Killerspiele

Ja, früher war wirklich noch alles besser. Die Kinder spielten friedlich draussen im Garten, der Nachbar lag auf dem Liegestuhl in der Sonne, und die Frischluft war noch frisch. Heute randaliert die junge Generation in und um öffentliche Einrichtungen, fährt betrunken und viel zu schnell in Hauswände oder lässt sich am Computer zu Killern ausbilden. Die steigenden Absatzzahlen von blutrünstigen Computergames sowie gleichzeitig stattfindende Amokläufe an Schulen schockieren seit Mitte der Neunziger Jahre Politiker, Pädagogen und Eltern. Es wird verboten, politisiert und geforscht, um die sogenannten Killerspiele endlich aus dem Verkehr zu ziehen.

Für alle Nichteingeweihten: Bei Killerspielen handelt es sich nicht um ein friedliches Zusammenkommen unter Auftragsmördern, sondern um das Erschiessen, Zerhacken oder Sprengen von virtuellen Gegnern. Beim Wort “Killerspiel” handelt es sich um ein so genanntes politisches Schlagwort. Es wird also oft und gerne von Politikern gebraucht, die sich gar nicht erst die Mühe machen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, und mit diesem Begriff dafür sorgen, dass auch in den langweiligsten Debatten mördergute Stimmung aufkommt. Ein Argument der Politik ist, dass junge Killerspieler die Realität schnell mit dem Computerspiel vermischen, was zu entsetzlichen Szenen führen kann. Wenn es nach dem bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein gehen würde, müsste der Konsum von “Killerspielen” gar gleich bestraft werden wie der Konsum von Kinderpornografie, denn für ihn ist klar, dass Computerspiele an den Amokläufen schuld sind. Dieses Argument hinkt: Bereits 1966 lief der 25-jährige Student und US-Soldat Charles Joseph Witman als einer der Ersten in der Universität von Texas Amok, lange bevor 1993 das erste Killerspiel mit dem Namen “Doom” auf den Mark kam. Wie es nun weitergeht für die Killerspiele, ist offen. Aber ein bisschen mehr Vorsicht im Umgang mit dem Begriff wäre sicher nicht schlecht.

Popstars für alle

Das Line-Up war vielversprechend. Ob das Newcomer-Duo Myron, Musicstar-Gewinnerin Fabienne Louves, Soulsänger Seven, die Luzerner Rockband Dada ante Portas, Multitalent Marc Sway  oder Jugendidol Baschi – alle sind sie an diesem Abend nach Basel gekommen. Gleich zu Beginn haben Myron, Fabienne Louves und Marc Sway für eine kleine Überraschung gesorgt. Spontan haben Sie sich an diesem Abend zusammengeschlossen und einige Lieder gemeinsam gesungen. Fehlen durfte dabei natürlich nicht das Erfolgsduett „Hemmigslosi Liebi“ von Fabienne Louves und Marc Sway. Die Tanzgruppe Nexus überbrückte jeweils die Bühnenumbauphasen und erleichterte so dem Publikum die Wartezeiten. Schlag auf Schlag ging es weiter mit Seven und Dada ante Portas die beide solide und überzeugende Performances lieferten. Doch schon früh wurde klar – alle warteten nur auf einen: Baschi!

Geprägt durch mehrheitlich jüngeres Publikum, warteten vor allem die vorderen Reihe sehnsüchtig auf Ihren Star.  Kurz vor elf war es dann soweit und Baschi betrat mit seiner Band die Bühne. Ob mit “Bring en hei” oder “Wenn das Gott wüsst” – Baschi schaffte es schnell das Publikum für sich zu gewinnen. Radio Basel 1 kann sich auf die Schultern klopfen: Die einheimische Pop-Szene wurde an diesem Abend eindeutig vereint.

Die Klischees rächen sich

Chuck (Adam Sandler) und Larry (Kevin James) sind zwei echte Kerle von der New Yorker Brandwache, die als beste Freunde füreinander durchs Feuer gehen. Selbst vor einer Scheinehe machen sie nicht halt, um Larrys Kinder finanziell abzusichern. Doch aus dem Spiel mit dem Feuer wird Ernst, als die Jungvermählten beweisen müssen, dass sie tatsächlich ein verliebtes Paar sind. Ausgerechnet jetzt verguckt sich Chuck in seine aufregende Rechtsanwältin Alex (Jessica Biel). Bleibt er standhaft und hält seinem Scheingatten die Treue – oder wird Chuck schwach und landet als Betrüger mit Larry in einer Doppelzelle?


Schwulenfeindlich?

