Gesellschaft | 23.06.2008

„Ich wäre gerne einmal Astronautin“

Text von Andrea Immler | Bilder von zvg
Andrea Jansen hat von 2003 bis 2006 die Dating-Show "Joya rennt" moderiert und wurde ganz plötzlich zum Promi. Heute ist die 28-jährige Bernerin noch immer im Fernsehzirkus. Im Interview erzählt sie von den Sonnen- und Schattenseiten ihres beruflichen Alltags.
Andrea Jansen: "Ich sehe mich in erster Linie als Journalistin. Ich recherchiere, kombiniere, texte und gebe wieder."
Bild: zvg

Auf deiner Homepage findet man dich als Moderatorin und Reporterin. Kürzlich bist du auch in die Rolle einer Konditorin geschlüpft. Was reizt dich sonst noch?

Es gibt ja bereits viele Rollen, die zu mir gehören: Tochter, Freundin und bis vor Kurzem auch Studentin. Sicher werde ich auch in Zukunft neue Rollen übernehmen. Ich möchte unbedingt einmal Mutter werden, wäre gerne auch mal Astronautin, Archäologin, Barbesitzerin, Köchin, Fotografin, Schriftstellerin. Wer weiss, vielleicht wird ja aus dem einen oder andern noch etwas. Bloss das mit der Astronautin muss ich wohl ausschliessen. Die Nasa rekrutiert nur alle 15 Jahre.  

Was fasziniert dich am Beruf der Moderatorin?

Ich sehe mich in erster Linie als Journalistin. Ich recherchiere, kombiniere, texte und gebe wieder. Dass aus mir eine Moderatorin geworden ist, war weniger der Wunsch, irgendwo in der Öffentlichkeit zu stehen, sondern eher das Verlangen nach einem abwechslungsreichen Job, der gleichzeitig meine Neugierde befriedigt. Dass es mir nichts ausmacht, vor vielen Menschen zu sprechen, ist dabei natürlich ein Pluspunkt. Ich habe zudem eine Leidenschaft für Rhetorik.  

Was war bis jetzt das Peinlichste, das dir in einer Sendung passiert ist?

Mir ist sehr wenig peinlich – ausser, wenn ich unabsichtlich jemanden blossstelle oder dessen Gefühle verletze. In einer Sendung ist mir das aber noch nie passiert. Also muss ich wohl den Moment nennen, als mir bei „Joya rennt“ mal die Hose im Schritt geplatzt ist. Ich wurde rot – weniger wegen der Peinlichkeit als wegen des Lachanfalles.  

Was hat dich motiviert, die Sendung „Joya rennt“ zu moderieren?

Die Sendung hat damals im 2003 perfekt zu mir gepasst. Ich habe das „Joya-Gefühl“ quasi gelebt. Es war eine unglaublich witzige, anstrengende Zeit. Ich habe viel gelernt. Mittlerweile ist es für mich manchmal etwas bemühend, immer nur mit dieser Sendung in Verbindung gebracht zu werden. Ich habe seither sehr viele Projekte abgeschlossen und bin halt jetzt auch schon ein paar Jahre älter.  

Welche Sendung am Fernsehen würdest du selber gerne moderieren?

Ich würde mich am wohlsten fühlen in einer Reisesendung oder in einer Sendung mit hohem Interviewanteil.  

Wie bereitest du dich auf die Sendungen vor?

Das ist je nach Sendung sehr unterschiedlich. Für „Music Star“ zum Beispiel hatten wir eine Redaktionssitzung, an der ich ein Script für die Sendung erhielt. Das habe ich dann einen halben Tag lang umgeschrieben, am Abend in der Hauptprobe ausprobiert und danach verbessert. Am Tag der Sendung wurden wir geschminkt und hatten erneut eine Probe. Kurz vor einer Sendung bin ich eigentlich immer nervös, vor allem wenn sie live und nicht aufgezeichnet ist. Da muss ich jeweils kurz alleine sein. Grundsätzlich besteht die Vorbereitung immer aus Recherche, Text und dessen Bearbeitung.  


Welches sind die Herausforderungen einer Moderatorin?

Eine gute Vorbereitung, das genuine Interesse für den Menschen oder die Sache, und die Nerven, die es braucht, um auch in schwierigen Momenten eloquent und taktvoll zu bleiben.  


Welche Tipps hast du für Newcomer-Moderatoren?

Die Garantie, das Ziel erfolgreich zu erreichen, gibt es in diesem Job leider nicht. Der Schweizer Markt ist zu klein und die Jobbesetzungen sind extrem typenabhängig. Es kriegt nicht der Beste den Job, sondern der, der aus Sicht der Produzenten, am besten passt. Wer Moderatorin werden will, sollte auf jeden Fall einen Plan B haben, eine Ausbildung. Nebst Talent braucht es Telegenität, Spontaneität und Sprachtalent. Ein journalistisches Grundwissen ist unabdingbar, wie ich finde.  

Was sind die Schattenseiten des Moderatorenlebens?

Die Schattenseiten zeigen sich eher dann, wenn man nicht beruflich, sondern privat unterwegs ist. Das ist aber bei allen Personen, die irgendwie in der Öffentlichkeit stehen, ähnlich: man hat manchmal einfach keine Lust, dauernd angesprochen zu werden.  

Was für Erfahrungen nimmst du aus deinen Sendungen mit?

Mal bleibt mir ein Interviewpartner in Erinnerung, mal der Kameramann, ein anderes Mal ein spezieller Ort.   Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Diese Frage kann ich dir im Moment nicht beantworten, da ich die Antwort für mich selber noch nicht gefunden habe.

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