Medienkurs in der Schützi

Die bereits zweite Beach Party in der Schütz Olten ist von und für Junge mit und ohne Handicap organisiert. Tink.ch ergriff deshalb die Gelegenheit, im Rahmen der Party eine nicht ganz alltägliche Eventreportage durchzuführen: Der 14-Jährige Julian Meier aus Lostorf (ohne Handicap) drehte vom gesamten Abend einen kurzen Film, der demnächst auf Tink.ch zu sehen sein wird. Daneben wagten der 21-jährige René Däpp und der 36-jährige Claude Kuhn einen ersten Schritt in den Journalismus. Beide sind handicapiert und arbeiten in der Stiftung Arkadis in Olten. Auch die 18-jährige Daniela Imstepf, die Mitglied des OK’s war, versuchte sich erstmals als Interviewerin. Sie besucht das Schulheim für Körperbehinderte in Solothurn. Drei Mitglieder von Tink.ch gaben den Kursteilnehmenden einen Einblick in den Journalismus, zeigten ihnen an einfachen und schwierigeren Beispielen, wie sie an eine Eventreportage herangehen können und unterstützten sie dann auch bei ihrer Arbeit. Die Texte wurden von den Tink.ch-Mitarbeitern aufgezeichnet und geschrieben, da die drei Handicapierten Mühe mit dem Schreiben bekundeten. Alle Kursteilnehmenden zeigten sich jedoch motiviert und brachten dann auch den Mut auf, spontan auf die Partygäste zuzugehen.

Die Beach Party “reloaded” vom Freitag, 25. April 2008, war für die Organisatoren ein voller Erfolg. Bereits um 20 Uhr drängten sich mehr und mehr Partygäste in die Schützi, die nach 22 Uhr proppenvoll war. DJ’s und zwei regionale Bands sorgten  während dreier Stunden für ausgelassene Stimmung. Handicapierte und Nicht-Handicapierte feierten gleichermassen den Wochenend-Start. An den Strandbars wurde reichlich Flüssigkeit ausgeschenkt. Nach dem neuerlichen Grossandrang an der zweiten Beach Party dieses Formates scheint indes auch die dritte Ausgabe in einem Jahr wieder ein Muss zu sein. Genügend Resonanz in der Region hat sie mittlerweile allemal.

Guter Auftritt

“Eigentlich sehen wir uns immer nur im Sitzen”, kommt es spontan aus mir heraus. Lockenkopf und ich sind gerade an der Bar unseres Lieblingslokals, unsere Hintern auf einem der bequemen Barhocker platziert. Auf der Tanzfläche mag der Bär steppen oder eine Band gefeiert werden, Lockenkopf und ich sitzen seelenruhig an der Bar, trinken ein bisschen Wein und plaudern. Ja, man kann es so sagen: Wir pflegen eine ausgeprägte Sitzfreundschaft. Trotz mehreren Anläufen ist es uns noch nie gelungen, eine Pub-Tour zu machen, die diesen Namen auch wirklich verdient hat – wir schaffen es einfach nie über die erste Station hinaus. Irgendwann hat sich Lockenkopf sogar zu der Bemerkung hinreissen lassen, sie wäre bestimmt ein extrem guter Cowboy. Sie malte sich aus, wie sie mit schnittigen Cowboy-Stiefeln den Saloon betreten würde und an der Bar mit einem Handwink ihr Getränk bestellte. Und während ich fand, dass das einsame Reiten durch die Prärie bestimmt nicht so ihr Ding wäre, kommentierte ihr Lieblingsmensch: “Du bist so klein, du würdest glatt unter der halbhohen Schwingtüre hindurch passen!” Der Effekt mit den flappenden Schwingtüren fiele also schon mal weg. Ich bin mir sicher, dass sie sich mit anderen Mitteln Gehör zu verschaffen wüsste.

