Kultur | 21.01.2008

Neues Album – Neue Musik

Text von Lino Schaeren | Bilder von www.openseason.ch
Die erfolgreichste Reggaeband der Schweiz gibt nach drei Jahren wieder Gas. Open Season überrascht auf dem neuen Album "Here We Go" mit modernem Reggae, verliert dabei ihre Ska-Tanzmusik jedoch beinahe aus den Augen.
Fast eine halbe Fussballmannschaft: Die Berner Open Season
Bild: www.openseason.ch

 Nach drei Jahren Pause erscheint nun das fünfte Album der Berner Band Open Season in den Läden. Schon nach den ersten Klängen von „Here We Go“  merkt man, dass sich die Musik von Open Season stark verändert hat.  Die typische und beliebte Ska-Tanzmusik geht auf dem neuen Album praktisch ganz verloren. Zwar bleibt die Band dem Offbeat dank langsamen Reggaebeats weiterhin treu, doch das neue Album macht einige ungewohnte Abstecher in die Elektronik.

„Feel the Bassline“

Die Musik von Open Season hat sich weiterentwickelt und ist moderner geworden.

Dies wird schon beim Titelsong „Here we go“ klar. Ein fetziger Reggaebeat wird durch background Gesang und und ekektonische Effekte unterstrichen. Das Stück ist in Englisch, aber auch in Französisch gesungen.

Die zehnköpfige Band lässt auf den Instrumenten ihre individuelle Klasse hören. Sie sind berühmt für ihre unvergesslichen Auftritte und Shows. Die acht Männer und zwei Frauen geben mit Saxofon, Trompeten, Bass, Gitarre Keyboard, Drums  und natürlich dem Gesang eine vielseitige und abwechslungsreiche Truppe ab. Die altbekannte Reggae und Ska-Musik der 2001 gegründeten Band wurde durch das hinzufügen von elektronischen Musikeffekten seit dem Album „Hot And Fire“ moderner gestaltet.  Dies wird im Stück „Feel the Bassline“ besonders klar ersichtlich. Die elektronischen Sounds, die das ganze Stück tragen, bringen das Trommelfell beim längeren Hören zum Bersten. Leider nicht unbedingt auf positive Weise.

Aber auch wunderschöne Stücke, die in die Beine und ins Herz gehen, sind auf der Platte vorhanden. So zum Beispiel „Time Goes By“ oder „Out Of A Clear Sky“, wo man die Liebe der Band zum musikalischen Detail heraushört. Zum Schluss dreht die Truppe mit „Dubway“ die Regler nochmals voll auf und verabschiedet sich erst geschlagene zehn Minuten später. Soviel Elektro ist man von Open Season nicht gewohnt, doch die Idee der Band, ihren bewährten Stil in diese Richtung zu öffnen, geht meistens auf.

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