Kultur | 13.05.2008

„Wir waren keine Beatles-Coverband“

Als die britische Newcomer-Band One Night Only Anfang April im Zürcher Mascotte auftraten, traf Tink.ch den erst 17-jährigen Leadsänger George Craig zum Interview.
Mit 17 schon hoch oben: George Craig von One Night Only.
Bild: Onenightonly.co.uk

Ihr habt schon einige Konzerte gegeben, erinnerst du dich an jedes einzelne?
Ja, an alle. Manche sind besser, manche schlechter. Jedes ist einzigartig, da immer etwas anderes passiert. Die ganz schlechten versuche ich so schnell wie möglich zu vergessen.

Wie oft seid ihr denn schon aufgetreten?
Uns gibt es seit fünf Jahren, wir haben schon viele Konzerte gegeben. Wahrscheinlich über Tausend. Doch nur drei davon auf dem Europäischen Festland, jenes heute Abend wäre das vierte.

Bist du nervös vor einem Konzert?
Nein, niemals! Wir sind sehr routiniert und spielen zurzeit jeden Abend. Es ist wie ein normales Ritual. Ich bin ja Musiker. Wenn wir vor hunderttausend Leuten spielen würden, wäre ich vielleicht nervös.

Aber ist das Publikum ausserhalb von England anders?
Ja, da die Leute uns zum ersten Mal hören, sind jeweils skeptisch. Doch wir geben stets unser Bestes, um sie zu überzeugen und um ihnen unseren Sound zu zeigen.

Ihr seid alle in der kleinen Stadt Hemsley in York aufgewachsen. Hat eure Umgebung eure Musik geprägt?
Auf jeden Fall, ein so friedlicher und gewaltfreier Ort wie Hemsley wirkt sich positiv aus auf die Musik und die Texte. Ich finde, egal von wo auf der Welt du herkommst, es hat immer einen Einfluss auf deine Musik.

Wie lerntest du das Gitarrenspielen und das Singen?
Ich hatte etwa zwei Monate Gitarrenstunden und guckte den Rest bei Freunden ab oder brachte es mir selber bei. Es ist für mich sehr natürlich, ein Instrument zu spielen. Meine Stimme hatte eigentlich kein Training, sie ist einfach so, wie sie ist.

Für euer Album „Started a Fire“ habt ihr mit Steve Lillywhite, der auch schon für U2 und die Rolling Stones produziert hat, gearbeitet. Wie war es, mit einer solchen Grösse im Musikbusiness zusammen zu arbeiten und wie kam es dazu?
Es war einfach unglaublich. Es ist ein Privileg, mit jemandem, der so viel Erfahrung hat, zu arbeiten. Er hat das Maximum aus uns herausgeholt. „Started a Fire“ ist unser erstes Album, mit dem ich zufrieden bin. Es war eine gute Entscheidung, das Album mit Steve zu produzieren. Er ist jetzt ein grosser Fan von uns (lacht).

Ihr habt eure Karriere ja als Beatles-Coverband begonnen, stimmt das?
(Widerspricht vehement) Nein! Nicht wirklich! Wir haben nur zwei Beatles Songs gespielt, aber auch viele andere, wie Blink 182 Covers. Aber man stellt uns diese Frage in Interviews immer wieder, ich weiss auch nicht wieso.

Wie ist es für dich, eure Songs im Radio zu hören?
Am Anfang war es ein tolles Gefühl, doch wenn deine Lieder jeden Tag mehrmals gespielt werden, wird es ziemlich nervig. Es ist gut, dass das Radio unsere Stücke spielt, doch wenn wir sie hören, schalten wir es aus.

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