Auf den ersten Blick klingt diese Komödie ziemlich Flach, das darf man zugeben. Auch das erste Drittel des Films kommt eher flach und langatmig rüber, es scheint als ob sich die Story einfach auf der Stelle bewegt. Als dann aber endlich Schwung in die Sache kommt, packt einen der Film richtig und man kann schon fast mit den zwei Pseudo-Homosexuellen mitfühlen. Ein Gag folgt dem Nächsten, ein Fettnäpfchen nach dem Anderen wird zielsicher gewählt und auch die Klischees werden sauber durchgenudelt. Für alle die nun denken “Das ist doch schwulenfeindlich!”, muss gesagt werden: Dieser Vorwurf ist berechtigt. Am Ende wird jedoch auch dieser Verdacht weggewischt und die homosexuellen Männer werden wieder aufgewertet.


“Sandler-spielt-Sandler”

Adam Sandler ist bekanntlich Geschmackssache. Umso überraschender ist sein Auftritt in diesem Film. Im Gegensatz zu dem sonst typischen Sandler-spielt-Sandler-Rollen kommt er hier tatsächlich aus diesem Schema hinaus. Ein wirklich guter Schritt, die seine Rolle als Frauenheld glaubwürdig und ansprechend macht. James hingegen bleibt seiner “King of Queens-Rolle” treu und stellt dadurch ein gutes Gegenstück zu seinem Feuerwehr-Kumpel dar. Hier hingegen ist dies angebracht, man kennt Ihn nicht anders und mag ihn so.

Die DVD ist sowohl für den Filmeabend mit Freunden als auch für Familiensessions geeignet und bietet solide Unterhaltung – diesmal mit einem rosaroten Touch.

Das verborgene Glück

Zugegeben: Nada Surfs Album “Let Go” ist ein Klassiker. Und es ist kein Wunder, dass es der Band schwer gefallen ist, einen würdigen Nachfolger zu produzieren. Nach dem 2005 erschienenen “The Weight Is a Gift” geben sich die New Yorker Indiepopper jetzt wieder so düster und traurig wie zu ihren Anfangszeiten. Trotzdem hält “Lucky”, was es verspricht.

Nie zu düster
Den schlichten Albumtitel erklärten die Herren Caws, Eliot und Lorca bereits im Vorfeld als simple aber ausdrucksstarke Beschreibung ihrer heutigen Gefühlstage. Die scheint nämlich nach einigen privaten Turbulenzen, speziell bei Sänger und Gitarrist Matthew Caws, wieder in Ordnung zu sein. Inzwischen ist der vielleicht netteste Mensch im harten Popbusiness sogar Vater geworden und dann ist man ja bekannter Weise immer lucky. Trotzdem, oder gerade deswegen servieren uns Nada Surf nicht ein “Friede, Freude, Eierkuchen”-Werk mit mächtig viel LaLa und oberflächlichen Mitlachsongs, sondern ein in dieser Form nie da gewesenes, melancholisches, teilweise stilles, aber nie zu düsteres Album. Der Clou an der Sache: Die Nadas haben ihr Gespür für großartige Melodien nicht verloren, sondern haben es sozusagen nur auf eine andere Stimmungsebene transferiert.

Pop-Perlen
“See These Bones” macht den Einstieg und man fühlt sich an alte “High/Low-Zeiten” (Nada Surfs Debüt) und ihren ewigen Hit “Popular” erinnert, schöne schwerfällige Gitarrentöne und Sprechgesang in den Strophen, genau wie damals. “What you are now” singt Caws und nach dem Durchhören der ersten Stücke, besonders dem Hitverdächtigen “Whose Authority”, könnte die Antwort vielleicht schon bald “Lucky” sein. Trotzdem brauchen einige der Songs Zeit und viel genaues Hinhören, um sich zu entwickeln. Schwach ist dabei keines der Stücke, eher fallen einem immer neue Highlights ein. Zum Beispiel “I Like What You Say”, eine Nada Surf typische, relativ einfache, aber wunderschön matt-schillernde Pop-Perle.

Beziehungskiste
Weniger ist eben doch mehr, vor allem bei New York´s Melodiespürhunden Nummer eins. Ganz nebenbei eignen sich die meisten Song auch sehr gut als Akustikversion, worauf Nada Surf bereits im Vorfeld einen Vorgeschmack, im Rahmen von kleinen Akustiksessions gaben. Hoffen wir also , dass die Herren nun auch wirklich lucky sind. Wir sind es definitiv, denn obwohl das Album nicht “Everybodys Darling” sein will, sollte sich nach einer intensiven Kennenlernphase zwischen Hörer und musikalischem Werk in den meisten Fällen eine schöne und lang anhaltende Beziehung entwickeln.

Am 4. März treten Nada Surf im Zürcher Rohstofflager auf. Hoffen wir doch mal, dass das Konzert so schön wird wie das Album.

