Kultur | 03.03.2008

Dem Designer sei Dank

Text von Jessica Hefti | Bilder von oktoberpromotion.com
Letztes Jahr in der Grabenhalle in St.Gallen, letzte Woche in der Kulturbrauerei Rorschach. Die Eight Legs touren fleissig durch die Schweiz und betören mit ihrem Cockney-Akzent.
Das Cover ihres ersten Albums ziert ein achtbeiniges Skelett. Was das wohl zu bedeuten hat?
Bild: oktoberpromotion.com

Das waren noch Zeiten, als Millionen Frauen und Mädchen Jon Bon Jovi anhimmelten. Heute wo auch von Robbie Williams nur noch jährlich ein einziger Kalender mit den schönsten Fotos gekauft werden kann, braucht die Jugend andere Groupie-Opfer. Beispielsweise Jungs die noch keine 20 sind und Indie-Rock spielen. Obwohl es passieren kann, dass man nach einer Nacht mit Zwei von Eight Legs überlegen muss, welche Hose nun der Frau oder dem Mann gehört. Aber vielleicht hat das damit zu tun, dass die vier Jungs aus Stratford-Upon-Avon indirekt durch Dior zu einem Plattenvertrag kamen.

Irgendwie Razorlight

Denn kein Geringerer als Dior-Männermode-Designer Hedi Slimane hat die Eight Legs, die damals noch Superheroes hiessen, von ihrem englischen Kaff nach Paris geholt, wo sie einen dreiminütigen Track auf eine Viertelstunde ausdehnen mussten, damit sie dazu ähnlich dünne Kleider präsentieren konnten. „These Grey Days“, selbstverständlich in Kurzversion, ist einer von elf Tracks auf ihrem Album „Searching for the Simple Life“. Der Cockney-Akzent ist sympathisch, der Beat tanzbar, mehr kann das Album Ausgewachsenen aber nicht bieten. Und obwohl Sänger Sam Jolly Vergleiche hasst, muss noch angemerkt werden, dass sie doch irgendwie an Razorlight erinnern.

Info


"Searching for the Simple Life" von Eight Legs ist bei Weekend Records erschienen und kann im Netz bei cede.ch und bei exlibris.ch werden.

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