Kultur | 18.02.2008

Solid, aber nicht mehr

Text von Moritz Noser | Bilder von Lena Tichy
Tink.ch hörte sich das neuste Album der Zürcher Rapper DefG und Zet an. Leider überzeugt "Spill Das" nicht vollkommen.
Von hier aus gehts noch weiter die Erfolgstreppe hoch: "Spill Das" von DefG und Zet.
Bild: Lena Tichy

Das Label „s1ze“ machte zuletzt mit dem Sampler „72h limmatriders“ auf sich aufmerksam. Das gesamte Album wurde in 72 Stunden eingespielt. Nun veröffentlichte das Label der Rapper DefG und Zet die Platte „Spill Das“. Dem leisten wir gerne Folge. Nach dem ersten Durchhören bleibt allerdings ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück. Was heraussticht, ist die musikalische Untermalung. Die sehr basslastigen Produktionen klingen kraftvoll und überzeugend. Die Beats klingen extrem roh und in niemals überladen. So wie Rap halt sein muss.

Die Spannung fehlt

Textlich ist das Album in harte Battleansagen einerseits sowie sozialkritische und persönliche Texte andererseitts unterteilt. Die Battletracks sind dabei ganz in Ordnung, nette Wortspiele und anständige Reime. Die raue und tiefe Stimme von DefG passt perfekt ins Konzept. Zet hat teilweise einen nervigen Tonfall, der auf Albumslänge kaum auszuhalten ist. Zum Glück übernimmt jedoch DefG den Grossteil der Raps. Die tiefsinnigeren Stücke sind ebenfalls nicht schlecht: Selten wird zu dick aufgetragen und pathetisch wirkt es auch nicht. Im Grossen und Ganzen nimmt man den Jungs ihre Storys ab. Die Gastparts sind von den restlichen „s1ze“-Rappern sind jedoch allesamt nicht der Rede wert. Wirklich falsch machen die beiden Zürcher also nichts. Nur überkommt einem beim Hören öfters das Gefühl, dass man das Ganze schon irgendwo gehört hat. Wirkliche Spannung kommt leider selten auf. Sicherlich keine schlechte Platte, nur ist man bei der Konkurrenz aus Graubünden oder Bern wahrscheinlich besser bedient.

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