Gesellschaft | 08.04.2008

„Ein striktes Verfolgen von religiösen Vorschriften lehne ich ab“

Text von Lena Tichy | Bilder von Gregor Frei
Die 24-jährige Beatrice Bösiger aus Bern wurde nicht religiös erzogen und hat heute vor allem vor der Natur Respekt. Ein neuer Teil der Tink.ch-Serie "Woran glaubst du?".
Mag den Frühling und schaut gerne in den Himmel: Beatrice Bösiger aus Bern.
Bild: Gregor Frei

„Früher war es mir sehr wichtig, dass mich alle Menschen toll und nett fanden. Heute hat sich das zum Glück geändert, ich freue mich über neue Bekanntschaften, lasse mich aber bei negativen Begegnungen nicht mehr so schnell unterkriegen. Ich habe erkannt, dass ein offenes, vorurteilsloses Auftreten meistens der beste Weg ist, um neue Leute kennen zu lernen.

Ich bin mit einem älteren Bruder aufgewachsen, unsere Eltern haben uns Beide nur wenig religiös erzogen. Heute hat die Religion in meinem Leben praktisch keine Bedeutung mehr. Kirchen faszinieren mich zwar, aber es sind eher die Gebäude selbst, vor denen ich Respekt habe oder deren Schönheit mich beeindruckt. Ich verstehe, dass der Glaube einigen Menschen Kraft geben kann, doch ich lehne ein striktes Verfolgen von religiösen Vorschriften ab. Ich finde es viel wichtiger, dass man mit sich selbst im Reinen ist und sich seine eigenen Regeln aufstellt.

Meinen eigenen Glauben definiere ich stark über die Natur: Wenn ich sehe, wie Blitze entstehen oder mir überlege, wie viele verschiedene Lebewesen es auf unserer Erde gibt, wie der Frühling die Natur wieder zum Leben erwecken lässt, oder wenn ich einfach nur die Sterne anschaue, dann flösst mir das grossen Respekt ein.“

Zur Person:


Beatrice Bösiger ist 24 Jahre alt und wohnt in einer WG in Bern. Sie arbeitet für Infoklick.ch (Kinder- und Jugendförderung Schweiz) und besucht die Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern.