Kultur | 15.01.2008

Verbrüderung auf dem Platz

Text von Noah Thoma
Der Schweizer Dokumentarfilm "Doppelpass" über Fussball und Identität feiert Premiere. Während der Solothurner Filmtage wird der Film über schweizerisch-türkische Doppelbürger an der Strassenfussball WM ausgestrahlt.
Abendstimmung an der Strassenfussball WM in München. Fotos: Hiddenframe Die Jungs während der Spielpause.

Dass die Schweiz und die Türkei seit dem WM-Spiel in der „Hölle von Istanbul“ keine kulturellen Erzfeinde sind, zeigt das Beispiel von fünf Türken und einem Iraner, die ihr zweites Heimatland mit Ehre und Stolz vertraten. Mit roten Schweizertrikots und dem Schweizerkreuz auf der Brust spielten sie sich an der Strassenfussball WM in München in die Hauptrolle des Films „Doppelpass“

Der Feind wird zum Freund
In München angekommen, machen die 16-jährigen Fussballer von „Karadagspor Bern“ eine neue Erfahrung. Im Gegensatz zur Schweiz sind sie in München nicht die „Anderen“ sondern lediglich ein paar Wenige unter vielen, die ihr Heimatland unter verschiedenen Umständen verlassen haben. Bald schliessen sie Freundschaft mit den Brasilianern, die ständig ihre Trikots gegen Wertgegenstände tauschen wollen und auch die von ihnen sonst nicht sehr geschätzten Kosovo-Albaner vermögen Sympathiepunkte zu gewinnen.

Verbrüderung am Ball
Der Dokumentarfilm „Doppelpass“ porträtiert sechs junge Berner mit Migrationshintergrund, die ihre Geschichte im Spannungsfeld von jugendlichem Grenzgängertum und sportlicher Seriosität erzählen. Sie beleuchten Idee und Ziel des Fussballprojekts Buntkicktgut, ein Vorzeigebeispiel für Völkerverständigung und Integration. Getreu der Überzeugung, dass Fussball ganze Völker und Kulturen verbinden kann. Hinter der Kamera stand das junge Filmkollektiv Hiddenframe. Das Team in München bestehend aus Gregor Frei, Stefan Eichenberger und David Baud begleitete die jungen Fussballer an die Strassenfussball WM. Zurück bleibt die Erinnerung an viele schöne und vor allem filmreife Momente in denen ein Akt symbolischer Verbrüderung vollzogen und mit der Kamera festgehalten wurde.

Zu sehen gibt es den mit Spannung erwarteten Dokumentarfilm am Mittwoch dem 23. Januar um 17 Uhr 45 im Kino CanvaClub in Solothurn. Ein Besuch ist für Film – und Fussballbegeisterte allemal lohnenswert.

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