Kultur | 17.03.2008

Eine Band zum Pferde stehlen

Am 13. März spielten Band of Horses im ausverkauften Abart. Ihre Vorband hätte sie beinahe an die Wand gespielt.
Könnte die verschwommene Person Gitarrist Tyler Ramsey sein? Die Kamera der Tink-Journalistin behält es wohl für sich.
Bild: Julia Reifler Ben Bridwell (links) und Matt Brooke sind zwei der vier Mitglieder von Band of Horses. Christopher Wilson

Das Abart war schon proppenvoll, als The Cave Singers die Bühne betraten. Wahrscheinlich war ihr Vorteil, dass niemand wusste, was von ihnen zu erwarten war. Den Jungs aus Seattle gelang es mit ihrem folkigen Indierock im Handumdrehen, die Menge in Bewegung zu versetzen. Nach dieser energiegeladenen Vorband war man eingestimmt auf den Hauptact: Band of Horses. Sie betraten die Bühne  und stimmten ihren Song „Monsters“ an, ein gutes Stück, um den Energiepegel weiter oben zu halten. Nach zwei Songs an seinem Synthesizer wurde Sänger Ben Bridwell von der Menge zum Aufstehen gefordert und so bekam ihn das Publikum endlich zu Gesicht. Dank ihren buschigen Bärten wirkten sowohl Ben als auch der Gitarrist Tyler Ramsey hippiesk und ziemlich „down to earth“. Die beiden Männer strahlten eine Zufriedenheit und innere Ruhe aus, die im ganzen Raum zu spüren war.

Kein Backstage
Obwohl sie die ganze Show über mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, nahmen sie es gelassen und mit Humor. Band of Horses spielten ihre Hits wie „Is There A Ghost?“ und „No One’s Gonna Love You“, aber als die ersten Töne von „The Funeral“ zu hören waren, war die Begeisterung noch grösser. Als es Zeit wurde, von der Bühne zu gehen, witzelten sie, sie müssten jetzt einfach drei Minuten hier stehen bleiben da sie ja nicht Backstage gehen könnten (das Abart besitzt keinen Backstage-Bereich hinter der Bühne). Und so standen sie da und rauchten ihre Zigaretten und liessen das Publikum klatschen und Zugabe rufen. Mit „Marry Song“ vielleicht einer der besten Balladen dieses Jahres, und noch zwei weiteren Upbeat-Songs die ein wenig an einen Gospelchor  erinnerten (Ben warf die Arme in die Luft und klatschte und tanzte) schlossen sie ihren Gig. Da kann man nur noch eins sagen: „Hallelujah!“

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