Gesellschaft | 10.03.2008

„Religion ist sehr wichtig für mich“

Text von Joscha Mathis | Bilder von Joscha Mathis
Die 83-jährige Ruth Marbach sprach mit Tink.ch über ihren Glauben, der ihr half, ihre Ängste loszuwerden.
Ruth Marbach führt heute ein friedliches Leben.
Bild: Joscha Mathis

„Ich lebe ganz bewusst so, wie es mir gefällt. Ich gehe am Abend sehr spät in Bett und stehe am Morgen auch eher spät auf. Wenn ich dann aufwache, trinke ich jeden Morgen meinen Tee im Bett und ich wage es, so zu leben wie ich will. Mein Mann sagte mir immer: „Ruhtli, du muesch so läbe wis für di guet isch, o wenn di ganzi Wält um di zämä gheit.“ Er hat mich so immer unterstützt und ich habe dank ihm und dank meinem Glauben die Angst verloren, die mich mein ganzes Leben hindruch begleitet hatte. Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, sehe ich, dass ich sehr wahrscheinlich vom Beginn meines Lebens an immer eine religiöse Anlage in mir hatte. Ich habe eine tiefe Beziehung zu unserem Christus. Gott und Christus gehören für mich zusammen, das ist für mich wie eine Einheit. Ich wurde zwar nicht religiös erzogen, doch ich hatte das Glück, von vielen netten religiösen Menschen unterrichtet zu werden. Ich verdanke es zu grossen Teilen der Religion, dass ich heute so lebe wie ich lebe. Dabei ist mir das innere Gleichgewicht und der innere Frieden sehr wichtig. Wie man zum inneren Frieden kommt, muss jede Person selbst herausfinden. Nach meiner langen, schweren Zeit  lebe ich jetzt ein ganz friedliches, schönes und erfülltes Leben. Das ist für mich jeden Morgen das schönste Geschenk.“

Zur Person


Die 83-jährige Ruth Marbach hat zwei Söhne und eine Tocher und lebt alleine in Hünibach bei Thun. Nebst der Religion interessiert sie sich sehr für die Kunst, was sich in ihrer Wohnung anhand von vielen Bildern ausrückt.