melodiösem Pop-Rock, sind seine ersten öffentlichen Tastschritte in eine Richtung, die von seinem eigenen Musikgeschmack (Led Zeppelin, Arctic Monkeys und QOTSA) inspiriert ist. Schlagzeug spielen kann der Gute übrigens, seit er acht Jahre alt ist. Und zum Beweis, dass alle Songzeilen aus seiner Feder stammen, sind die Notizen dazu kringelwild im Booklet zu betrachten. In den Texten geht es darum, Fussball zu spielen wie Ronaldinho, zum Alkohol zu greifen wie Britney Spears oder sich wie Pete Doherty zu fühlen, der eine falsche Kate Moss abserviert. Mit gekonnter Ironie. Denn wer Aschenbecher auf dem Kopf balancieren kann (der Beweis im Booklet) und sich neben Paris Hilton auf Thomas Gottschalks Couch strecken kann, darf das.

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