Kultur | 16.06.2008

Jenseits der Naturgesetze

Text von Miriam Widmer
Die amerikanische TV-Serie "Heroes" ist ein Erfolg am Bildschirm. Tink.ch weiss wieso und stellt die DVD der ersten Staffel vor.
Der Genetiker Mohinder Suresh auf der Suche nach den Heroes. Fotos: Universal Pictures Die Teenagerin Claire kann sich Knochen brechen, ohne Schäden davonzutragen. Sie wäre allerdings lieber eine ganz normale junge Frau.

Bereits in der ersten Folge der amerikanischen TV-Serie „Heroes“ begegnet man einem spannenden Charakter. Der indische Genetiker Mohinder Suresh beschäftigt sich mit dem verborgenen Potential des Menschen, ausgehend vom Wissen, dass jeder von uns nur gerade einen Zehntel seiner Gehirnkapazität nutzt. Würden wir alle unser volles Potential ausschöpfen, so glaubt er, könnten wir unglaubliche Fähigkeiten entwickeln. Der Genetiker Mohinder ist überzeugt, dass schon die  kleinste genetische Veränderung dem Menschen ermöglichen könnte, Selbstheilungskräfte zu entwickeln oder Gedanken zu lesen.

Derweil geschieht überall auf der Welt genau das, was Mohinder mit seiner Forschung vermutet: verschiedene Menschen entdecken, dass sie über unglaubliche Gaben verfügen. Der New Yorker Krankenpfleger Peter Petrelli kann in seinen Träumen fliegen. Sein Bruder Nathan, ein einflussreicher Politiker, redet ihm ein, dass er unter Hirngespinsten leidet – bis seine Träume auf unerwartete Weise wahr werden. Die Teenagerin Claire kann sich sämtliche Knochen brechen, sie wachsen in Sekundenschnelle wieder zusammen.

„Ich-will-wissen-wies-weitergeht“
Ein weiterer Charakter ist der Japaner Hiro Nakamura, der felsenfest davon überzeugt ist, Raum und Zeit überwinden zu können, was ihm nach einigen Versuchen auch gelingt. In einer Folge landet er zum Beispiel im New York der Zukunft, kurz bevor die Stadt durch eine gigantische Bombe zerstört wird. Zurück in der Gegenwart macht er sich mit seinem besten Freund Ando auf den Weg in die USA, um die Katastrophe zu verhindern. Langsam finden die verschiedenen Helden zueinander, finden Verbündete, aber auch Feinde: der geheimnisvolle Bösewicht Sylar ist sehr interessiert an den Fähigkeiten der Heroes und wäre zu allem bereit, um sich eine anzueignen. Ein spannendes Spiel gegen die Zeit beginnt.

Mutanten- und Superheldenserien gibt es zwar schon unzählige, doch „Heroes“ sollte man sich nicht entgehen lassen. Die erste Staffel ist von der ersten Minute an spannend und bleibt es auch bis zum Ende, da immer wieder neue Fragen auftauchen, die den Zuschauer zum herumrätseln verführen und der „Ich-will-wissen-wies-weitergeht“-Suchtfaktor ist dementsprechend hoch. „Heroes“ unterscheidet sich von anderen Superhelden-Geschichten wie „X-Men“ oder „Dark Angel“ vor allem dadurch, dass es keine „Superhelden-Organisation“ gibt, welche die Betroffenen aufnimmt und all ihre Fragen beantwortet, die Heroes sind alle auf sich alleine gestellt und müssen die Antworten auf eigene Faust finden.

Die Serie ist jedoch nichts für Leute, die sich nicht alleine in den Keller trauen: einige Szenen sind blutig, unappetitlich und brutal, wie es bei diesem das Genre unvermeidlich ist. Fans von Action- und Mutantenserien werden die erste Staffel von „Heroes“ lieben. Kritisieren kann man lediglich das magere Zusatzmaterial auf der DVD: bei manchen Folgen hat es herausgeschnittene Szenen oder Kommentare, jedoch nicht bei allen. Ansonsten ist der Kauf der ersten Season von „Heroes“ eine gute Investition.