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Von der Schulbank auf die Showbühne

Schweizer Rock auf hohem Niveau. Nicht erst seit diesem Jahr spielen Dada Ante Portas in dieser Liga mit, doch mit ihrem neusten Album sind sie definitiv im Olymp angekommen. Musik machen die Jungs schon lange. Seit zehn Jahren stehen sie zusammen auf der Bühne. Kennen gelernt hat sich die Band in der Schule. Nach ihrem ersten Album erweckte die Band noch keine grosse Aufmerksamkeit und plazierte sich in den Charts nur auf dem Platz 44. Neben ihren Jobs als Lehrer feilten sie jedoch ständig an ihren Texten und ihrer Musik. Seit ihrem Album “Seasons Change” sind sie nun definitiv eine der ersten Adressen für Schweizer Rock und Pop.

Für ihr neues Album “The Theory of Everything” reisten die Luzerner nach Deutschland und produzierten ihr Album mit Fabio Trentini. Dieser hatte auch schon seine Finger bei den Guano Apes, Sasha oder den Donots im Spiel. Zufälligerweise spielt Trentini auch Bass und sprang bei den Aufnahmen als Ersatz für den zuvor ausgetretenen Mitch Prest ein.

Persönliche Geschichte
Auf dem neuen Album sind die Texte der Bands reifer und auch ein wenig brutaler. Der Song „The Erratic Rage of the Prey- enthält eine Textstelle mit folgendem Satz: “Ich wollte ihn tot haben, ihn lange und brutal foltern …”. Die Fröhlichkeit aber auch die Melancholie, die viele andere Dada-Songs bisher prägte, ist hier verschwunden. Der Hintergrund des Songs ist eine persönliche Erfahrung von Gitarrist Luc le Bo. Er wurde in Strassbourg eines Abends völlig grundlos auf der Strasse verprügelt. “In der Entstehungsphase des Albums war diese Geschichte plötzlich wieder da – er ist das heute noch am Verarbeiten”, sagt Lukas Schaller, ebenfalls Gitarrist der Band. Trotz des tragischen Hintergrunds ist der Song einer der Besten des ganzen Albums. Grund dafür: seine Ehrlichkeit und der dreckige Rock! Doch ein Album ohne Popsong sollte “The Theory of Everything” dann doch nicht werden. Und siehe da: Nun stürmen die Dadas die Charts auch über Platz 44. Hinaus.

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Friedensschule

Für den Zivildienst hat sich Sven schon vor langer Zeit entschieden. Mit den Themen Gewalt und Frieden hat er sich intensiv beschäftigt. Er findet es schade, dass er sich im Zivildienst bislang nicht konkret für Gewaltprävention einsetzen konnte. In seinem letzten Einsatz in einem Jugendtreff fehlte ihm das Können, um bei Konflikten und Gewalt richtig zu reagieren. Deshalb hat sich Sven gemeldet, als er im letzten Herbst vom Projekt “Friedens-Schule” der Gemeinschaft Schweizer Zivildienstleistender (GSZ) erfahren hat.

Auf dem friedlichen Weg

Eine Woche lang lernen, Konflikte zu erkennen, gewaltfrei zu kommunizieren und richtig zu intervenieren – das hat er sich gewünscht. Zusammen mit 16 anderen Zivildienstleistenden aus der ganzen Deutschschweiz ist er am letzten Sonntag in die Friedens-Schule in Broc (FR) eingerückt. Der Austausch mit anderen Zivildienstleistenden, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konfliktverhalten, die verschiedenen Inputs und Übungen sind sehr anregend. Sven lernte, wie er Pöbeleien begegnen kann und wie er dem Kern eines Konfliktes auf die Spur kommt.

Auch in Zukunft? 

Falls möglich, soll der Kurs als Grundausbildung für alle Zivildienstleistenden weitergeführt werden. Für die Zivildienstleistenden, die sich hauptsächlich in der Jugendarbeit und im Sozialwesen engagieren, soll es ausserdemeine weiterführende Ausbildung geben. Für Sven zählt der Pilotkurs als Zivildienstleinsatz. Die Behörden sind vom Projekt überzeugt und unterstützen es. Samuel Werenfels, Leiter Zivildienst, möchte in Zukunft eine Zivi-Schule ins Leben rufen. Neben sozialen Kompetenzen, zu denen auch Konfliktfähigkeit gehört, sollen auf den jeweiligen Einsatz zugeschnittene Inhalte vermittelt werden. Da im Sommer das Parlament über eine Erleichterung der Zulassung zum Zivildienst entscheidet, könnten Projekte wie die “Friedens-Schule” bald mehr Zulauf bekommen.

