Gesellschaft | 19.02.2008

Friedensschule

Text von Nicolas Zogg
Anstatt für Wanderwege interessierte sich der Zivildienstleistende Sven eher für friedliche Konfliktlösung. In einem Pilotprojekt wurde sein Wunsch erfüllt.
Die Zivildienstleistenden nach getaner Arbeit. Fotos: zvg ...und natürlich auch mitten in der Arbeit

Für den Zivildienst hat sich Sven schon vor langer Zeit entschieden. Mit den Themen Gewalt und Frieden hat er sich intensiv beschäftigt. Er findet es schade, dass er sich im Zivildienst bislang nicht konkret für Gewaltprävention einsetzen konnte. In seinem letzten Einsatz in einem Jugendtreff fehlte ihm das Können, um bei Konflikten und Gewalt richtig zu reagieren. Deshalb hat sich Sven gemeldet, als er im letzten Herbst vom Projekt „Friedens-Schule“ der Gemeinschaft Schweizer Zivildienstleistender (GSZ) erfahren hat.

Auf dem friedlichen Weg

Eine Woche lang lernen, Konflikte zu erkennen, gewaltfrei zu kommunizieren und richtig zu intervenieren – das hat er sich gewünscht. Zusammen mit 16 anderen Zivildienstleistenden aus der ganzen Deutschschweiz ist er am letzten Sonntag in die Friedens-Schule in Broc (FR) eingerückt. Der Austausch mit anderen Zivildienstleistenden, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konfliktverhalten, die verschiedenen Inputs und Übungen sind sehr anregend. Sven lernte, wie er Pöbeleien begegnen kann und wie er dem Kern eines Konfliktes auf die Spur kommt.

Auch in Zukunft? 

Falls möglich, soll der Kurs als Grundausbildung für alle Zivildienstleistenden weitergeführt werden. Für die Zivildienstleistenden, die sich hauptsächlich in der Jugendarbeit und im Sozialwesen engagieren, soll es ausserdemeine weiterführende Ausbildung geben. Für Sven zählt der Pilotkurs als Zivildienstleinsatz. Die Behörden sind vom Projekt überzeugt und unterstützen es. Samuel Werenfels, Leiter Zivildienst, möchte in Zukunft eine Zivi-Schule ins Leben rufen. Neben sozialen Kompetenzen, zu denen auch Konfliktfähigkeit gehört, sollen auf den jeweiligen Einsatz zugeschnittene Inhalte vermittelt werden. Da im Sommer das Parlament über eine Erleichterung der Zulassung zum Zivildienst entscheidet, könnten Projekte wie die „Friedens-Schule“ bald mehr Zulauf bekommen.