Kultur | 07.01.2008

Grün und Gigantisch

Text von Jessica Hefti | Bilder von Jessica Hefti
Die Live Earth-Konzerte gibt es nun auf DVD. Tink.ch wird beim Gedanken an all die verpassten Gigs etwas wehmütig.
Für dieses Bild wurde garantiert kein Industrieschnee verwendet.
Bild: Jessica Hefti

Al Gore war zwar nie amerikanischer Präsident, dafür darf er sich seit 2007 Friedensnobelpreisträger und Oscargewinner nennen. Davon kann Bush nur träumen. Ein Highlight in Al Gores Klimaschützerkarriere war der 07.07.07. Denn an diesem Tag folgten fast alle seinem Aufruf: Zwei Milliarden Zuschauer am TV sowie Millionen weitere in riesigen Stadien jubelten rund 150 Musikern, Bands und Schauspielerinnen auf der ganzen Welt zu. Die Höhenpunkte dieses einen Konzerttages in acht Weltmetropolen lassen sich jetzt auf zwei DVDs auf einer CD Revue passieren. Wer also zum Beispiel von den Grosseltern einen Exlibris-Gutschein auf Weihnachten geschenkt bekommen hat, findet darin eine lohnenswerte Investition.

Crowded House machen Stimmung

Als erstes lässt sich auf DVD Nummer eins gleich mal die Schlagzeuger von The Queens, Foo Fighters und RHCP auf einer Bühne zusammen bestaunen, dann folgen nennenswerte Duette wie Damien Rice und David Gray und Corinne Bailey Rae mit John Legend. Und auch die Grauhaarigen lässt man mit Genesis und den Beastie Boys auf die Bühne. Das Paolo Nutini zu viel kifft und Melissa Etheridge eine überflüssige Backgroundsängerin hat, ist spätestens nach diesen Auftritten ebenfalls bewiesen. Dafür hat Melissa einen Freund den sie nach ihrem Auftritt das Mikrofon überlässt, und Al Gore kann das machen was er am besten kann. Die Menschen mit seinem „7 Punkte-Gelöbnis“ auf den Klimawandel aufmerksam machen. Und das so überzeugend, dass einem das „Ich gelobe…“ noch bis in den Traum folgen kann. Auf DVD Nummer zwei versucht sich Alicia Keys zusammen mit Keith Urban trotz silbernen Pumps als Rockgöre und Lenny Kravitz zeigt wie Rio de Janeiro Stimmung machen kann. Und wer hören will, wie es ist, wenn wirklich ein ganzes Stadium mitsingt der muss sich „Be Better Home Soon“ von Crowded House anhören. Die Musik-CD bringt dann ausser einem Madonna-Song nichts mehr Neues, aber lässt sich auch gut in den Player schieben und ohne ein beneidenswertes Publikum anzuschauen müssen, hören.

Alles schön und gut werdet ihr sagen, aber da wurde mehr Energie vergeudet als Umweltbewusstsein geschaffen. Vielleicht, aber wie viel Mühe sich die Organisation gegeben hat, kann man sich bei den Extras anschauen. Alles funktioniert unter Biodiesel und Abfalltrennung und setzt neue Standards was den Energieverbrauch bei Konzerten anbelangt. Nebenbei lässt sich noch ein wenig Entstehungsgeschichte, Kurzfilme und wie ein Musiker mit Fruchtöl Auto fährt, anschauen. Nun kann man nur noch auf eine Wiederholung am 08.08.08 hoffen.

Info


"Live Earth – The Concerts For A Climate In Crisis" von Warner Bros. Records