Kultur | 13.05.2008

Mit dem Töffli durch das Land

Mit "30 km/h das Roadmovie" bringt der Jungregisseur Lukas Fehr eine charmante Geschichte in ein Schweizer Kino.
Markus und Stefan auf ihrem Weg durch die Schweiz.
Bild: www.30kmh-dasroadmovie.ch

„30 kmh“ handelt von Stefan und Martin, zwei Schulkollegen, die bereits fixe Pläne für die Sommerferien haben. Ein Tag vor Ferienbeginn gerät jedoch alles ausser Kontrolle. Ein verstaubter Liebesbrief fällt Stefan beim Zimmeraufräumen in die Hände und lässt alte Gefühle hochkommen. Er beschliesst kurzerhand, seine damalige Sandkastenfreundin zu suchen, um ihr eine Liebeserklärung zu machen. Stefan schnappt sich Martin und zusammen brettern sie auf ihren zwei Töfflis mit einer Geschwindigkeit von 30 kmh von einem Ort zum nächsten. Dabei geraten sie – wie in einem klassischen Roadmovie eben – ständig in Schwierigkeiten. Auch die Freundschaft zwischen Stefan und Martin wird auf ihrer Reise auf die Probe gestellt. Können sie Stefans frühere Angebetete finden oder bleibt es bloß beim verzweifelten Versuch, die Vergangenheit festzuhalten?

Die Freizeit geopfert

Der Film wurde im Frühling/Sommer 2007 vorwiegend im Zürcher Unterland gedreht. Die Crew bestand aus jungen Leuten (mit Ausnahme einiger Schauspieler war keiner über 23 Jahre alt), die für die Dreharbeiten ihre Wochenenden und einen Grossteil der Sommerferien opferten. Das Ergebnis dieser intensiven Zeit kann sich sehen lassen. Am Ende des 80-minütigen Filmes ertönte tosender Applaus. Lachende Gesichter und gerührte Crew-Mitglieder genossen stolz den anschließenden Apéro. Einige Jung-Stars konnten sich kaum noch vor Autogrammjägern retten.

Schauspieler und Kameraspezialisten

Lukas Fehr, der bereits seit Jahren als Schauspieler sowie Theater-Regisseur unterwegs ist, erzählte in einem kurzen Gespräch, dass er als Kind selbst liebend gerne Töff gefahren sei und dabei mit einer Kamera tolle Erlebnisse festhalten konnte. Nun schrieb er über diese Zeit ein Drehbuch und traute sich den Schritt zur Verfilmung. Er setzte sich mit Lucas Zuberbühler (Kamera und Schnitt) von lucut.com und Sebastian Suter (Licht & Technik) von aprés –midi.ch zusammen. Die Mischung aus Theatererfahrung und technischem Wissen brachte einen sehr unterhaltsamen Film auf die Leinwand. Die Dialoge sind witzig und sarkastisch, zum Teil jedoch überzeichnet, was wahrscheinlich daher kommt, dass Lukas Fehr sich vom Theater inspirieren liess. Die 80 Minuten jedenfalls vergehen schneller als eine Töfflifahrt ins nächste Dorf.

Infos:


Ab dem 15. Mai ist "30 kmh" täglich im Kino ABC in Bülach zu sehen.


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