Kultur | 25.02.2008

Die Klischees rächen sich

Was passiert, wenn zwei Hetero-Männer gewissermassen auf gezwungene Weise heiraten? Der Film "Chuck and Larry" zeigt dieses schräge Szenario. Haupt-Akteure des Klamauks sind die bekannten Gesichter Adam Sandler und Kevin James. Als maskuline Feuerwehrmänner ziehen sie alle denkbaren Schwulenklischees über die Leinwand - auch wenn nicht ganz ungestraft, wie sich später zeigt.
Kevin James und Adam Sandler setzen sich als Chuck und Larry für die Rechte der Homosexuellen ein. Fotos: Universal Die zwei Freunde gehen füreinander buchstäblich durchs Feuer.

Chuck (Adam Sandler) und Larry (Kevin James) sind zwei echte Kerle von der New Yorker Brandwache, die als beste Freunde füreinander durchs Feuer gehen. Selbst vor einer Scheinehe machen sie nicht halt, um Larrys Kinder finanziell abzusichern. Doch aus dem Spiel mit dem Feuer wird Ernst, als die Jungvermählten beweisen müssen, dass sie tatsächlich ein verliebtes Paar sind. Ausgerechnet jetzt verguckt sich Chuck in seine aufregende Rechtsanwältin Alex (Jessica Biel). Bleibt er standhaft und hält seinem Scheingatten die Treue – oder wird Chuck schwach und landet als Betrüger mit Larry in einer Doppelzelle?


Schwulenfeindlich?

Auf den ersten Blick klingt diese Komödie ziemlich Flach, das darf man zugeben. Auch das erste Drittel des Films kommt eher flach und langatmig rüber, es scheint als ob sich die Story einfach auf der Stelle bewegt. Als dann aber endlich Schwung in die Sache kommt, packt einen der Film richtig und man kann schon fast mit den zwei Pseudo-Homosexuellen mitfühlen. Ein Gag folgt dem Nächsten, ein Fettnäpfchen nach dem Anderen wird zielsicher gewählt und auch die Klischees werden sauber durchgenudelt. Für alle die nun denken „Das ist doch schwulenfeindlich!“, muss gesagt werden: Dieser Vorwurf ist berechtigt. Am Ende wird jedoch auch dieser Verdacht weggewischt und die homosexuellen Männer werden wieder aufgewertet.


„Sandler-spielt-Sandler“

Adam Sandler ist bekanntlich Geschmackssache. Umso überraschender ist sein Auftritt in diesem Film. Im Gegensatz zu dem sonst typischen Sandler-spielt-Sandler-Rollen kommt er hier tatsächlich aus diesem Schema hinaus. Ein wirklich guter Schritt, die seine Rolle als Frauenheld glaubwürdig und ansprechend macht. James hingegen bleibt seiner „King of Queens-Rolle“ treu und stellt dadurch ein gutes Gegenstück zu seinem Feuerwehr-Kumpel dar. Hier hingegen ist dies angebracht, man kennt Ihn nicht anders und mag ihn so.

Die DVD ist sowohl für den Filmeabend mit Freunden als auch für Familiensessions geeignet und bietet solide Unterhaltung – diesmal mit einem rosaroten Touch.