Kultur | 01.04.2008

„Tote“ leben länger

Text von Joscha Mathis | Bilder von Joscha Mathis
Die amerikanische Punkband Good Riddance bringt nach ihrer Auflösung einen Mitschnitt ihres letzten Konzerts heraus: "Remain In Memory - The Final Show".
Ein Album, das nicht unbedingt heraussticht: "Remain in Memory -“ The Final Show" von Good Riddance.
Bild: Joscha Mathis

Ein Auto zeichnet sich durch einen Motor, eine Karosserie und vier Räder aus. Mercedes, BMW oder Mazda sind da nur einige Beispiele für Markenautos. Doch wer hat schon einmal von der Marke „Donkenvoort“ gehört? Wie seine bekannten Kollegen hat auch ein Donkenvoort-Auto vier Räder, einen Motor und den Rest, den ein Auto ausmacht. Eine Punkband braucht einen hyperaktiven Schlagzeuger, einen mal grölenden mal schreienden Sänger, eine schrummelnde Gitarre und einen Bass. Offspring, Greenday oder Sum 41 sind nur einige bekannte der unzähligen Punkbands auf der Welt. Aber wer kennt eigentlich Good Riddance? Auch diese Band besitzt alle Merkmale, die eine richtige Punkband ausmacht und trotzdem ist sie nicht sonderlich bekannt. Sie sind also sozusagen, die „Donkenvoorts“ des Punk.

Grüsse aus dem Punkhimmel

Doch auf den Punk(t) gebracht: Good Riddance gaben vor knapp einem Jahr, am 27. Mai 2007, in ihrer Heimatstadt Santa Cruz ihr letztes Konzert und nahmen es auch gleich auf. Jetzt senden sie mit dieser Aufzeichnung, dem Album „Remain In Memory – The Final Show“, ein Lebenszeichen aus dem Punkhimmel.

„Remain In Memory – The Final Show“ stellt mit 31 Stücken einen Rückblick auf über 20 Jahre Bandbestehen dar. Schnell wird klar, dass Good Riddance den Punk nicht neu erfunden haben. Viele Lieder klingen ähnlich und sind sehr kurz, was für den Punk aber nicht untypisch ist. So kommt es vor, dass man die einzelnen Lieder leicht miteinander verwechseln kann. Bei einer „Best of -CD“ wäre mehr Abwechslung nötig gewesen. Zum anderen handelt es sich um ein Abschlusskonzert und es kann sein, dass die Band nun noch einmal alles gab und so nur punkige Stücke spielte und die anderen Songs bewusst wegliess. Spätestens nach den ersten paar Liedern ist zudem klar, dass sich Good Riddance stark an ihrem „Punk-Umfeld“ orientierten, Ähnlichkeiten zu Stücken von „The Offspring“ oder „Green Day“ sind leicht erkennbar.

Der Grund, warum man sich „Remain In Memory – The Final Show“ trotzdem kaufen sollte, ist für andere der Grund diese CD lieber zu meiden. Wer nämlich auf konventionellen Punk steht, mit rasendem Schlagzeug, Rumgröhlen und fetzigen Gitarren, der greife zu, denn dies ist eine gute Möglichkeit, um sich selbst über das Sauwetter dieses Frühlings hinwegzutrösten.

Info


Das Album "Remain In Memory – The Final Show" von der Punkband Good Riddance erscheint bei "Fat Wreck Chrods".

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