Kultur | 26.05.2008

Dem Tod in die Augen sehen

Zurzeit kann man im Papiersaal in der Shilcity in Zürich die Siegerbilder des diesjährigen Wettbewerbs von World Press Photo ansehen.
Sieger der diesjährigen World Press Photo Wettbewerbs: Das Bild mit dem Titel "Amerikanischer Soldat ruht sich vor seinem Bunker aus".
Bild: Keystone/Tim Hetherington für Vanity Fair

Seit 1955 gibt es die Organisation World Press Photo mit Sitz in Amsterdam. Jedes Jahr werden Bilder von Fotografen prämiert. In 10 Kategorien werden die Sieger von einer ausgewählten Jury erkoren, der Gewinner erhählt 10’000 Euro. Die prämierten Werke gehen danach auf Wanderschaft durch die ganze Welt. Zurzeit kann man sie im Papiersaal in der Sihlcity begutachten. Der diesjährige Fotograf des „World Press Photo of the Year“ heisst Tim Hetherington. Der freie Fotograf, der oft für das Lifestyle-Magazin „Vanity Fair“ arbeitet, wollte eigentlich Filmemacher werden. Die New Yorker Film School liess ihn jedoch abblitzen mit der Begründung, er beherrsche die Filmkamera nicht gut genug. Daraufhin gab man ihm den Rat, Fotograf zu werden. Kürzlich sagte er in einem Interview: „Fotografie ist einfach. Man nimmt die Kamera und zieht los.“

Bild des Grauens
Sein Foto reist zurzeit wortwörtlich um die Welt. Das Bild zeigt einen völlig erschöpften Soldaten vor einem Bunker in Afghanistan. Das Bild wurde am 16. September 2007 unmittelbar nach einem sehr blutigen Gefecht zwischen Amerikanischen Soldaten und militanten Muslimen aufgenommen und zeigt nicht nur die Erschöpfung des jungen Mannes sondern auch sein Entsetzen über das, was er gesehen hat. Sicher ist diese starke Wirkung des Fotos ein Grund dafür, warum es als Siegerbild auserkoren wurde. Zurzeit reist der Fotograf Tim Hetherington durch verschiedene Länder, in denen die Bilder ausgestellt werden. Danach möchte er wieder nach Afghanistan zurück. Er sagt, er müsse die Geschichte der stationierten Männer in diesem Gebiet weitererzählen. Zum Soldaten, den er fotografiert hat, hält er immer noch Kontakt. Dieser ist zurzeit noch immer in Afghanistan an der Front. Hetherington hofft derweil, dass er Soldat gesund wieder nach Hause kommt.

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