Links

Verschwindende Gletscher

Die Treibhausgase sind überall. CO2 ist ein extrem flüchtiges Gas, das sich schnell ausbreitet. Das Gas verbreitet sich gleichmässig in der gesamten Atmosphäre, deshalb stammt das CO2 in der Bündner oder Walliser Bergluft auch aus den Grosstädten wie Mailand oder Paris. Im globalen Vergleich ist die Schweiz vom Klimawandel stark betroffen. Dies zeigen Resultate von Temperatur- und Niederschlagsmessungen im Verlauf des letzten Jahrhunderts. Es wird erwartet, dass der Klimawandel, je nach Landesregion, eine deutliche Veränderung der Niederschlagsverteilung im Jahresverlauf zur Folge haben wird. Die Regenmengen nehmen im Sommer ab und im Winter steigen sie an. Grössere Schneemengen fallen nur noch in höheren Lagen und die Schneeschmelze setzt früher ein.

Damit verändert sich auch die Wasserführung der Flüsse. Die Flüsse werden im Winter und Frühling eher mehr Wasser führen, im Sommer und Herbst hingegen deutlich weniger. Hoch- und Niedrigwasserperioden werden häufiger auftreten. Veränderungen der Temperatur und des Wasserhaushalts wirken sich auf zahlreiche Bereiche aus. Pflanzen und Tiere reagieren auf veränderte Standortbedingungen, Land- und Forstwirtschaft stehen vor neuen Herausforderungen. Die Grundversorgung des Landes, wie wir sie heute kennen, wird nicht mehr möglich sein. Nicht nur wegen der Trockenheit, sondern weil die Unterschiede zwischen warmem und kaltem Wetter so gross werden, dass eine normale Fruchtfolge mit Pflanz- und Erntezeiten nicht mehr eingehalten werden kann. Man muss auf geschlossene Systeme wie Gewächshäuser ausweichen, um Pflanzen zu ziehen.

Wetterabhängige Branchen wie der Tourismus und die Stromgewinnung aus der Wasserkraft sind betroffen. In der Schweiz stammen 60 Prozent der produzierten Energie aus Wasserkraft (Quelle: Bundesamt für Umwelt). Auch die Gesundheit der Bevölkerung wird vom Klima mit beeinflusst.

Gletscher und Flüsse
Vor 20’000 Jahren bedeckte eine gewaltige Eisschicht die Schweiz, nur die höchsten Gipfel der Alpen schauten aus der Gletschermasse hervor. Das Klima war kalt und trocken. Im Vergleich zu den heutigen Sommern lag die Durchschnittstemperatur 8 bis 10 Grad tiefer und die Niederschläge waren geringer als heute. Lange Zeit wechselten sich Wachstum und Rückzug der Gletscher ab. Der durch die Klimaerwärmung hervorgerufene Rückgang der Gletscher beeinflusst den Haushalt der Gewässer. Gletscher sind die Süsswasservorräte der Schweiz, und diese schwinden bei der Temperaturerhöhung so schnell, dass man beinahe zuschauen kann. Seit Mitte der 1970er Jahre haben die Alpen rund 25 Prozent ihres Gesamtvolumens verloren. Seit 1998 hat sich der Rückgang der Gletscher stark beschleunigt. Wenn sich die Gletscher zurückziehen, werden andere Formen von Vegetation das Gebiet erobern und es werden beispielsweise neue Alpseen entstehen. Ohne Gletscher gibt es kein in Festform gespeichertes Wasser und somit keine Reserven für Trockenzeiten mehr. Allein der heisse und trockene Sommer 2003 liess die Alpengletscher um 5 bis 10 Prozent schrumpfen.

Zunahme von Katastrophen
Überschwemmungen, Hangrutsche und Wassermangel haben in der Schweiz stark zugenommen. Der Hitzesommer 2003 war grundsätzlich noch keine Katastrophe, aber für ältere Menschen etwa, war er bereits bedrohlich. Ein extrem tiefer Grundwasserstand hatte zur Folge, dass in einigen Gebieten der Wasserverbrauch eingeschränkt wurde. Dies könnte bald zur Regel werden. Die Sommer könnten in Zukunft ähnlich wie im Hitzejahr 2003 aussehen.

