31.03.2008

Mama als Co-Autorin

Text von Lena Tichy
Am Sonntag sind die 32. Schweizer Jugendfilmtage mit einer glamourösen Preisverleihung zu Ende gegangen. Tink.ch hat das Festival am Tag zuvor besucht.
Moderatorin Susanne Kunz diskutiert mit einem Filmemacher aus der Kategorie D, in der freie Produktionen von 20- bis 25-Jährigen gezeigt wurden. Fotos: Tatjana Rüegsegger Steht wenns sein muss auch hinter der Kasse: Festivalleiter Patric Schatzmann.

Das Programm des wichtigsten Schweizer Nachwuchsfestivals war wie immer breit gefächert: Von Spielfilmen über Animationsfilmen bis hin zu Musikclips und Dokus war alles vertreten. Insgesamt liessen sich 1400 Zuschauerinnen und Zuschauer fünf Tage lang von junger Filmkunst begeistern, indem sie den Schweizer Jugendfilmtagen einen Besuch abstatteten.

Dabei waren die von Moderatorin Susanne Kunz gestalteten Diskussionsrunden zwischen den einzelnen Filmblöcken fast ebenso unterhaltsam wie die Filme selbst. Unter anderem erfuhr man da, dass Sebastian Klinger, der junge Regisseur des überdrehten Abenteuerfilms „Der Smaragd von Cortez“ das Drehbuch zusammen mit seiner Mutter verfasst hatte. Oder dass Tobias Kubli, der mit dem einminütigen Animationsfilm „Freiheit“ im Rennen war, am liebsten sehr kurze Filme kreiert, „weil die weniger Arbeit machen“.

Die Kategorie C, in der die Beiden ihre Filme eingereicht hatten, zeigte erneut eindrücklich, was Jugendliche, auch wenn sie noch keine zwanzig Jahre alt sind, Zustande bringen. Mit wenig Budget, einfacher Ausrüstung aber in den meisten Fällen gut durchdachten Drehbüchern überzeugten alle gezeigten Filme.

Waffenlos?
Am Abend vor der Preisverleihung konnte man neben den C-Filmen auch die Filme der Kategorie E anschauen, in der Studierende von Filmhochschulen ihre Diplom- oder sonstigen Arbeiten einreichen können. Generell stellen diese Filme ein Highlight des Festivals dar, da sie zwar von jungen Menschen realisiert wurden, aber bereits sehr professionell sind. Auch dieses Jahr wagten die Filmstudentinnen und Filmstudenten in ihren Geschichten ungewöhnliche Schnitte, experimentierten mit neuen Techniken oder gingen, wie Michael Werder mit seinem Dokumentarfilm „WALO“ sogar das Risiko ein, strafrechtlich verfolgt zu werden.

Werder erzählt in seinem Film vom Versuch, die eigene Dienstwaffe, die ihm vom Militär aufgezwungen wurde, wieder loszuwerden. Der Filmstudent, der in der Armee als Beleuchter tätig war, sah keinen Sinn darin, eine Waffe zu besitzen und trat den Marsch durch die Institutionen an. Erfolglos, wie wir am Ende des Films erfahren. „WALO“ ist ein glaubwürdiger Film über die Schweizer Armee geworden, der zeigt, in welchen Widersprüchlichkeiten sich das Militär zuweilen verstrickt. Werder gewann dafür am Sonntag in seiner Kategorie verdientermassen den Springenden Panther.

Neben „WALO“ zeichnete die Jury noch fünf weitere Filme aus, darunter den Film „La vérité qui dérange“ des Lycée Francais in Zürich, der sich mit dem Thema „Klima und Umwelt“ befasst, dem Wettbewerbsthema der diesjährigen Jugendfilmtage.

Links

Ähnliche Artikel