Kultur | 08.04.2008

Eine Geschichte vom Erwachsenwerden

Text von Selina Bezzola
Im Film "Growing Up - The Story of Johny Todd" erzählt Sebastian Kuonen von der Lust am Leben und der Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden.
Hauptdarsteller und Regisseur Sebastian Kuonen. Fotos: Jugendfilmtage So unbeschwert kann die Jugend sein.

Der 20-minütige Kurzfilm startet mit Vollgas mitten ins Leben einer wilden Walliser Clique. Einer von ihnen, Johny Todd, erzählt, dass allein der Zusammenhalt mit seinen Freunden und die Liebe zu seiner Freundin ihn zum glücklichsten Menschen machen, egal wie schwierig die Zukunft werden würde.

Die harmonischen Lifestyle–Szenen nehmen eine abrupte Wende, als Johny Todds Freundin ungewollt schwanger wird. Das zuvor so unkomplizierte und sorglose Leben der beiden Jugendlichen gerät völlig durcheinander. Nach einem kurzen Streit verlässt Johny Todd seine Freundin mit den Worten „Ich liebe dich zu wenig, um mein ganzes Leben wegzuschmeissen“. Aus Verzweiflung und Enttäuschung stürzt sich diese betrunken in einen See,  und auch Johnys Rettungsversuch ändert nichts mehr an ihrem Tod.

Inhaltlich gesehen erzählt der Film nicht viel Neues, da Themen wie Schwangerschaft, Trennung und Suizid bereits in vielen Geschichten thematisiert wurden. Immerhin: Der fast schon fröhliche Schluss überrascht bei soviel Dramatik.

Multitalent
Sebastian Kuonen beeindruckt in diesem Film durch seine vielfältige Leistung. Er schrieb das Drehbuch, führte Regie, teilweise Kamera und verkörpert die Rolle des Protagonisten, Johny Todd. Anzunehmen ist, dass die Charaktere in diesem Film nicht bloss Fiktion sind, sondern die Clique und teilweise das eigene Leben von Sebastian Kuonen darstellen. Leider hat man oft Mühe, die Dialoge zu verstehen, was einerseits an der akustischen Qualität liegt, jedoch auch an dem für manche Ohren ungewohnten Walliser Dialekt. Insgesamt besticht der Film aber durch kraftvolle Bilder, begleitet von intensiver Rock-Musik à  la „O.C. California“.

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