Die Klimaveränderung beeinflusst das alltägliche Wetter, die Häufigkeit und Dauer von Wetterlagen, Stürmen oder Regen. Intensive Niederschläge, sehr heisse Sommer und milde Winter werden langfristig vermehrt auftreten. Im gesamten Meteosystem hat es von Jahr zu Jahr mehr Energie. Dies führt zu viel grösseren Druckunterschieden in der Atmosphäre. Winde, die durch Druckunterschiede entstehen, sind sehr viel stärker, haben mehr Wucht und Zerstörungskraft.
Auch früher gab es im Mittelland schlimmere Katastrophen. Dies waren Einzelereignisse und die Klimatologen handelten mit grosser Vorsicht. Ob dies damals schon mit der Klimaveränderung zusammenhing, kann man auch heute noch nicht sagen. Auffällig ist jedoch, dass alle Rekorde ab dem Jahre 1990 immer wieder von neuem gebrochen werden.

Er und Er

Buenos Aires, Argentinien: Carla und Luciano scheinen ein glückliches Paar zu sein. Eines Tages jedoch reist Luciano, von Beruf Geologe, geschäftlich nach Patagonien und lässt nichts mehr von sich hören. Die verzweifelte Carla folgt ihm in die Weiten des südlichen Argentiniens und macht sich zusammen mit einem Polizisten auf die Suche nach ihrem verschwundenen Mann. Bereits in den ersten Tagen trifft sie jemanden, der Luciano wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Der vertraute Unbekannte heisst jedoch Luis, lebt seit sechs Jahren in Patagonien und behauptet, Carla noch nie gesehen zu haben. Die aufgewühlte Frau versucht daraufhin, dem Wesen dieses fremden und doch so vertrauten Mannes auf den Grund zu gehen. Ist dies nun eine Wiederholung ihrer Liebe zu Luciano oder eine völlig neue Beziehung?
 
Zwei Männer, eine Liebe?
Der Film lässt, wie der Titel schon sagt, viele Möglichkeiten offen. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Luis und Luciano? Da beide vom selben Schauspieler gespielt werden und sich ihr Leben doch voneinander unterscheidet, wird nicht nur der Zuschauer auf verschiedene Fährten gelockt, sondern auch Carla, die Protagonistin zur Verzweiflung getrieben. Doch die Suche nach Luciano schwächt sich mit der Zeit ab: Als der Polizist eine Spur zu Luciano findet, will Carla gar nichts mehr davon wissen. Stattdessen verbringt sie die Zeit lieber mit Luis. Dies könnte einerseits zeigen, dass Carla Angst hat, direkt mit einem Verlust konfrontiert zu werden, aber auch dass sie Luciano vielleicht gar nicht mehr braucht, da sie mit Luis einen Ersatz gefunden hat. Hat Carla gar nicht begriffen, dass Luis nicht der vermisste Mann ist? Will sie es überhaupt begreifen? Diese und weitere Fragen lassen dem Zuschauer viel Freiraum, um sich eigene Geschichten auszudenken.

Verloren in der Landschaft

Der Freiraum wird durch die Landschaft, in welcher der Film spielt, passend unterstützt. In den weiten Ebenen und Seen Patagoniens fühlen sich nicht nur Carla, sondern auch die Zuschauerinnen und Zuschauer zunehmend verloren. Die Filmmusik hält sich bescheiden zurück, mit Ausnahme einiger intensiver Toneinlagen. Zum Beispiel die Scheibenwischer in Carlas Auto, die in brenzligen Situationen wie verrückt hin und her schwingen und ein dröhnendes Surren von sich geben. Der erhoffte Spannungsaufbau durch dieses Element gelingt leider nicht.

Auch die schauspielerische Leistung von Ana Celentano (Carla) überzeugt nicht restlos. Oft merkt man, dass sie sich von der Kamera ablenken lässt und so die Gefühle von Carla nicht authentisch verkörpern kann. German Palacios (Luis/Luciano) gibt sich melancholisch und mysteriös. Sein geheimnisvolles Benehmen wirkt jedoch mit der Zeit übertrieben und man nimmt es ihm nicht mehr ganz ab.