“Unsere Band ist ehrlich”

Zurzeit sind The Spill Canvas  mit den Plain White T’s auf Tour. In der Schweiz noch recht unbekannt, erobern sie in Amerika bereits die Charts: Auf MTV werden sie als heisse Neuentdeckung gehandelt. Tink.ch sprach mit den vier Jungs aus South Dakota über Heimat, ihre Musik und Schweizer Schokolade.

Wie ist es, mit den Plain White T’s auf Tour zu sein?

Es ist der Wahnsinn. Es sind super Musiker und Menschen. Wir waren schon früher mit ihnen auf Tour. Wir kennen sie schon eine Weile und haben immer Spass mit ihnen.

Du (Nick Thomas) hast als Solokünstler deine Karriere begonnen. Wie kam es, dass du nun in einer Band spielst?
Ich wollte diesen ganzen Prozess, den man als Band durchmacht, wenn ein Album entsteht. Und hier sind wir.

Die Leute denken immer, auf Tour zu sein sei das Beste, was es gibt. Ist es wirklich so?
Es ist körperlich und mental sehr anstrengend. Du bist die ganze Zeit von Zuhause und deiner Familie getrennt. Das ist das Schlimmste. Aber du lernst damit umzugehen und es zahlt sich aus. Wir leben unseren Traum und spielen Musik.

Ihr kommt aus einer kleinen Stadt, mögt ihr keine grossen Städte?
Wir mögen es grosse Städte zu besuchen.  Aber in unserer kleinen Heimatstadt fühlen wir uns auf jeden Fall wohler.

In den USA werdet ihr ja jetzt langsam bekannt.

Ich hoffe es zumindest. Es läuft sehr gut für uns, MTV spielt unsere Videos, alles ist super.

Hat euch das Internet geholfen, berühmt zu werden?
Es ist ein machtvolles Instrument, davon haben wir profitiert. Ich denke, viele Bands wären nicht so weit gekommen ohne das Internet. Und auf unserer MySpace-Seite haben wir ausserdem immer den direkten Kontakt zu den Fans.

Wie würdet ihr eure Band in einem Wort beschreiben?

Das Wort mit dem wir uns beschreiben würden ist “Ehrlichkeit”. Nick, unser Songschreiber, hat bis jetzt immer ehrliche Songs geschrieben und ich denke dieses Wort passt sehr gut zu unserer Band.

Nick, du sagtest, dass ihr manchmal zu ehrlich seid.

Vor allem auf der neuen Platte sage ich Dinge, die sehr persönlich sind und die andere Leute in Songs nie erwähnen würden. Aber Ehrlichkeit ist das, was wir wollen.

Was war der Beste Moment in eurer bisherigen Karriere?

Wir haben an einem Festival namens Bamboozle in New Jersey gespielt. Da haben wir vor etwa 50 000 Leuten gespielt. Das war unglaublich.

Habt ihr schon mal Schweizer Schokolade probiert?

Ja, und sie war so gut, dass ich gleich welche gekauft habe.

Dann habe ich ja Glück gehabt. Ich habe euch nämlich welche mitgebracht.
Du hast uns Schokolade gekauft? Das ist so cool. Danke. Sonst bringt uns niemand Schokolade in den Staaten.

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Rockfeuerwerke

Nach fünf Jahren ist die Britische Band um Kelly Jones mal wieder auf einer Schweizer Bühne zu sehen. Am einzigen Schweizer Auftritt auf ihrer Tour werden die Drei zeigen können ob sie tatsächlich die beste Band Grossbritanniens sind, wofür sie 1999 den “Q” Award gewonnen haben. Dass bereits ihr Debütalbum zu den besten Alben der britischen Rockgeschichte gehören dürfte da noch etwas nachhelfen.

Tink.ch hat Stereophonics bereits im vergangen Sommer getroffen, und mit ihnen über ihr neues, sechstes Studioalbum gesprochen. Man darf tatsächlich gespannt sein, wie “Pull the Pin” live interpretiert wird, und ob es dem Trio wieder gelingt, auf der Bühne problemlos in so kleiner Formation ein Rockfeuerwerk zu zünden. Es bleibt natürlich abzuwarten wie dies in Zürich gelingen wird. Der hohe Eintrittspreis von fast sechzig Franken wird in zahlreichen Foren von Fans als zu hoch kritisiert. Dies scheint jedoch die Konzertgänger von heute kaum mehr abzuhalten und entspricht dem Durchschnitt bei solchen Bands.

Tink.ch ist und bleibt gespannt und wird am 26ten die grosse Sonnenbrille aufsetzten, hinter welcher sich Jones gerne versteckt, und nach Zürich fahren.

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