Viele Interpretationen sind möglich

Die Regisseurin Sandra Gugliotta wollte einen Film machen, der verschiedene Lesarten zulässt. Keine Version dürfte gänzlich wahr und keine gänzlich falsch sein. Somit verzichtet sie auch auf die Erklärung einzelner Handlungen. Möglicherweise wünscht man sich als Zuschauer dennoch, dass sie die Ähnlichkeit zwischen Luciano und Luis durch einzelne Hinweise verstärkt oder klarer unterschieden hätte. Den beiden männlichen Rollen fehlt etwas der eigene Charakter, weshalb der Film als Ganzes leider nicht so viel hergibt.

Info:


Spieldaten:
Baden: 4. bis 12. Mai
Basel: 15. Mai
Lenk: 1. und 2. Mai
Luzern: 21. August bis 3. September

Eis mit Chilli und Suppe

Die Fragen beantworteten Jonas (E-Bass), Mitch (E-Gitarre) und Bianca (Alt-Saxophon) von der Ska-Band Lizard Chilli Soup (aus dem Raum Olten)

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Musik zu machen?

Jonas: Wir waren schon immer sehr musikbegeistert. Wir haben bereits in der Schule zusammengespielt. Von da an ist es immer mehr geworden.

Wieso spielt ihr an der Beach Party?

Mitch und Bianca: Jemand aus dem Organisationskomitee, den wir kennen, brachte uns auf die Idee. Wir hatten Interesse und schickten ein paar Liederproben ein.

Wie lange spielt ihr schon zusammen?

Jonas: Alle sechs Bandmitglieder spielen genau seit dem 24. Februar 2006 zusammen.

Wie kam es zum Namen Lizard Chilli Soup?

Jonas: Eine kuriose Geschichte. Während einer Musikstunde ist einer von uns auf eine Eidechse getreten, so, dass deren Kopf platzte. Das blieb haften.

Bianca: Ja und manchmal essen wir Eis mit Chilli. Dazu giessen wir noch Suppe drüber. Eine komische Gewohnheit zwar, aber so ist unser Bandname entstanden.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Konzerte stehen als nächstes an?

Mitch: Wir spielen demnächst am Tag der offenen Tür eines Jugendtreffs. Ein Höhepunkt ist dann am 31. Mai. Dann spielen wir nämlich im Kiff in Aarau als Vorband von PBH-Club, einer bekannten Ska-Band aus Wien.

Beachparty für alle

Tink.ch führe im Rahmen der Beachparty in der Schützi in Olten eine eine nicht alltägliche Eventreportage durch. Die Party, welche für Hanicapierte, sowie für Menschen ohne Handicap gedacht war, wurde durch Handicapierte (unterstützt durch Tink.ch Mitarbeitende) durch Interviews und Fotos festgehalten.

Tamara Trablett, 16 und Celine Churat, 15, beide aus Obergösgen / Ohne Handicap

Wie gefällt euch beiden die diesjährige Beach Party?
Wir sind erst seit Kurzem hier, aber bisher gefällt es uns ganz gut.

Wieso seid ihr hierher gekommen?

Wir haben ein Inserat von der Beach Party in der Zeitung gesehen und haben uns daraufhin entschlossen, in die Schützi zu gehen. Dafür haben wir den Bus genommen.

Auf welche Bands freut ihr euch denn am Meisten?

Wir kennen die Bands leider nicht, aber ihre Musik finden wir jedenfalls toll.

Matthias Mondstein, 22 aus Burgdorf / Mit Handicap

Wie gefällt es dir an der Beach Party?

Super, es gefällt mir hier sehr gut.

Wieso bist du hierher gekommen?

Wegen der beiden Bands. Ich habe zwar keine wirkliche Lieblingsband, doch ich mag einfach die Musik.

Welchen Musikstil magst du denn am liebsten?

Am liebsten höre ich Hard Rock, manchmal aber auch ganz gerne Hip Hop.

Bist du denn alleine an der Party?

Nein, meine Eltern sind noch da. Wir sind mit dem Auto gekommen.

Wie ist es für dich, dass Menschen mit, als auch ohne Handicap am Wochenende zusammen festen?

Ich finde diese Beach Party äusserst angenehm so. Für mich ist es überhaupt kein Problem, mit anderen zu feiern.

Das fast erste Schülerradio der Schweiz

Die beiden Schüler Jonas Vollmer und Felix Unholz aus der Abschlussklasse der Kanti Burggraben in St. Gallen haben es geschafft, ihre Vision in die Realität umzusetzen und ein schulinternes Radio geschaffen. Voller Vorfreude und Stolz wird mit dem Titel “Erstes Schülerradio der Schweiz” für die Internetplattform “Kantipark.ch” geworben. Diese Aussage ist jedoch nicht ganz korrekt und sorgt für etwas Verwirrung, wurde der Radiosender “Radio Blind Power” doch schon 1998 von Schülern der Sehbehindertenschule Zollikofen gegründet. Nachdem “Radio Blind Power” zu Beginn nur innerhalb der Schule empfangen werden konnte, ist der Sender mittlerweile auch übers Internet zu hören.

Richtig wäre also der Titel “Erstes Schülerradio von Sehenden der Schweiz”.

Nichtsdestotrotz klingen die Ankündigungen von Radio Kantipark vielversprechend. Am 5. Mai feiern die jungen Radiomacher ihre Premiere und nehmen um 17: 05 Uhr den Sendebetrieb auf. “Kantipark.ch” will mit Frische, viel Kreativität und Themen, welche Jugendliche ansprechen, einen Gegenpol zu den heutigen Radiosendern bilden. Die 13- bis 18-Jährigen Radiomacherinnen und Radiomacher befassen sich mit regionalen, aber auch internationalen Themenschwerpunkten, welche die Jugend von heute bewegen. Dafür wird kräftig die Werbetrommel gerührt. An der eigenen Schule durch Verlosungen und Wettbewerbe, wo Preise wie ein Essen mit dem Rektor winken, aber auch an anderen Kantonsschulen, wird für das ins Leben gerufene Projekt kräftig geworben.

Man setzt auf Professionalität

Die Beiden Gründer Jonas Vollmer und Felix Unholz konnten ihre Erfahrung als  Chefredaktoren der Schülerzeitung bei der Realisierung des Projekts einbringen. Das Studio, welches vor allem von der Kantonsschule, aber auch von Sponsoren finanziert wird, wurde eigens für dieses Projekt eingerichtet und gestaltet. Die beiden Gründer legen grossen Wert auf Professionalität bei der Arbeit. Ob das rund 20-köpfige Radioteam tatsächlich so versiert zur Sache geht, kann man am fünften fünften um fünf nach fünf Uhr Nachmittags selbst herausfinden.

Links

Wer übernimmt die Verantwortung?

1948 wurde erstmals ein offizielles Dokument verfasst, das die grundlegenden Menschenrechte in verschiedenen Artikeln festhielt. Seither wurden einige Änderungen vorgenommen, sodass heute die Menschenrechte beinahe alles umfassen und jeden ansprechen oder wie Dr. Paul Müller von der Universität Bern in seinem Referat meinte: “Menschenrechte sind heute ein kulturelles Welterbe der Menschheit, erworben in bitteren Auseinandersetzungen.” Doch Gesellschaften ändern sich und Gesetze müssen den veränderten Bedingungen angepasst werden. Die Klimaerwärmung ist ein Beispiel für eine solche Veränderung.

Laut vielen renommierten Forscherinnen und Forschern ist der Mensch und sein Handeln eine der Hauptursachen für die klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten. Dies führt automatisch zu Menschenrechtsverletzungen, da Viele Personen, die vom Klimawandel betroffen sind, dadurch ihren Wohnsitz oder auch ihre Nahrungsgrundlagen verlieren. Am 5. Internationalen Menschenrechtsforum (IHRF) am 22. Und 23. In Luzern April diskutierten Expertinnen und Experten sowie Politikerinnen und Politiker deswegen über die Frage, ob es ein Menschenrecht auf eine saubere Umwelt geben sollte.

Klimawandel fordert Menschenleben
Einer, der ein solches Menschenrecht befürwortet, ist Jorge Daniel Taillant, Direktor vom Zentrum für Menschenrechte und Umwelt in Cordoba, Argentinien. In seinem Referat zu Beginn des IHRF sagte er: “Wir müssen eine Gleichheit zwischen den industrialisierten Staaten und den Entwicklungsländern finden, da die Armen meistens als Erstes von den Folgen der Klimaerwärmung betroffen sind. Betrachtet einmal die Situation aus den Augen der Opfer.” Im nachfolgenden Expertenpanel wurde die Frage, ob es ein Menschenrecht auf eine saubere Umwelt geben sollte, genauer unter die Lupe genommen. Astrid Epiney von der Universität Fribourg meinte: “Ich denke man sollte kein solches Recht verankern. Niemand weiss, was eine gesunde Umwelt ist. Wir wissen auch nicht, wer die konkreten Gegner sind und daher können wir auch nicht entscheiden, wer die Verantwortung übernehmen muss.” Anne Peters von der Universität Basel war ähnlicher Meinung, und riet davon ab, den Umweltschutz indirekt über die Menschenrechte zu realisieren. “Sicherlich gibt es Menschenrechte, die einen Bezug zur Umwelt haben wie zum Beispiel das Recht auf Wohlbefinden oder das Recht auf Gesundheit. Dies sind aber menschliche Rechte und die Ideen, dass die Natur eigene Rechte haben könnte, finde ich absurd.”

Das Fazit aus diesen Referaten und Diskussionen war also, dass es bereits Verbindungen gibt zwischen einigen Menschenrechten und der Umwelt, es aber nicht unbedingt ein separates Menschenrecht auf eine intakte Umwelt geben muss. Wenn man dafür sorgt, dass die Rechte auf Gesundheit, Wohnsitz, Wohlbefinden und im Allgemeinen das Recht auf Leben eingehalten werden, fördert dies auch den Schutz der Umwelt und somit wiederum die Menschenrechte.

Treibstoff für bessere Zeiten
Am Nachmittag des ersten Forumstages gab es verschiedene Special Workshops zu weiteren Themen, die mit den Menschenrechten in Verbindung stehen. So zum Beispiel eine Diskussion mit Esther Mujawayo-Keiner von der Assoziation der Witwen des Genozids von Ruanda. Der Völkermord in Ruanda, der im April 1994 anfing und drei Monate dauerte, kostete ungefähr einer Million Menschen das Leben. Esther Mujawayo-Keiner ist eine Überlebende, doch sie verlor ihren Mann, Eltern, Schwiegereltern und fast ihre ganze Familie. Sie gründete mit anderen Witwen eine Organisation, in der sie nun als Beraterin für Kinder und Frauen arbeitet, die schwer traumatisiert sind. Im Workshop erzählte sie von ihrer Wut aber auch ihren Hoffnungen. “Die UNO ist wie ein Labyrinth. Sie ist zu gross und zu komplex. Ein Körper, der sich kaum bewegen kann, und wenn er es doch einmal tut, ist es schon zu spät.“ Mit diesen Worten versuchte sie zu erklären, warum die UNO während dem Völkermord in Ruanda, anstatt einzuschreiten, das Land verlassen hat. “Jetzt verurteilt die UNO die Ruander, für das was sie getan haben, aber sie verurteilt nicht sich selber“, sagt Mujawayo-Keiner.

Auf die Frage ob sie einen weiteren Völkermord für wahrscheinlich halte, sagt sie “Nein, ich denke und hoffe natürlich nicht. Wir erreichten den tiefsten Grund. Es gibt nichts darüber hinaus.” Man fragt sich, wie Esther und viele andere Menschen die Kraft hatten, nach dieser Katastrophe weiterzuleben und anderen zu helfen. Esther sagt dazu ganz lakonisch: “Fülle den Tank in den guten Zeiten, so dass, wenn die schlechten Zeiten kommen, du noch etwas Treibstoff hast, um weiter zu gehen.”

Zur Person: Esther Mujawayo-Keiner


Mit Souad Belhaddad hat Esther Mujawayo-Keiner zwei Bücher über den Genozid geschrieben: "Survivante" und "La Fleur de Stéphanie"

Links

Der Karren sinkt tiefer in den Dreck

Gerade momentan arbeite ich an einer unglaublich spannenden statistischen Analyse über Entwicklungshilfe. Forrrschungsarbeit politische Ökonomie. Das bringt – abgesehen von einem Haufen Ärger und Gefluche – mich dazu, über Entwicklungshilfe nachzudenken. Entwicklungshilfe heisst ja heutzutags Entwicklungszusammenarbeit, weil Hilfe nämlich impliziert, dass es eine Hierarchie zwischen Geber und Nehmer gibt. Der reiche Norden gibt, der arme Süden nimmt. Wohlhabend  vs. Bedürftig, Weiss vs. Schwarz, Gebildet vs. Ungebildet. Eingebildet vs. Afrika. Entwicklungszusammenarbeit hingegen zeigt, dass sich zwei gleichberechtigte Partner zum Dialog treffen. Gebracht hat weder die Hilfe noch die Zusammenarbeit was. Sagen die einen. Stimmt nicht, widersprechen die anderen.

Dimitri (Ein etwas uncharmanter Spitzname für Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, wohl aufgrund ihrer äusseren Ähnlichkeit mit Clown Dimitri, Anm. d. Red.) vom EDA meint, man müsse endlich erkennen, dass Entwicklungszusammenarbeit viel geholfen habe und übrigens auch der Schweiz etwas nütze. Der Ex-Kollege von der Goldküste (nicht Elfenbein, nota bene) hingegen findet insbesondere die finanzielle Unterstützung von Afrika herausgeschmissenes Geld. Man solle die Afrikaner sich selbst überlassen und die wenigen, die aus dem Elend ins Paradies flüchten, gefälligst schleunigst wieder zurückschicken. Prominente Unterstützung für seine Hier-ist-Hopfen-und-Malz-verloren-These erhält er von einem Weltbänkler, der uns davor warnt, die Welt zu Tode zu retten. Und meint damit Afrika.

Schuldzuweisungen
Jedes Käseblatt informiert mittlerweile darüber, dass der Schwarze Mann auch nach 40 (!) Jahren Entwicklungshilfe unterentwickelt bleibt. Und nicht nur er, sondern auch seine Frau, seine andere Frau, seine Kinder und Kindeskinder und überhaupt der ganze Stamm. Darin liegt nämlich der Hund begraben, in der Stammeskultur. Weil sie nicht begriffen haben, dass der Staat der Vater ist und nicht der Dorfälteste, fruchtet das Geld aus dem Norden nicht. Und weil sie so loyal zur erweiterten Familie sind, sind sie auch korrupt. Deshalb fliesst das Geld aus dem Norden an die kreuzfalschen Stellen. Aber weil der Norden Afrika aus dem Weltmarkt ausschliesst, braucht Afrika überhaupt erst das Geld aus dem Norden und dieses ist erst noch zu wenig. Und weil der Norden die Kultur Afrikas zerstört (mit den Kolonien und Coca Cola und dem Fernsehgerät), sind viele Afrikaner heute so verwirrt, dass sie das Geld aus dem Norden ganz für sich alleine brauchen (Typ Gaddafi, der Palastbesitzer).

Die Mehrheit aber wird nie etwas davon zu Gesicht bekommen (Typ Tsotsi, der Slumbewohner). Eigenes Geld verdienen können sie aber auch nicht, da sie über keinerlei Arbeitsmoral verfügen und somit nicht mal das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe was bringt. Wege aus der Misere gäbe es viele, sind sich die Geber einig. Doch welchen man einschlagen soll, weiss niemand. Und während hier munter diskutiert wird, wie man den Karren aus dem Dreck ziehen soll, sinkt er dort immer tiefer rein.

Heiss, heiss, heisser

Die Klimaerwärmung ist ein aktuelles Problem, das in sämtlichen Medien behandelt wird. Zum Glück, denn sie betrifft uns alle. Manche sind überzeugt, dass die globale Erwärmung die wichtigste Herausforderung für die Menschheit überhaupt sei, andere behaupten, es sei schon zu spät, um zu handeln oder sagen, dass es gewisse Klimaschwankungen schon immer gegeben habe.

Der Begriff Klimaveränderung bezeichnet eine Veränderung des Klimas auf dem gesamten Planeten während einer längeren Zeit. Seit Bestehen der Erde, also seit 4,56 Milliarden Jahren, hat sich das Klima ständig verändert. Eine Klimaveränderung kann eine Abkühlung oder Erwärmung der Durch¬schnittstemperatur über Jahrtausende bedeuten. Das Online-Lexikon Wikipedia nennt zwar genaue Zahlen, die jedoch mit Vorsicht zu geniessen sind: “Auch die globale Erwärmung, die sich seit den 1990er Jahren bemerkbar macht, ist eine Klimaveränderung. Klimaaufzeichnungen belegen, dass schon ab 1880 eine Klimaerwärmung zu beobachten ist. Sie lag allerdings während rund 100 Jahren konstant bei 0,14 Grad pro Jahrzehnt. Dann aber beschleunigte sie sich. Am wärmsten waren bis heute die Jahre seit 1997, mit einem absolutem Rekord 2003.”

Frühe Umweltverschmutzung
Physikalische Ursachen, die zur Klimaer¬wärmung führen, sind die so genannten Treibhausgase. Treibhausgase sind gasförmige Stoffe, wie Kohlendioxid (CO2), Methan, Distickstoffoxid, Fluorkohlenwasser¬stoffe (FCKW) und Schwefelhexafluorid, die zum Treibhauseffekt beitragen. Das sind Stoffe, welche die Abstrahlung von langwelligem, warmem Licht zurück ins Weltall verhindern. Die Gase absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen Infrarot¬strahlung, die sonst ins Weltall entweichen würde. Wikipedia sagt dazu: “Ein Teil dieser Energie wird zusätzlich zum Sonnenlicht auf die Erdoberfläche zurück reflektiert. Dadurch verbleibt die Wärme für eine längere Zeit in der Atmosphäre. Die Wärme wird von verschiedenen Speichersystemen aufgenommen. Das Meer nimmt Wärme auf, und auch die Böden speichern die Wärme, langsam aber kontinuierlich. Eine Erwärmung der Meere führt zu einer höheren Luftfeuchtigkeit und zu stärkeren Stürmen und Wirbelstürmen.”

Jeder Mensch produziert durch die Atemluft jeden Tag Kohlendioxid. Als die Steinzeitmenschen vor Millionen von Jahren das Feuer entdeckten, trat erstmals eine vom Menschen verursachte Umweltverschmutzung auf. Mit dem Beginn der Landwirtschaft veränderte der Mensch durch das Anlegen von Feldern Landschaften. Nicht mehr genutzte Anbauflächen wurden von der Natur wieder zurückerobert. Mit dem Beginn des Städtebaus trug der Mensch zu einer langfristigen Veränderung der Umwelt bei. Der Schiffbau im Mittelmeerraum führte zur Abholzung grosser Waldbestände, was zu Veränderungen im Ökosystem führte. Das Schmelzen von Erzen ist noch ein Beispiel für eine grosse vom Menschen verursachte Umweltverschmutzung.

Seit der Industrialisierung vor rund 250 Jahren verändert der Mensch durch die Freisetzung von Treibhausgasen die Zusammensetzung der Atmosphäre. Die Klimaerwärmung wird überwiegend auf menschliche Einflüsse, insbesondere auf den Ausstoss von Treibhausgasen zurückgeführt. Treibhausgase können sowohl natürlich, wie auch vom Menschen produziert werden. Die natürlichen Treibhausgase führen dazu, dass die durchschnittliche Temperatur auf der Erdoberfläche 15 Grad Celsius beträgt. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt hätte die Luft im Durchschnitt nur minus 18 Grad Celsius, was das Leben auf der Erde unmöglich gemacht hätte. Die vier schädlichsten Faktoren sind die Energieerzeugung, der Verkehr, die Tierhaltung und die Verwendung von Lösungsmitteln (FCKW). Der natürliche Treibhauseffekt verstärkt sich und führt zu Veränderungen des Klimas mit ungewissem Ausgang.

Links